  Er sei immer ein gläubiger Mensch gewesen, bekundet in jüngster Zeit Sylvester Stallone frohgemut und des öfteren, dennoch: "Ich möchte das aber nicht so zur Schau stellen, weil die Leute damit oftmals in der Öffentlichkeit prahlen, und ich möchte das nicht tun. Ich versuche manchmal, es subtil mit in meine Arbeit einfliessen zu lassen", sprach der Rambo/Rocky mit dem ihm eigenen Lächeln, das besagt: Widersprich mir und du bist Matsche. Den Patriotismus hatte er immer schon in seinen Filmen forciert - immer trendbewusst - immer buhlend um Publikumsgunst - immer amerikanisch - immer am Puls des Massengeschmacks und der Stimmungsmache: Sei es Südostasien, Russland, die arabischen Länder oder auch schon mal ein durchgeknallter Afroamerikaner.
Klar ist, Erfolg hatte unser aller Rambo seit Jahren nicht mehr, zumindest in der Grössenordnung, die er einstmals gewohnt war, und als Rocky war er sogar als Trainer nicht unbedingt mit einer hauchdünnen Patina der Glaubwürdigkeit überzogen. Also bemächtigt man sich eines typischen Hollywood - Mittelchens, um die verbrauchten Ressourcen aufzufrischen: Alte Erfolgsmodelle aufgetaut - durchgequirlt - neu verhexelt - und, dem momentanen Massengeschmack angepasst, neu zum Frasse vorgeworfen. Seit Bush Junior ist nun mal der christliche Fundamentalismus mit einer erschreckenden Akzeptanz im Gespräch, erkannte Sylvester und sprach stille vor sich hin: Auf ihn mit Gebrüll! 
"Der vierte Teil der 'Rambo'-Serie soll christlich geprägt werden", verkündete Action-Star Sylvester Stallone direkt aus dem brennenden Dornbusch oben rechts vom Hollywood-Hill. Er begleite in der Hauptrolle als "John Rambo" eine christliche Gemeinschaft auf Missionsreise in ein fremdes Land und werde am Ende, beeindruckt von der Lehre Gottes, selbst Christ - in "Rambo 4" wird der Inbegriff des brutalen Einzelkämpfers Christ und seine Gegner oder Feinde oder schlichtweg die Anderen bekommen den Popo mit Palmwedeln versohlt und werden anschliessend ... ja wat nu; keiner weiss was genaues.
Auch in seinem zuletzt erschienenen Boxer-Film "Rocky Balboa" versuchte Sylvester, diesen christlich zu prägen, behauptet er ganz treuherzig. Stallone sagte erst kürzlich in einem Interview: "Ich war schon immer Christ und schon immer fasziniert von dem unaufhörlichen Kampf innerhalb der menschlichen Seele – die ständigen Kräfte der Versuchung und die Wege, sie zu überwinden. Aber auch die Fehler zu beobachten, welche die Menschen tun, sowie ihre anschliessend mühsamen Versuche, sich wieder zu erheben."
Stallone selbst wuchs in einem katholischen Elternhaus auf, erzählt er. Eines Tages jedoch sei er vom rechten Weg abgekommen, als er "in der realen Welt" den "Versuchungen Hollywoods" erlag. Ende der 90er Jahre wandte er sich aufs neue der Kirche zu. Seitdem ruft er dazu auf, sich einer Gemeinde anzuschliessen und bringt, seiner Meinung nach, christliche Themen in seine Filme ein. "Man braucht immer den Sachverstand und die Führung eines anderen", sagte der in New York geborene Star, und: "Man kann sich nicht selbst trainieren. So geht es mir auch beim christlichen Glauben und der Kirche. Die Kirche ist das Fitness-Studio für die Seele."
Seit Januar dreht Stallone nun den vierten "Rambo"-Film. Die Figur Rambo, die vor allem durch unnachgiebige Brutalität und Zielstrebigkeit, ein rotes Stirnband, Maschinengewehr, Pfeil und High Tech-Bogen bekannt wurde, soll darin die Kraft des Glaubens zu schätzen lernen. Dabei galt "uns" Rambo bislang als einer der härtesten Burschen der Filmgeschichte. John Rambo sei ein "Grenzfall-Atheist", fabuliert Stallone. "Er glaubt an absolut gar nichts mehr."
Aber an eins glaubt er anscheinend doch. An die durchaus berechtigte Zensur, die sich weltweit zu etablieren beginnt, wenn es um gewaltverherrlichende visuelle Darstellungen geht. Bundesfamilienministerin von der Leyen regte erst in jüngster Zeit eine entsprechende Gesetzesänderung an, die sowohl das Kino, den Heim-DVD- Kinopalast, als auch die bisher viel zuwenig beachtete Spielkonsole umfassen soll, sprich: 'das Computer-Spiel'.
(wird fortgesetzt) |