"Dorstfelder Kirche - wie kann sie erhalten werden?" Um diese Frage ging es im Gemeindehaus an der Wittener Strasse 10-14 am Donnerstag (14.8.), um 20 Uhr. Vertreter der Elias-Gemeinde hatten zu einer Versammlung eingeladen, um mit den Gemeindegliedern über die Zukunft der evangelischen Kirche an der Hochstrasse zu diskutieren.
"Am liebsten wäre uns eine alternative Verwendung, bei der die Gemeinde die Kirche aber weiter nutzen kann", so Pfarrer Christian Höfener-Wolf von der Evangelischen Elias-Kirchengemeinde. Wie das geschehen soll, ist noch unklar. Deshalb beginnt die Gemeinde jetzt einen Diskussionsprozess über die Zukunft der Kirche.

Donnerstag sollte der erste Schritt des Entscheidungsprozesses gegangen werden. "Niemand will die Kirche abreissen", stellt Pfarrer Christian Höfener-Wolf klar. Dennoch kann es sich die Gemeinde nicht mehr leisten, die drei Kirchen in Marten, Oespel-Kley und Dorstfeld zu finanzieren. Vor zweieinhalb Jahren haben sich die damals fünf evangelischen Kirchengemeinden in Dorstfeld, Oespel, Kley und Marten zur Elias-Kirchengemeinde zusammengeschlossen.
Die neue Gemeinde will die finanziellen Chancen, die der Zusammenschluss möglich macht, nutzen, um auch in Zukunft handlungsfähig zu bleiben. Deshalb hat sie eine Gebäudeanalyse in Auftrag gegeben und bereits begonnen, den Baubestand zu vermindern. "Wir sind leider nicht in der Lage", so Pfarrer Thomas Weckener, "alle unsere drei Kirchen in Oespel, Marten und Dorstfeld finanziell zu unterhalten." Kirchmeister Gert Steding ergänzt: "Alleine in diesem Jahr fehlen uns in unserem Haushalt mehrere zehntausend Euro."
Ergebnis der Gebäudeanalyse war, dass die Nutzung der Dorstfelder Kirche finanziell besonders problematisch ist. In diesem Haushaltsjahr gebe es eine Unterdeckung von 90 000 Euro. "Wenn wir dieses Geld hätten, könnten wir beispielsweise einen Jugendmitarbeiter beschäftigen", meinte Kirchmeister Gert Steding. Die Möglichkeit einer Jugendkirche wollen die Vertreter des Presbyteriums weiter verfolgen. Am liebsten sei ihnen, wenn die Gemeinde auch weiterhin die Kirche nutzen könnte und ein Investor gefunden würde.
Auch einige Ideen sind schon vorhanden. Die kostbare Orgel könne etwa von Orchesterschülern, für Konzerte oder als Museumsstück genutzt werden. Die Vorschläge zur Nutzung der Kirche als Moschee oder Columbarium (Aufbewahrung von Urnen) sind umstritten, seien aber ohnehin aus rechtlichen Gründen nicht möglich.

Die Beratung zeigte: Die Entscheidung wird nicht leicht sein, aber eines halten die Mitglieder der Elias-Gemeinde fest: "Man muss die Menschen mitnehmen und ansprechen." Auch andere Möglichkeiten wird die Kirchengemeinde zusammen mit Vertretern aus der politischen Gemeinde bei einem Zukunftsworkshop am 23. und 24. August direkt in der Kirche diskutieren.
Nach dem Zukunftsworkshop Ende August und dem evangelischen Kirchbautag, bei dem sich im Oktober in Dortmund Kirchbauexperten treffen, soll dann Ende des Jahres eine Entscheidung stehen. Wir sind offen für alle Ideen“, sagt Pfarrer Christian Höfener-Wolff über die Zukunft der Kirche. Ob Beratungsbüros oder Event-Fläche: Alles sei denkbar.
Fazit: Alle drei Kirchen (Marten, Oespel-Kley und Dorstfeld) seien finanziell nicht zu unterhalten, erklärten die beiden Pfarrer Dr. Thomas Weckener und Christian Höfener-Wolff sowie Kirchbaumeister Gert Steding. Der Standort Dorstfeld mit der 103 Jahre alten Kirche und dem Gemeindehaus sei im Vergleich zu den Bezirken Immanuel, Stephanus, Oberdorstfeld am kostenintensivsten. Ziel sei es aber, in jedem der Bezirke der Elias-Gemeinde (Dorstfeld, Oespel-Kley und Marten) präsent zu bleiben.
Auch wenn die Zukunft der Dorstfelder Kirche jetzt noch unklar ist, so hofft die Gemeinde, dass über die künftige Nutzung bis Ende des Jahres entschieden werden kann. "Wichtig dabei ist uns", so Höfener-Wolf, "dass bei allen Schritten die Gemeindeglieder mit einbezogen sind." Und eine Jugendkirche erscheint bisher als angenehmste Lösung.