
Der Wiesbadener evangelische Stadtjugendpfarrer Frank Löwe wechselt in wenigen Tagen in die Kirchengemeinde Eltville-Erbach-Kiedrich, teilt die Evangelische Kirche mit. Dort sei er für Teile von Eltville und für Kiedrich zuständig. Achteinhalb Jahre lang war er in Wiesbaden Freund und Ansprechpartner der Jugendlichen, Motor von unzähligen Veranstaltungen und Begegnungen, Vermittler zwischen kirchlichem und gesellschaftlichem Leben. Ein Projekt, das ihm am Herzen liegt, wird allerdings sein Nachfolger, der ab Herbst gesucht werden kann, zu Ende bringen müssen: der Aufbau einer evangelischen Jugendkirche.
Ein Projekt, das ihm am Herzen liegt, wird allerdings sein Nachfolger, der ab Herbst gesucht werden kann, zu Ende bringen müssen: der Aufbau einer evangelischen Jugendkirche. Der Jugendseelsorger holte 2004 den Jugendkirchentag der EKHN nach Wiesbaden. Eine Projektgruppe hatte sich eigens für die Zielgruppe der 13- bis 14-Jährigen spezielle Angebote und Events ausgedacht. Die hohe Beteiligung spricht für sich und übertraf alle Erwartungen und führte schlussendlich zu der Überlegung, eine dauerhafte Jugendkirche zu gründen. Zweifellos hat Frank Löwe der Jugendarbeit im Dekanat unübersehbar seinen Stempel aufgedrückt und man kann nur hoffen, dass das 'Projekt Jugendkirche' mit der gleichen Vehemenz vorangetrieben wird, wie es bei Löwe der Fall war (→
Permanente Jugendkirche angestrebt ).

Der 43-Jährige hatte sich um die Nachfolge des in Ruhestand versetzten Pfarrers Eberhard Poch beworben und wurde vom Kirchenvorstand mit grosser Mehrheit gewählt. "Es war der Reiz, etwas neues zu machen", sagt er wenige Tage vor seinem Abschied aus dem Dietrich-Bonhoeffer-Haus. Und betrachtet die Zeit, die er hier verbracht hat, als angemessen. "An dieser Stelle ist es gut, wenn sich etwas bewegt", findet er.
Natürlich will er dort auch seine Erfahrungen aus dem Stadtjugendpfarramt mit einbringen und freut sich auf eine Gemeinschaft, die er als "sehr lebendig" kennen gelernt hat. In Erbach hat er sich vorgenommen, die beeindruckende neugotischen Kirche zu einem Besuchermagneten auszubauen und die kulturellen Veranstaltungen weiter zu verstärken. In Kiedrich möchte er sich insbesondere in der Kinder- und Jugendarbeit engagieren, in Eltville steht die Erwachsenenbildung ganz oben auf seiner Agenda. Ausserdem will er die Reiseaktivitäten der Gemeinde fördern.
Derzeit schwankt Frank Löwe noch zwischen der Freude auf die Herausforderung und dem Abschied, der schmerzt. "Ich werde die Menschen hier im Haus und die gute Arbeit im Team sehr vermissen", sagt er nachdenklich. Auch wenn er überzeugt ist, in seinem neuen Wirkungsfeld wieder auf engagierte haupt- und ehrenamtliche Mitstreiter zu treffen. Doch während er im Stadtjugendpfarramt viele organisatorischen Aufgaben hatte, sich immer auch als Projektmanager gesehen hat, wird er als Gemeindepfarrer deutlich weniger in diesen Bereichen tätig sein können. "Ich werde in Zukunft die Menschen auf eine ganz andere Weise begleiten dürfen, als hier", weiss er. Und er ist dann auch viel stärker als Seelsorger gefragt. Eine Funktion, die er als Stadtjugendpfarrer eher selten auszufüllen hatte.
Am 15. August wird er aus seinem Amt verabschiedet, aber einer bisherigen Arbeit, da ist Frank Löwe sicher, wird er "im Herzen immer verbunden bleiben". Viele Kontakte bleiben bestehen, die beruflichen wie die privaten. Und auch zukünftig wird er im Bereich der Jugendarbeit Akzente setzen. Eine besonders schöne Verbindung zwischen seinem alten und seinem neuen Arbeitsplatz darf er übrigens im Oktober erleben. Dann wird er zwei Menschen trauen, die sich ehrenamtlich im Stadtjugendpfarramt engagieren.
Evangelisches Stadtjugendpfarramt Wiesbaden
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