Gut 100 Konfirmanden und weitere jugendliche Gäste nahmen am Wochenende am Programm der Jugendkirche in Gettorf teil, um sich mit Themen um die Institution Kirche zu beschäftigen. Allein zehn Workshops waren zu besetzen: In einem ging es beispielsweise um ein sehr altes Buch und trotzdem neue Ideen, in einem anderen mit Pastorin Christa Loose-Stolten um das Thema Islam.
Organist Simon Harden zeigte die Arbeit mit "seinem" Instrument, der Jugendpastor Lars Palme berichtete seinen Teilnehmern über die französische Mönchsstadt Taizé, in die einmal jährlich mehr als 10000 Jugendliche fahren, um sich dort über kirchliche Themen auseinanderzusetzen.
Die Kirchturmkletterer wurden von Andreas Hoffmann vom Jugendausschuss ebenso aktiv wie sein Begleiter Karsten Frahm, geführt. Die jungen Gipfelstürmer zeigten sich schon vor dem Aufstieg beeindruckt von dem Bauwerk. "2,15 Meter dicke Mauern", erklärte Frahm gleich anfangs, sorgen für Stabilität des Turms. "Jemand nicht schwindelfrei?", wurde noch gefragt, dann ging es hinein in das kleine Treppenhaus, das in das Mauerwerk hineingekratzt worden ist.
Doch nach etwa 50 Stufen ging es nur noch über steile und sehr steile Holzstiegen weiter. "Gut festhalten und nicht nach unten schauen", gab Hoffmann als Tipp für den Aufstieg in die 64 Meter hohe Spitze. Schnell vorbei an den Glocken, die um 12 Uhr mittags geläutet werden, hinauf in die Spitze. Der Lohn: Ein weiter Blick in die Landschaft.
Kaum vorstellbar, dass hier oben im 19. Jahrhundert noch ein 20 Meter höherer Ausguck angebracht war, von dem aus die feindlichen Schiffe auf der Ostsee erspäht werden konnten - gerade rechtzeitig, um die heimischen Truppen vorzuwarnen. Lukas, zwölf Jahre alt, war mehr an der Gegenwart interessiert: "Die Autos sehen aus wie kleine Spielzeuge", stellte er fest.
Hinunter war schwieriger als hinauf - denn nun musste man doch hinunterschauen. Nicht jedem der Workshopteilnehmer gefiel dieser Abstieg. Doch schliesslich, vorsichtigen Schrittes, erreichten die sechs Jugendlichen mit ihren Begleitern wieder die gewohnte Lebensebene - und hatten Antworten auf alle Fragen. Hat es sich gelohnt? "Unbedingt", stellte Konfirmandin Marie doch ein wenig erleichtert fest.
Ein Open-Air-Programm und ein Jugendgottesdienst, in dem die Ergebnisse der Workshops vorgestellt wurden, beendete den Tag der Jugendkirche. Die Turmkletterer hatten jedenfalls eine Menge zu erzählen.
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Jugendkirche in Gettorf