Die Idee entstand vor 22 Jahren im ORF-Landesstudio Oberösterreich. In jeder Weihnachtszeit will man seither mit Unterstützung von internationalen Pfadfindern ein sichtbares Zeichen des Friedens setzen. Längst wurde es zum Lauffeuer, das auch in dieser Weihnachtszeit von katholischen Pfadfindern aus Wiesbaden weitergegeben werden soll.
Die Symbolik des Friedenslichts ist ebenso schlicht wie einleuchtend: "Es geht darum, mit dem Licht das Nachdenken über den Zustand der Welt anzuregen und die Botschaft der Gemeinschaft und Solidarität auszusenden", sagen Pfadfinder aus den beiden katholischen Pfadfindergruppen, die in Wiesbaden aktiv sind. Die Aktion wird vorwiegend von der Deutschen Pfadfinderschaft Sankt Georg getragen. Doch auch die weltlichen Pfadfinderstämme nehmen die Flamme entgegen.
Diesmal überlegten sich die christlichen Pfadfinder eine besondere Dramaturgie: In einer Prozession ging das Licht, das in einer Laterne überreicht wurde, in mehreren Stationen auf seine Reise durch die Stadt. Am Dernschen Gelände, auf dem Mauritiusplatz und dem Kranzplatz warteten jeweils Mitglieder aus Pfadfinderstämmen auf die Übergabe. Der Kreis der grossen und kleinen Mitstreiter erweiterte sich an jeder Station. Mit der Anzahl der Menschen stieg auch die Zahl der Laternen.
Gemeinsam machte sich die Gruppe auf den Weg zur Jugendkirche Kana in der Maria-Hilf-Kirche, wo ab 17 Uhr die Aussendungsfeier mit dem Limburger Bischof Franz-Peter Tebartz van Elst zelebriert wurde. Zahlreiche Menschen aus vielen Gemeinden der Diözese Limburg beteiligten sich an der Feier. Viele von ihnen übernehmen den Auftrag, das Licht in die Gemeinden im Bistum zu tragen. Die Lichtervermehrung ist mit dem Titel "Friedenserklärung" überschrieben.
In den nächsten Tagen wird die Flamme aus Palästina an möglichst viele Menschen in Wiesbaden weitergegeben. Als markante Stationen warten laut Auskunft der Pfadfinder Leo Langenkamp und Caroline Jost unter anderem das Sozialamt, die Staatskanzlei und das Wiesbadener Rathaus auf friedfertige Erleuchtung. Dabei sollen jeweils Licht und Wärme gespendet werden. Eine Sammelaktion ist damit nicht verbunden. "Im Vordergrund steht die Botschaft, die Mut machen soll", sagt Erika Krause. Sie ist zwar selbst keine Pfadfinderin, aber als "überzeugte Mutter" eines Pfadfinderkindes beteiligt sie sich dennoch an der Aktion.
"Ausgehen darf das Licht auf keinen Fall", sagt Christian Klopp, Gruppenleiter der Pfadfinder aus Bierstadt. Aber bei soviel "Back up", sei das nicht mehr zu befürchten. Schon jetzt hoffen die engagierten Pfadfinder, dass die Bedeutung der Aktion diese Weihnachtszeit auch noch überstrahlt, wenn irgendwann die letzte Kerze erloschen sein wird.
Informationen unter:
→ www.friedenslicht.orf.at.
→ Friedenslicht in der Jugendkirche