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Buntes Treffen mit der Jugendkirche Effata PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von pierre roh   
Dienstag, 2. Juni 2009
Traditionell begeht die Kirche von Münster am Pfingstmontag ihren kleinen "Kirchentag": Das ökumenische Fest auf dem Domplatz haben in diesem Jahr rund 30 Gruppen und Verbände mitgestaltet. Die Organisation lag auch beim sechsten Mal in den Händen der ACK, der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in der Stadt. Bereits der ökumenische Gottesdienst im St. Paulus-Dom war am Vormittag gut besucht - auch das parallele Angebot der  Kinderkirche wurde gut angekommen.

Annethres Schweder ist katholisch, ihr Mann Rainer evangelisch. Seit Jahren gehören die beiden dem Vorstand der Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen (ACK) an. "Für uns ist Ökumene Normalität", sagt Annethres Schweder. Das sei nicht immer so gewesen: "Ich bin Jahrgang 1950. Als ich damals meinen Eltern sagte, dass ich einen evangelischen Mann heiraten werde, war das noch ein schwieriges Thema."

Auch wenn es nach wie vor Trennendes zwischen Katholischer und Evangelischer Kirche gibt - beim Ökumenischen Fest am Pfingstmontag auf dem Domplatz ist die Stimmung wie das Wetter: blendend. "Die Ökumene lebt", konstatiert Pfarrer Johannes Krause-Isermann, Vorstandsmitglied der ACK. "Eines der besten Feste, die es bislang gegeben hat", freut sich Margret Dick, die in der ACK die Altkatholiken vertritt.

Dechant Thomas Frings (Albachten) predigte, Weihbischof Dr. Franz-Josef Overbeck und Superintendent Dr. Dieter Beese feierten mit den gut 2000 Besuchern. Als danach alles auf den Domplatz strömte, warteten dort die Angebote  der unterschiedlichsten Gruppierungen: Vieles für die jüngsten Besucher, Informationsstände und kulinarische Leckereien, aber auch Möglichkeiten, sich über die Mitglieder der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen zu informieren und das breite Feld der ökumenisch in dieser Stadt geteilten Aufgaben kennenzulernen.

Arabische Christen sind auf dem Markt ebenso vertreten wie die Notfallseelsorge, der Seniorentreff Hansahof, das Kirchenfoyer und die Jugendkirche Effata, wo Ökumene ebenfalls längst Alltag ist. "Bei uns stehen Fragen nach Gott und Religiosität im Vordergrund", sagt Pastoralreferent Marius Stelzer - ob jemand evangelisch oder katholisch ist, sei da zweitrangig. "Wir sind pragmatisch." Gespräche und Austausch allerorten.

"Die Ökumene liegt den Menschen am Herzen", ist Dr. Beese überzeugt. Doch er warnt auch vor einer "zuweilen grassierenden Müdigkeit". Derweil lobt Weihbischof Dr. Franz-Josef Overbeck die Zusammenarbeit unter anderem im sozialen Bereich, stellt aber auch klar, "dass heute deutlich geworden ist, was uns noch trennt". Dennoch: Auch er sieht in Münster viele Beispiele für "gelebte Ökumene".
Fest der Freude und Harmonie
Die musikalische Umrahmung bot vom Kinderchor bis zum Gospel-Programm für jeden etwas. Dazu kam ein buntes musikalisches Programm, das sich auf der Bühne abspielte:  Hier konnte man den Posaunenchören lauschen, dem Kindermusical "Gerempel im Tempel" mit dem Kinderchor der Martin-Luther-Kirche mit der Unterstützung vom ökumenischen Chor St. Bonifatius, einem Liederpotpourri  mit den Kinderchören von Apostelgemeinde und aus Heilig Kreuz sowie  der Band der Jugendkirche Effata!.

Das strahlende Wetter hatte dafür gesorgt - nach zwei völlig verregneten Veranstaltungen der vergangenen Jahre - dass wirklich alle angemeldeten kirchlichen, sozialen und musikalischen Gruppen präsent waren. Die zahlreichen Gäste, die gezielt den ökumenischen Pfingstmontag angesteuert hatten oder per Zufall als Touristen oder Stadtbummler auf dem Domplatz landeten, genossen das bunte Treiben offensichtlich sehr, zu dem Pfarrer Johannes Krause-Isermann als Vorsitzender der ACK das Motto "Ihr seid neue Schöpfung" als Ansporn auffasste, um Erneuerung und Einheit der Kirchen zu beten.

Am Ende des rundum gelungenen Festes meint Annethres Schweder, den Heiligen Geist gespürt zu haben: "Die Menschen haben sich heute von ihm bewegen lassen." Dechant Thomas Frings bleibt in seiner Bilanz etwas nüchterner: "Solange wir Nachbarn sind, kommen wir gut miteinander aus. Doch wenn wir Brüder und Schwestern werden sollen, beginnen die Probleme miteinander."
 
 
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