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Der Jugendkirche Bielefeld sei Dank PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von pierre roh   
Freitag, 25. Juli 2008

Jugendkirche bei Libori

Sankt Liborius sei Dank. Und der Jugendkirche Bielefeld. Denn die ist derzeit im Besitz des nach eigenen Angaben weltweit grössten Weihrauchfasses - selbstgebaut natürlich. Extra zu Libori verströmt der blecherne, vier Meter hohe Riese vor dem Paderborner Dom den markanten Duft heiligen Räucherwerks und wird so direkt neben den Bratwurstständen des Pottmarkts diesmal für ein besonders sinnliches Libori-Erlebnis sorgen. Themen zur pastoralen Arbeit werden auf dem Libori-Fest vom 26. Juli bis 3. August 2008 vorgestellt; und daneben wie gewohnt Aktionen zum Mitmachen, Infos, Menschen zum Ansprechen.

"Täglich mehrere Kilo werden wir wohl dafür brauchen, von morgens um 9:oo bis abends um 18:oo Uhr", sagt Herbert Bittis, Pastor der Jugendkirche Bielefeld. Fürs erste hat er 15 Kilo der Sorte "Drei Könige" dabei, "Olibanum" (lateinisch für Weihrauch) made in Holland. Die Marke spielt darauf an, dass Weihrauch schon eine der Gaben - neben Gold und Myrrhe - gewesen sein soll, die die Drei Könige aus dem Morgenland dem Erlöser an dessen Wiege im Stall zu Bethlehem darreichten.
 
Weihrauch ist das körnige getrocknete Harz (Olibanum) des Weihrauch-Strauchs. Er kostet pro Kilo ab 15 Euro, für besondere Sorten werden auch 400 Euro verlangt. Schon die alten Ägypter benutzten Weihrauch für kultische Zwecke. Er wurde im Mittelalter zur Linderung rheumatischer Erkrankungen eingesetzt und spielt auch heute wieder eine Rolle in der alternativen Medizin. Ausserdem wird ihm eine antidepressive Wirkung nachgesagt.

Mit Carmen Teschner, Stefanie Heise sowie Dominik und Simon Riedl schraubt Bittis rechtzeitig bis zum Beginn des Labori-Festes die 500 Kilogramm einseitig verzinktes Blech für das Weihrauchfass zusammen. Inzwischen sind die Ministranten aus der Liebfrauengemeinde Bielefeld-Jöllenbeck dabei recht flott. Mehr als eine Stunde brauchen sie nicht für den Aufbau. Dominik Riedl: "Besonders aufpassen, muss man allerdings, wenn man den Turm aufsetzt. Der ist schwer."

Seine Premiere feierte das bauchige Trumm - Spötter könnten sagen: im Stile einer Sojus-Weltraumkapsel - jüngst beim Katholikentag in Osnabrück. Damit entthronten die Bielefelder eine Ministrantgruppe aus Lohne (bei Oldenburg), die das mit 3,21 Metern bis dahin grösste Weihrauchfass gebaut hatten. Pastor Bittis: "Es gibt inzwischen so etwas wie einen Wettbewerb unter den Gruppen. Mal sehen, wie lange unseres das grösste ist." Raus aus der Kirche, Spass am Glauben haben, das sei es, was das grosse Weihrauchfass für ihn symbolisiere.

Eigentlich entworfen wurde das Fass von zwei Studierenden der Fachhochschule Bielefeld. Zurechtgeschweisst haben die Einzelteile Jugendliche des BAJ Bielefeld (Verein berufliche Ausbildung und Qualifizierung Jugendlicher). Zuletzt zu sehen war es beim Dekanatsmessdienertag in Bad Pyrmont. Pastor Bittis: "Nach Libori wird es auf der Landesgartenschau in Rietberg stehen, angefragt ist es auch vom NRW-Tag in Wuppertal."

Das Weihrauchfass steht im direkten Zusammenhang mit dem Zelt der Hauptabteilung Pastorale Dienste vor dem Paradiesportal des Doms. Winfried Nölkensmeier koordiniert als Verwaltungsleiter der Hauptabteilung im Erzbischöflichen Generalvikariat die Ausstellung dort und die Aktivitäten im Konrad-Martin-Haus. Schwerpunktthemen im Zelt vor dem Dom sind die "Pastoral 60+", bei der es um Fragen des Alterns und des Alters geht. Das Weihrauchfass steht im Zusammenhang mit denInhalten der Ministrantenpastoral, und die Abteilung Erwachsenenbildung präsentiert dort die Angebote der Katholischen Erwachsenen- und Familienbildung.
 
 
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