 Eine ganz unterschiedliche Gruppe von Menschen im Alter von 12 bis 80 Jahren hatte sich am Freitag in der Jugendkirche Pray (St. Michael) in Ibbenbüren versammelt. Den Auftakt der Brasilianischen Nacht bildete laut Pressemitteilung ein Gottesdienst mit dem Franziskaner Pater Beda aus Bardel. Musikalisch wurde die Messe von der Kirchenrockband "Seven Signz" gestaltet.
In seiner Predigt zur Speisung der Fünftausend führte Pater Beda aus, dass den Begleitern Jesu die Augen geöffnet worden seien für die Welt, die Not und die Bedürfnisse der Menschen. Er arbeite seit vielen Jahren in Deutschland für das Land, das er lieben gelernt habe, für die Menschen in Brasilien, die Menschen in den Favelas.
Hart ging er mit der Globalisierung ins Gericht: Auf der Welt gebe es genügend Nahrung für alle, das Problem sei das Prinzip der Verteilung. Solange Lebensmittel an den Börsen zur Bereicherung gehandelt würden, blieben die Armen auf der Strecke. Brot, Würde und Gerechtigkeit für alle Menschen sei das christliche Ziel.
Und Pater Beda weiter: "Nur wer sich selbst leiden kann, hat Freude an sich, Freude an den Menschen und Freude an der Welt." So lege man in den Projekten grossen Wert auf Bildung, denn nur so seien Menschenrechte für die Armen durchsetzbar, nur so bekämmen sie eine Stimme in der Gesellschaft.
Die vielen Projekte des Aktionskreises Pater Beda im Nordosten von Brasilien vermitteln Lebensfreude, Bildung und Durchhaltevermögen. Davon konnten sich die Besucher beim anschliessenden Vortrag im "M-Haus" überzeugen.
Nach einer Stärkung mit Brasilianischem Essen, Obst und Caipirinha berichtete Familie Himstedt von ihrer Reise nach Brasilien im vergangenen September. In den fünf Wochen auf den Spuren von Pater Beda besuchten sie zwölf ganz unterschiedliche Projekte des Aktionskreises. Ob in Recife, Salvador, Rio de Janeiro, Cajazeiras oder Crato: Das Lächeln der Menschen habe gezeigt, dass Hilfe da ankomme, wo sie gebraucht werde.
"Unsere Hilfe ist Hilfe zur Selbsthilfe, denn nur so funktioniert das System. Und ein Lächeln von uns, kam hundertfach zurück" so Anna-Lena Himstedt beim Vortrag. Mit vielen guten Gesprächen und Diskussionen klang die "Brasilianische Nacht" aus. Nach mehreren Veranstaltungen bei Gruppen, Vereinen und in einigen Kirchen hat die Familie Himstedt nun 1000 Euro an Spenden für die Projekte des Aktionskreises Pater Beda gesammelt.
|