
Die Evangelische Jugend in Hamburg und Schleswig-Holstein feiert noch bis Sonntag ihren ersten Nord-Kirchentag. Unter dem Motto "Heaven in Husum" (Himmel in Husum) werden über 1000 Jugendliche in der Storm-Stadt erwartet. Zum dreitägigen Treffen gehören Open-Air-Konzerte, Workshops, Spielaktionen, Disco- und Beachparty, Jugendkirche, Gottesdienste und ein Markt der Möglichkeiten. Warum es sich lohnt, bei diesem Event dabei zu sein, erklären drei Teilnehmer.
Endlich einmal keine dummen Fragen beantworten, keine Rechtfertigungen abgeben und keine erstaunten Blicke ernten. Endlich einmal Leute treffen, "die genauso ticken wie wir". Britta Köster ist einer von über 1000 jungen Menschen, die an diesem Wochenende zum Jugend-Kirchentag nach Husum gekommen sind. Und sie ist Christ, bekennender, und steht dazu.
"Wie? Du engagierst dich im Jugendgottesdienst? Wie kommt das denn?" Solche Fragen muss sich auch Brittas Kollege Markus Bruhn immer wieder anhören. Deswegen freuen sich die beiden und 56 weitere Teilnehmer aus dem Kirchenkreis Neumünster auf das kleine Festival unter Gleichgesinnten an der Nordsee. Hier können sie einfach sein, wie sie sind. Hier können sie auch die eigens installierte Jugendkirche besuchen, chillen, Spirit tanken.
Natürlich auf Luftmatratzen gebettet
Ganz im Einklang mit dem Klimaschutz machte sich die Gruppe mit dem Zug aus Neumünster auf den Weg - um sich in Husum drei Tage lang treiben zu lassen, neue Leute kennenzulernen und alte Bekannte wiederzutreffen. Dafür tauschen die jungen Christen für zwei Nächte gerne das heimische Federbett gegen den harten Boden einer Husumer Schule - natürlich auf Luftmatratzen gebettet und in Schlafsäcke gehüllt. "Ich bin neugierig, was während dieser drei Tage passiert. Deswegen lasse ich mich gerne einladen zu neuen Projekten wie diesem", sagt Markus.
Wie alle anderen Teilnehmer aus Neumünster ist er seit Jahren ehrenamtlich für die evangelische Kirche im Einsatz. Zusammen mit Britta hat er inzwischen sogar den Vorsitz im Kirchenkreis-Jugendausschuss inne, und natürlich sind die beiden dementsprechend Kirchentag-erprobt - und vorbereitet. Ein T-Shirt als Erkennungszeichen für ihren Kirchenkreis darf dabei genauso wenig im Reisegepäck fehlen wie eine Bibel.
Die gehört einfach dazu, sagen die beiden. Was sich die jungen Leute letztendlich während des Kirchentages ansehen und an welchen Workshops sie teilnehmen, entscheiden sie spontan. Wichtig ist ihnen nur, dass sie dabei sind. "Kirche ist nun einmal ein aktives Wort - und kein passives", weiss Britta.
Darin sieht auch Silke die große Chance eines Gemeinschaftserlebnisses wie "Heaven in Husum": "Jeder von uns kann einmal über die Gemeindegrenzen hinausblicken und etwas lernen und erfahren, was er später hier vor Ort einbringen kann", sagt die Leiterin des Jugendwerkes, die ebenfalls in Husum dabei ist. Vielleicht gelingt das ja schon am nächsten Sonntag - im Jugendgottesdienst.
Zu diesem Thema → Erster Nord-Kirchentag mit Jugendkirche