
Der Präsident des Päpstlichen Laien-Rats, Kardinal Stanislaw Rylko, hat vor seiner Abreise nach Australien im Gespräch mit "Radio Vatikan" die Weltjugendtage als "Mut-Reserve im Glauben" für viele junge Christen bezeichnet. Die globalisierte Welt von heute neige immer mehr zur Vermassung und führe zu Anonymität und Einsamkeit, betonte der Kurienkardinal: "Die Jugend- lichen leiden sehr darunter, mit Folgen auch für ihr Glaubensleben, das immer mehr als 'Privatsache' angesehen wird, über die man in der Öffentlichkeit nicht spricht."
Die insgesamt 88 Reisenden besuchen zunächst die Partnerdiözese Bathurst, und in der dritten Woche stehen zahlreiche Besichtigungen im Landesinneren auf dem Programm. Mit dabei ist auch Ruth aus Speyer, die längst das Reisefieber gepackt hat. Sie gibt unter anderem Gruppenstunden für Firmlinge und gehört zu einer Gruppe von 116 Maltesern aus Deutschland, welche den 24-stündigen Flug ans andere Ende der Welt antreten. "Vermutlich kümmern wir uns beim Gottesdienst um behinderte Teilnehmer", skizziert sie ihre Aufgabe. Vom 13. bis 26. Juli befindet sie sich auf dem Weltjugendtag in Australien - und ist gespannt, ob der Papst dort ebenso Euphorie verbreitet wie 2000 in Rom und 2005 in Köln.
"Die bisherigen Weltjugendtage in Paris, Rom, Toronto und Köln waren wichtige Aufbrüche und Impulse für eine "junge" Kirche. In Sydney müssen wir dies fortsetzen und stärken", fasst Bischof Dr. Friedhelm Hofmann die Intentionen des WJT zusammen. "Ich wünsche mir, dass auch der fünfte Kontinent die innere Verzahnung mit der Weltkirche leibhaftig erlebt. Europa und Australien, Rom und Sydney, rücken zusammen und können so gemeinsam die weltumspannende Glaubensgemeinschaft erfahren. Von Sydney soll erneut die Botschaft ausgehen: Die Kirche lebt, die Kirche ist jung."
"Jugendliche können deutlich machen, was Papst Benedikt XVI. in seiner Enzyklika "Spes salvi" schreibt: "Die christliche Botschaft ist nicht nur informativ, sondern auch performativ - das heisst: Das Evangelium ist nicht nur Mitteilung an Wissbarem; es ist Mitteilung, die Tatsachen und das Leben verändert", fährt Hofmann fort. "Junge Menschen sollen verstehen, dass der Glaube keine Ideologie, sondern eine die Wirklichkeit verändernde Chance ist. Glaube ist auf Zukunft ausgerichtet, die nicht nur das irdische Leben, sondern die Vollendung des Menschen in Gott im Blick hat."

Bischof Hofmann gedenkt auch derer, die nicht die Möglichkeit haben, beim WJT dabeizusein: "Es wäre schön, wenn sich viele Jugendliche an verschiedenen Orten treffen und in Deutschland via Bildschirm an den Gottesdiensten des Weltjugendtags teilnehmen. Ich wünsche ihnen, dass die Atmosphäre des Weltjugendtags in Australien auch bei den lokalen Treffen in Deutschland spürbar wird und der Funke von Sydney überspringt."
So ist für alle, die nicht nach Australien reisen können, die Jugendkirche im "Weltjugendtagsfeeling". Vom 18. bis 20.7. wird z.B. in der Unterkirche von Herz Jesu in Ludwigshafen ein abwechslungsreiches Programm mit spirituellen Elementen, Workshops und Liveübertragungen geboten. Eingeladen sind Jugendliche ab 14 Jahren. Veranstalter ist das Bischöfliche Jugendamt Speyer gemeinsam mit dem BDKJ.
Das Programm startet am Freitag, 18.7., um 20 Uhr. Nach einem Abendgebet mit dem Titel "durchkreuzt" um 21 Uhr besteht die Möglichkeit, sich Filme anzusehen oder Gesprächsangebote zu nutzen. Wer eine Auszeit braucht, kann sich in den Raum der Stille zurückziehen.
Am Samstag, 19.7., wird ab 9.30 Uhr bei der "Glaubenkiste live" über "Gott und die Welt" geredet, ab 13 Uhr beginnt die Übertragung der Vigilfeier aus Sydney, anschliessend werden Workshops angeboten. Um 18 Uhr beginnt die Eucharistiefeier mit Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann. Ab 21 Uhr gibt es Livemusik, und wer bis 1 Uhr wach bleibt, hat die Chance, die Liveübertragung des Abschlussgottesdienstes mitzuerleben.
Das Programm endet am Sonntag, 20.7., mit einem Morgengebet und anschliessendem Frühstück. Eine Übernachtungsmöglichkeit ist gegeben für alle, die Schlafsack und Isomatte mitbringen.
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