Nicht genug, dass von A bis Z alles selbst organisiert werden musste: Hinzu kamen noch mehrere heftige Regengüsse, die die ganze Aktion nicht gerade positiv beeinflussten. Doch der Reihe nach. Aufgabe der 50 Jugendlichen war es, in einem ersten Schritt eine Jugendkirche in Tuningen auf den Weg zu bringen. "Wir wollen hier einen Treffpunkt für unsere Jugend schaffen", so Pfarrer Stefan Werner. Dazu zählen nicht nur künftige Jugendgottesdiensten in der noch zu renovierenden Kirche, sondern auch die Freizeitgestaltung in der dazu gehörigen Aussenanlage.
Sie musste auf Vordermann gebracht und umgestaltet werden. Alte Spielgeräte und Gartenschuppen des ehemaligen Kindergartengeländes mussten entfernt und Neues gebaut werden: etwa ein 13 mal vier Meter grosser Bouleplatz, eine schöne Grillstelle mit Sitzplätzen und ein Bereich mit Sprungplatten als Spassfaktor. "Ein tolles Projekt", waren sich die Teilnehmer einig. Entsprechend gross waren die Motivation und der Eifer. Doch wie packen wir das nun an? Zunächst wurden Pläne gemacht. Was wird gebraucht, wo kriegen wir es her und vor allem von wem? Mehrere Gruppen wurden gebildet. Jede hatte sich um verschiedene Aufgaben zu kümmern.
Ohne Hilfe wäre es natürlich nicht möglich gewesen. Bereits im Vorfeld der Aktion war das interne Organisationsteam um Felix Kremelic und Jens Fleig bemüht, diverse Unterstützer und Sponsoren für die Durchführung der Aktion zu finden. Viele Firmen im näheren Umkreis erklärten sich bereit, das tatkräftige Team mit Sachspenden, Muskelkraft oder finanziell zu unterstützen. An vorderster Front war der Gartenbaubetrieb Walter Mauch während der ganzen Aktion mit professioneller Unterstützung mit dabei.
Gebraucht wurde jede Menge: Container zur Entsorgung des Altmaterials, 37 Tonnen Schotter und Kies, Beton, Betonbauteile, Bauholz und weiteres Baumaterial, Maschinen und Werkzeuge bis hin zu Getränken und der Verpflegung. Hier gebührt dem Tuninger Bürgermeister Jürgen Roth ein Lob: Er sorgte mit Wildschweinrouladen, Spätzle und Salat am Samstag für den kulinarischen Höhepunkt. Der Bürgermeister stand der Gruppe als Projektpate zudem in Notfällen zur Verfügung.
Nach mehr oder weniger langen Nächten auf Luftmatratzen und Isomatten im "Massenquartier" des katholischen Gemeindehauses begannen die Tage jeweils um 7.30 Uhr mit dem Frühstück und einem kurzen Morgenimpuls von

Pfarrer Stefan Werner. Danach ging es an die Arbeit. Vom Ehrgeiz getrieben, das Projekt pünktlich fertig zustellen, liess man sich nicht einmal von den heftigen Regengüssen am Freitag und Samstag stoppen. In knöcheltiefem Schlamm und mit wasserdichter Spezialkleidung von Feuerwehr, THW und DLRG ging es weiter.
Dank hellen Scheinwerfern sogar bis nachts um 22 Uhr. Dass am Ende der 72 Stunden das Ziel erreicht werden konnte, sei dem tollen Einsatz der ganzen Gruppe zu verdanken, so Pfarrer Stefan Werner. Das Projekt habe allen enorm viel Spass gemacht. Zudem habe jeder dazugelernt: Teamfähigkeit, Verantwortung zu übernehmen, zu agieren und im Team zu kommunizieren. Schon am Vormittag fand in Tuningen ein grosses Einweihungsfest der ganzen Seelsorgeeinheit mit Gottesdienst und Rahmenprogramm statt.