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Jugendkirche gratuliert: "David-Filmpreis" verliehen PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von pierre roh   
Montag, 15. September 2008
jugendkirche bei der david verleihung
"Wir wollen Filmschaffende ermutigen, positiv in die Gesellschaft hineinzuwirken", beschreibt Gerhard Birkenstock, erster Vorsitzender des Forums, die Zielsetzung des "David-Filmpreises", der am Samstag in Stuttgart verliehen wurde. Auf der Tagung vergab das CFF zum vierten Mal "David"- Filmpreise für Beiträge, die den Wert und die Würde des Menschen achten sowie christliche Themen berühren. Nominiert waren neun Filme in den Kategorien "Fiktional" (Spielfilme), "Non-Fiktional" (Dokumentationen und Reportagen) und Nachwuchs. Darunter waren auch Produktionen von MDR und SWR, Filme freier Autoren und Regisseure und Nachwuchsbeiträge.

Mit dem Filmpreis will das CFF nach eigenen Angaben "Filmschaffende ermutigen, durch Filme und Fernsehbeiträge positiv in unsere Gesellschaft hineinzuwirken, die auf den Wert und die Würde des Menschen achten sowie christliche Fragestellungen, Themen und Inhalte berühren". "Gerade junge Christen, die den Weg in die Medien wagen, wollen wir mit unserem Nachwuchspreis ermutigen, diesen Weg zu beschreiten. Deshalb ist die Nachwuchsförderung ein zentrales Anliegen für das CFF", sagte Gerald Birkenstock, erster Vorsitzender und selbst Drehbuchautor aus Stuttgart.

Die Verleihung fand im Rahmen eines Tagungswochenendes statt, das den Teilnehmern unter anderem einen Austausch über "Networking" und den Einsatz von Film- und Fernsehbeiträgen im Gemeindeumfeld bot. Unterstützt wird der CFF Filmpreis "David" 2008 von Bibel TV, dem Hänssler-Verlag, MediaVision, der Multimedia-Produktionsfirma "Master Kitchen" sowie der Stiftung Kunst und Kultur der Landesbank Baden-Württemberg. Als Technikpartner fungierten in diesem Jahr das Evangelische Medienhaus GmbH (Stuttgart), klartext AV GbR (Steinheim) sowie der ERF (Wetzlar).

Religion als zentrales Anliegen

Zum vierten Mal hat das Forum für Christen in Film und Fernsehen e.V. (CFF) Beiträge ausgezeichnet, die christliche Wertvorstellungen vermitteln. Neben Pfarrern und Evangelisten haben besonders Medienschaffende grosse Chancen, die christliche Botschaft unter kirchenfernen Menschen zu verbreiten. Darauf haben Referenten des Forums für Christen in Film und Fernsehen (CFF) in Stuttgart hingewiesen.

Während die Kirchen immer leerer würden, befassten sich Bücher und Filme wieder mehr mit religiösen Themen, sagte der Theologe und Ethiker Prof. Michael Schramm (Stuttgart). Als Beispiel nannte er die bekannteste Science-Fiction-Fernsehserie, Star Trek, für die 726 Episoden seit 1966 gedreht wurden. In der Anfangszeit hätten die Regisseure Religion als Auslaufmodell dargestellt, das demnächst von einem säkularen Humanismus abgelöst werde. Inzwischen werde zum Respekt vor unterschiedlichen religiösen Weltanschauungen gemahnt.

Heute rechneten die Serienhelden mit der Möglichkeit, dass es einen göttlichen Plan für die Welt gebe. Laut Schramm können christliche Filmemacher an diese religiöse Offenheit anknüpfen, indem sie die Suche nach Spiritualität thematisieren. Allerdings müsse man berücksichtigen, dass die wenigsten Menschen mit Gott als einem persönlichen Gegenüber rechneten, das beim Jüngsten Gericht über ihre Taten urteilen werde.

Unter Gott werde eher eine unbegreifliche kosmische Energie verstanden, von der positive religiöse Gefühle ausgingen. Dogmatische Aussagen seien nicht gefragt. So faszinierten bei Reisen des Papstes weniger dessen Predigten oder Moral als vielmehr die Tatsache, dass die Begegnung mit dem katholischen Oberhaupt ein besonderes Gemeinschaftsgefühl auslöse. Christliche Medienschaffende erfüllten ihre Aufgabe, wenn sie in ihren Produktionen die Fragen nach Gott so wach hielten, dass Pfarrer in Predigt, Unterricht und Seelsorge daran anknüpfen können, so Schramm.
Kritik an zahlreichen christlichen Fernsehsendungen übte der Chefredakteur der Schweizer Sendereihe "Fenster zum Sonntag", Jürgen Single (Wangen bei Olten). Viele Produktionen seien handwerklich schlecht, inhaltlich langweilig oder nur für Gemeindemitglieder interessant. Zuschauer schalteten ab, wenn es keine Berührungspunkte mit ihrem Alltag gebe. Single forderte von den Christen unter den Medienschaffenden mehr Zusammenarbeit, um die Qualität zu erhöhen. Filme müssten so gut sein, dass sie auch an ungewöhnlichen Standorten gern gesehen werden, etwa auf den künftig in Kühlschranktüren integrierten Bildschirmen.

"David-Filmpreis" für werteorientierte Beiträge verliehen

Die Verleihung fand dieses Jahr erstmals im Rahmen einer zweitägigen Veranstaltung für Fachbesucher und Öffentlichkeit in Stuttgart statt. Die Jury unter Vorsitz der Redakteurin Iris Völlnagel (Köln) musste unter insgesamt 24 Bewerbungen auswählen, von denen schliesslich neun Beiträge für den Filmpreis nominiert wurden. Zu den Juroren zählten unter anderen Andrea Brandis, ZDF-Redakteurin, und Hans-Ulrich Gehring, evangelischer Hochschulpfarrer und Professor für Praktische Theologie an der Universität Basel.

In der Kategorie "Non-Fiktional" gewann der Autor und Adolf-Grimme-Preisträger Martin Buchholz mit der Dokumentation "Zukunft für Nalongos Kinder? Aids-Waisen in Uganda". Darin berichtet er über Christen, die sich um Waisenkinder in Uganda kümmern, die an Aids erkrankt sind. Die Berliner Drehbuchautorin Claudia Boysen wurde in der Kategorie "Fiktional" mit dem Lehrfilm "Dick und Dünner" zum Thema Essstörungen bei Jugendlichen und Kindern ausgezeichnet.

Der mit technischem Equipment für einen künftigen Dreh dotierte Nachwuchspreis ging an eine schwäbische Produktionsgemeinschaft für ihren Dokumentarfilm "El susurro de los árabeles" (Das Flüstern der Bäume) von Sara Walz. Dieser beschreibt die Geschichte einer Indianerfamilie in der südlichen Andenregion Chiles.

Das 1989 gegründete CFF erreicht etwa 700 Christen, die als Autoren, Regisseure oder Medientechniker in Deutschland, Österreich und der Schweiz tätig sind. Leiter ist Gerald Birkenstock (Stuttgart).

Zu diesem Thema: CFF-Filmpreis wird verliehen



 
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