Kerstin Henschel ist bekannt geworden mit Bildern, die das Vokabular der Abstraktion auf ausdrucksstarke Weise vorantreiben. Sie bewegt sich bei ihren Arbeiten innerhalb eines festen, selbst auferlegten Koordinatensystems, d. h. sie operiert nach bestimmten Parametern, die den Werkprozeß lenken. Als eines ihrer jüngsten Werke hat die Künstlerin Kerstin Henschel, die in den Zinsser-Ateliers auf dem hannoverschen FAUST-Gelände arbeitet, einen abstrakten Bildzyklus mit dem Titel "Abendmahl" geschaffen.
In einem Seminar wird das grossformatige Kunstwerk in der Lutherkirche Hannover erstmals einem breiteren Publikum präsentiert. Kerstin Henschel aus Lehrtel arbeitet in ihren Werken mit zahlreichen Farbschichten, was den Bildern eine besondere Tiefe verleiht. Die Farbe wird lasierend oder als lineare Struktur in immer neuen Schichten auf die Leinwand aufgetragen.
Durch Techniken wie Kratzen, Schaben, Auswaschen oder Übermalen schafft die Künstlerin Strukturen aus Form und Farbe, die Sehgewohnheiten durchbrechen und erweitem. Die spröden Pinsel, die sie benutzt, sorgen dafür, daß dabei transparente, sich überschneidende, an den Bildrand drängende Lineaturen entstehen, die das Bild immer wieder in eine unbestimmte Ferne und Tiefe öffnen, obwohl die Malerin bei ihrem Tun ganz offensichtlich auf der Fläche bleibt. Die Werke von Kerstin Henschel bieten dem Betrachter einen weiten Raum für eigene Wahrnehmungen und Assoziationen, neue Bilder können an der gemalten gegenstandslosen Wirklichkbit geformt werden.
Der für das Abendmahlsverständnis zentrale, aber auch schwierige Begriff der "Realpräsenz" Jesu Christi kann in der Auseinandersetzung mit Kerstin Henschels Werk für den eigenen Glauben neu erschlossen werden. Kirchengemeinden, die sich mit dem Abendmahl beschäftigen, bietet das Seminar zahlreiche Denkanstösse.
Zu Beginn des Seminars wird der Bildzyklus eingehend betrachtet und besprochen. Ergänzt werden die Beobachtungen durch ein Gespräch mit der Künstlerin sowie Vorträge zu theologischen und kunstgeschichtlichen Aspekten dieses zentralen Themas des Glaubens und der Kirche.
Kerstin Henschel1959 geboren in Hamburg
1988 Lehramtsstudium (Kunst und Mathematik)
1989 bis Studium der Freien Kunst an der FH Hannover bei Prof. Verena Vernunft
1996 und Prof. Peter Redeker
1996 Meisterschülerin bei Prof. Peter Redeker. Seiddem als freischaffende Künstlerin tätig
1997 Atelierausbauförderung des Landes Niedersachsen
Seminarprogramm 10:30 - 11:00 Uhr: Ankommen in der Lutherkirche. Tee und Kaffee
11:00- 11:15 Uhr: Begrüssung (Dr. Julia Helmke) und kuze Vorstellung der
Jugendkirche (4. Sackmann)
1 1 :15 - 12:15 Uhr: Einführung in das Werk von Kerstin Henschel, Betrachtung und Besprechung des Zyklus "Abendmahl" mit verschiedenen Methoden der Bildbetrachtung (lmke Schwaz)
- Kurze Pause -
12:30 - 13:00 Uhr: Gespräch mit der Künstlerin
13:00 - 14:00: Miftagspause -
14:00 - 15:00 Uhr: Vortrag "Das Abendmahl in der Kunstgeschichte" (Dr. Michelle Grund)
- Kuze Pause -
15:00 - 16:00 Uhr: Vortrag: "Dies ist mein Leib" - Realpräsenz und abstrakte Malerei. Theologische Gedanken zu Kerstin Henschels Werk (lmke Schwaz)
16:00 - 16:30 Uhr: Schlussdiskussion (K. Henschel/|. Schwarzy'M. Grund)
Zielgruppe - Interessierte und Engagierte im Dialog von Kunst und Kirche
Referentinnen - Pastorin lmke Schwaz, Seevetal - Dr. Michelle Grund, Uelzen
Termin - Sonnabend, 20. Juni 2009, 10:30 - 16.30 Uhr
Kosten - 20 EUR (30 EUR für TN aus anderen Bereichen / Landeskirchen), inklusive Mittagessen und Stehkaffee
Anmeldeschluss - 10.06.2009. Die Anmeldebestätigung erhalten Sie kuz nach diesem Termin.
Veranstaltungsort - Jugendkirche / Lutherkirche Hannover
Veranstalter (in Kooperation mit der Jugendkirche Hannover) Haus kirchlicher Dienste, AF Kunst und Kultur
Dr. Julia Helmke
Archivstr. 3, 30169 Hannover
Fon:0511-1241432
Fax: 051 1 -1241-970