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Jugendkirche ohne territoriales Kirchturmdenken PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von pierre roh   
Freitag, 20. März 2009
Wie zukunftsfähig sind die Gemeinden und Pfarreien? Wer füllt sie in Zukunft mit Leben? Um die Zukunftsfähigkeit der Pastoralverbünde sicherzustellen, sollen diese in ihren Strukturen "gestrafft" werden. Dazu stellte ein Planungsteam des Dekanates Hochsauerland-Ost (in Zusammenarbeit mit dem Bistum) seinen Vorschlag vor. Man wolle keine Identitäten zerstören und nehme Ängste und Bedenken der Gemeindemitglieder ernst, so das Planungsteam, von links: Bernhard Schrader, Pfarrer Klaus Goebel, Dechant Michael Kleineidam, Pfarrer Heinz Koch und Frank Manegold.
Im Dekanat Hochsauerland-Ost gibt es elf Pastoralverbünde mit 61 Pfarreien. Daraus fünf Pastoralverbünde zu machen (Bigge-Olsberg, Brilon, Marsberg, Medebach-Hallenberg und Winterberg), ist die Idee. Dahinter steckt vor allem der Wunsch nach Nutzung von Synergieeffekten. Sinnvoll erschien, sich an den gegebenen kommunalen Grenzen zu orientieren.

Fakt ist, dass die Zahl der Gemeindemitglieder und der hauptamtlichen Mitarbeiter kontinuierlich sinkt und es neuer Pläne bedarf, um das Gemeindeleben und die pastorale Arbeit aufrecht zu erhalten. "Keine Kirche wird geschlossen", beruhigt Dekanatsreferent Frank Manegold. "Aber", gibt Dechant Michael Kleineidam zu bedenken, "eine gewisse Flexibilität und auch Eigeninitiative sind schon erforderlich." Es wird mittelfristig nicht immer überall sonntags eine Messe geben können. Die Pläne zur Reduzierung der Pastoralverbünde bestehen diözesanweit. Hier möchte man von 213 auf 100 reduzieren.

"Dabei wird nichts aufgelöst werden", erklärt Dechant Kleineidam. "Genügend engagierte Leute vor Ort müssen das Leben in den Gemeinden lebendig erhalten", fordert Pfarrer Klaus Goebel. Bernhard Schrader, Referent für Jugend und Familie im Dekanat, sieht in der Veränderung eine Chance. Weg vom territorialen Kirchturmdenken - hin zur Interessensgemeinschaft: ein gutes Beispiel dafür sei die JuKi Aggiornamento, die offen für jedes Alter und Herkunft ist.

Man wolle keine Identitäten zerstören und nehme Ängste und Bedenken der Gemeindemitglieder ernst, so das Planungsteam. Daher sei die Gesamtplanung auch langfristig angelegt. Ab 2010 könne mit der Umsetzung begonnen werden. Zum Ende 2009 soll über den Vorschlag entschieden werden. Die Inkraftsetzung des Planes wird durch den Erzbischof erfolgen, bevor zur schrittweisen Umsetzung übergegangen wird.

 
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