"In einer Großstadt muss es einen Ort geben, an dem Jugendliche ihre Gottesdienste feiern - mit Rockband, mit dem richtigen Licht", ist sich Ulrike Mensching, Leiterin des Evangelischen Jugendreferates in Düsseldorf, bewusst. "Ein Ort, wo sie ihre Sinneseindrücke sättigen, wo sie auch meditieren können. Das ganz auf ihre Weise, anders als die Erwachsenen. Für uns als Kirche sollte es wichtig sein, Jugendliche nicht woanders suchen zu lassen, wenn sie mit Religion eine Erfahrung machen wollen."
Und sie weiss, dass es eine grosse Bedeutung für Jugendliche hat, "dass da einer ist, mit dem man reden kann. Eine gute Atmosphäre gehört dazu. Junge Leute brauchen ihren speziellen Ort . Ein fester Platz, an dem Jugendliche zusammenkommen, sei wichtig." Noch ist kein Gebäude der 24 Gemeinden in der Stadt ins Auge gefasst. Dazu sei die Idee noch zu frisch. "Aber es wird ganz sicher in nächster Zeit eine Jugendkirche geben", verspricht Karl-Hermann Otto vom Jugendreferat. Auch, weil sich der Kirchenkreis noch mehr um die Belange der unter 18-Jährigen kümmern will. Von den 123 000 Kirchen-Mitgliedern sind immerhin stattliche 16 000 unter 18.
"Wichtig ist, dass sich die Jugendlichen öffnen, und das können sie nur, wenn sie sich verstanden fühlen." In Augenhöhe, von den 150 Ehrenamtlichen unter 18 Jahren, die sich in den Gemeinden engagieren.

Wie erfolgreich sie arbeiten, zeigt auch der Jugendgottesdienst im vergangenen Jahr in der Kreuzkirche - 250 Teilnehmer zog er an. "Das zeigt doch, dass die Zeit reif ist für ein eigenes Haus", ist sich Erker-Sonnabend sicher. "Immer mehr stellen die Frage nach dem Sinn des Lebens", unterstreicht Otto.
Die Jugendlichen in der Gegend haben es mitunter nicht einfach, weiss Otto. Mit Schwierigkeiten in der Schule und tagtägliche Gewalt müssen sich viele der 1280 Kinder und Jugendliche auseinandersetzen, die täglich die 16 offenen Türen der Gemeinden besuchen. "Wenn jemand geschlagen wurde, dem können wir schlecht sagen, jetzt beten wir mal zusammen, und dann ist alles wieder gut." Vielmehr bekommen sie Hilfe, wenn nötig auch in Zusammenarbeit mit Polizei und Jugendamt.
Dabei soll aber die christliche Spiritualität nicht zu kurz kommen und so finden bereits in regelmässigen Abständen jugendkirchliche Veranstaltungen statt. So lädt z.B, Christoph Sterl Jugendliche zu Gottesdiensten, Workshops und Veranstaltungen ein. "Es geht darum zu beteiligen, ohne zu vereinnahmen. Wir möchten deutlich machen: Hier passiert Kirche", und sein Amtskollege Dirk Holthaus
von der Evangelischen Johannes-Kirchengemeinde in Düsseldorf ergänzt: "Wir lernen daran, wie eine Jugendkirche aussehen könnte. Mein Traum ist ja eine Jugendkirche für Düsseldorf als Schiff auf dem Rhein."
"Es geht dabei nicht darum, Jugendliche aus den Gemeinden weg in die Stadt zu locken", beruhigt Ulrike Mensching all jene, die die ohnehin starke Überalterung der Kirchgänger in Zukunft noch verstärkt sehen, und die anscheinend vergessen, dass nach der Konfirmation kaum ein Jugendlicher noch seinen Weg ins tradierte Gotteshaus findet. "Obenan steht, dass Jugendliche, die sich mit Kirche schwer tun, sie ohne Hemmschwellen erleben. Das scheint mir gerade in der Großstadt wichtig zu sein. So wie es in Düsseldorf mit der Johanneskirche eine Citykirche gibt, so sollte es auch eine Jugendkirche geben."
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Evangelische Jugendkirche in Düsseldorf-Urdenbach
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