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In der 1876 erbauten Halle Nr. 1019 auf dem Sulzerareal in Winterthur nördlich von Zürich hatten früher Arbeiter Werkstücke geschweisst. Ab sofort wird dort gebetet, musiziert, diskutiert und beraten. Die stillgelegte Fabrikhalle erwachte am 28.01.2007 zu neuem Leben. Dank einem Netzwerk aus Kirche, Politik, lokalem Gewerbe, Freunden, Sponsoren und ehrenamtlich engagierten Leuten, ist eine Idee Realität geworden. Hier wird eine unkonventionelle Verbindung zwischen Spiritualität und Gastronomie, Events und Gebet, einer Fabrikhalle und einer Kirche geschaffen: Die Fabrikkirche.
Der Auftrag der beiden Winterthurer Jugendkirchenleiter, Pfarrer Matthias Girgis und Jugendarbeiter Nik Gugger (hier mit dem Fabrikkirchen-Team abgelichtet), ist sehr breit gefasst: Sie sollen Räume mit den Jugendlichen gestalten, in denen Gemeinschaft und Glaube für junge Menschen erlebbar werden. "Das ist eine spannende Herausforderung", bekennt Gugger. "Das Leben ist ein Geschenk, und kirchliche Werte sind keineswegs altmodisch. Dies wollen wir bewusst machen", denkt er laut weiter. Die Jugendlichen und jungen Erwachsenen sollen aber nicht nur konsumieren, sondern sich auch selbst aktiv beteiligen. Den beiden Leitern ist es wichtig, dass die Jugendlichen gewisse Leitungsaufgaben und Teilprojekte übernehmen. Den zwei Jugendkirchenverantwortlichen ist es sehr wohl bewusst, dass vieles von dem, was ihnen vorschwebt, von den Freikirchen schon lange praktiziert wird. "Die Freikirchen  haben früher erkannt, dass es zeitgemässe Formen braucht. Wir können viel von ihnen lernen", meint Girgis selbstkritisch. "Wir wollen keine Show bieten, sondern Raum lassen für Fragen, die tiefer gehen", erklärte Girgis an anderer Stelle. Die künftigen Jugendkirchenangebote sieht er nicht als Konkurrenz zu den Freikirchen, sondern als Alternative. "Wir stillen den Hunger nach Spiritualität anders. Eine bewusst theologisch-offene Haltung soll individuelle Entwicklungen ermöglichen." Das Projekt wurde unter dem Namen "ref. Jugendkirche Winterthur" 2003 für vorerst vier Jahre ins Leben gerufen und hielt anfangs Gottesdienst-Events an wechselnden Orten ab. Um junge Leute auch nach der Konfirmation für die Kirche zu interessieren, waren in Winterthur unter den Namen "Rockvesper", "Spirit", "AfterChurch Parties" und "Soul Food" Gottesdienstevents durchgeführt worden.  Dabei hat sich gezeigt, dass solche Anlässe durchaus einem Bedürfnis entsprechen und junge Erwachsene eine grosse Sehnsucht nach Sinnsuche und Spiritualität verspüren. Schon bald nach Projektstart stellten die Projektleiter fest, dass die Jugendlichen die Gottesdienste nicht nur besuchen, sondern auch ihr Sorgen und Hoffnungen mitbrachten und in den Jugendkirchen Orientierung und Hilfe suchten. "Wollen wir bei den Jugendlichen glaubwürdig bleiben, müssen wir auf diese drängenden Bedürfnisse eingehen“, sagt Giger. "Wir können die Verantwortung nicht länger tragen, Jugendliche an Gottesdienste einzuladen, ohne die dadurch aufbrechenden Betreuungsbedürfnisse auch nur ansatzweise abdecken zu können!" Nun wird das Projekt für mindestens vier Jahre mit Unterstützung der ev.-ref. Landeskirche des Kt. Zürich und des Stadtverbandes Winterthur weitergeführt und sich in der Halle 1019 auf dem Sulzerareal fest niederlassen: die Fabrikkirche entsteht - das Büro beim Hauptbahnhof bleibt. Das Sozialprojekt Fabrikbistro wird in Zusammenarbeit mit dem KAP (Koordinationsstelle Arbeitslosenprojekte der Stadt Winterthur) realisiert und von diversen Stiftungen und privaten Gönnern mitgetragen (Club 1019). Veranstaltungen könnt ihr hier erfragen: Hier gibt es einen Jahres- und Zufahrtsplan: |