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Am Sonntag gründet Bischof Felix Genn in Bochum die letzte der 43 neuen Gross-Pfarreien im Ruhrbistum. Die Strukturreform ist damit abgeschlossen. Pfarrer Bernd Wolharn: Die Menschen müssen nun eine neue Heimat finden. Dazu hat man auch den langjährigen seelsorgerischen Leiter der Jugendkirche TABGHA benötigt, der hier ein neues Betätigungsfeld zugewiesen bekommen hat.
Am kommenden Sonntagabend dürfte Ruhrbischof Felix Genn erst einmal durchatmen, etlichen Katholiken dürfte die Trauer noch einmal schmerzlich ins Bewusstsein rücken, andere werden Zukunftspläne schmieden: Am Sonntag wird in Bochum die letzte der 43 neuen Gross-Pfarreien im Ruhrbistum gegründet. Damit ist eine in den Bistümern bisher einzigartige "Strukturreform", eine beispiellose Neugestaltung, abgeschlossen.
Als Ruhrbischof Genn vor drei Jahren die Pläne für die neue Organisation vorstellte, sorgte er bundesweit für Aufsehen. Damals kündigte er an, dass er die 259 Gemeinden zu 43 Gross-Pfarreien zusammenlegen, dass er von 368 Kirchengebäuden 96 aufgeben werde. Es fehle das Geld, sie zu finanzieren, hatte er erklärt; weil die Zahl der Katholiken sinke, weil die Einnahmen aus der Kirchensteuer abnähmen. 70 Millionen Euro sollen bis 2009 eingespart werden.
Am Sonntag nun ist dieser Prozess beendet
"Aber die eigentliche Arbeit beginnt erst", sagt Pfarrer Bernd Wolharn. Er wird ab Sonntag die 43. Gross-Pfarrei, Liebfrauen in Bochum, übernehmen. "Das wird auch Gelegenheit sein, zurückzuschauen", erklärt der 42-Jährige. "Wir müssen uns fragen, welche Ziele wir im Bistum haben und wie wir sie erreichen können. Das wird noch ein weiter Weg werden ... Wir können viel mehr auf die Beine stellen, als vorher"
Bernd Wolharn hat vorher die Jugendkirche Tabgha in Oberhausen geleitet. Künftig wird er vor allem organisieren müssen - die Arbeit in einer Pfarrei mit 36 000 Katholiken, in sechs Gemeinden mit jeweils einem Pastor. Die Pastöre sind von der Verwaltung befreit und übernehmen die Seelsorge, der Pfarrer koordiniert, motiviert und organisiert. Priester allerdings, sagt Bernd Wolharn, das bleibe er trotz allem auch weiter. Und er ist überzeugt: "Wir können viel mehr auf die Beine stellen, als vorher. Wir sind 36 000 Katholiken, das sind mehr, als das Bistum Görlitz hat." Er denkt daran, dass sich jede Gemeinde auf Schwerpunkte konzentrieren kann, auf Familiengottesdienste, Musik, auf Jugendkirche, es könnten Exerzitien angeboten werden, "die eine Gemeinde früher nie hätte stemmen können".
Zunächst jedoch, das weiss er nur zu gut, müsse noch viel miteinander geredet werden. "Die Menschen, die ihre alte Kirche verloren haben, müssen eine neue Heimat finden." Am Ende der ersten Etappe, beginnt nun eine neue - jetzt geht es um die Herzen der Menschen. Und natürlich vor allem auch um die der Heranwachsenden. Ob innerhalb der Gross-Pfarrei eine Jugendkirche Platz finden wird, soll uns die Zukunft zeigen. Fakt ist: Ohne Nachwuchs keine zukunftsorientierte Kirche.
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