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Innovation am Bau der Jugendkirche gefragt PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von pierre roh   
Mittwoch, 18. Juni 2008
Kirchen sind ein Zeichen unserer abendländischen Kultur, hunderte von ihnen sind jedoch aktuell aufgrund der stetig sinkenden Zahl von Kirchgängern in Deutschland von einer Säkularisierung oder sogar einem Abriss bedroht. Über die Probleme und Chancen, die dieser Wandel mit sich bringt, sowie mögliche Lösungsansätze diskutierten die Teilnehmer der Tagung "Mehr Wandel: Kirchenumbau und Kirchenumnutzung" Ende Mai in Kaiserslautern. Ein Fazit war das gar nicht triviale Plädoyer, die Kirche im Dorf zu lassen.

Das Thema liege gewissermassen in der Luft, betonte Dr. Werner Kremp, Direktor der Atlantischen Akademie, zu Beginn der Tagung - besonders in Kaiserslautern, wo es momentan eine lebhafte Diskussionen um die Desakralisierung und den Verkauf der Christkönigskirche gab und noch gebe. Mit dem interdisziplinären Dialog zwischen Architekten, Wissenschaftlern, Kirchenvertretern unterschiedlicher Konfessionen und vieler am Thema interessierter Menschen wolle man zur Lösungsfindung dieser gesamtgesellschaftlichen Herausforderung beitragen. Die Architektenkammer Rheinland-Pfalz und die Atlantische Akademie hatten zu dieser Veranstaltung eingeladen.

"Architekten sind keine Seelsorger für den Raum, aber sie können die Seele eines Bauwerks erfassen und den Betroffenen viele Sorgen nehmen," so der Präsident der Architektenkammer Rheinland-Pfalz, Stefan Musil (Bild rechts), in seinem Beitrag. Musil verdeutlichte anhand bereits umgenutzter Kirchen in Rheinland-Pfalz, dass verträgliche Umwandlungen möglich sind. Als hervorragende Beispiele nannte er St. Maxim in Trier, wo heute eine Schulturnhalle untergebracht ist, und den St. Wolfgangschor in Bad Kreuznach, der seit der Mitte der 90er Jahre als Bibliothek genutzt wird.

Bernhard Nacke, Leiter des Katholischen Büros in Mainz, wies darauf hin, dass die Problematik der Kirchenumnutzung regional sehr unterschiedlich ausgeprägt sei. So zögen viele Menschen aus den Stadtzentren, in denen es viele alte, grosse Kirchen gebe, an den Stadtrand. "Vor allem aber auch in der Fläche eines Landes wie Rheinland-Pfalz gibt es Sorgen und Bemühungen um die Entwicklung in den Dörfern. Wie kann dort der Erhalt von Kultur und sozialen Einrichtungen gesichert werden?", fragte Nacke.

Kirche und Glaube sei dabei ein Teil der Kultur. Sinngemäss zitierte er Professor Johann Baptist Metz: "Das Christentum sei nicht nackt zu haben." Der Erhalt der Kirchen, als Orte der Identität, der Kunst und Geschichte liege zudem auch im öffentlichen Interesse. Kirchen sollten aufgrund ihrer architektonischen und historischen Bedeutung als kulturelles Erbe erhalten bleiben. Somit betreffe der Umgang mit Kirchengebäuden auch den Bund, die Länder und die Kommunen.

Für die Grundprämisse, "dass das, was wie Kirche aussieht, auch in Zukunft Kirche enthalten soll", sprach sich Antje Hieronimus, Rechtsdirektorin der Evangelischen Kirche im Rheinland, aus. Sie zitierte zahlreiche Vorbilder, bei denen Gemeindefunktionen in das Kirchengebäude hineinverlagert wurden, beispielsweise durch die Umwandlung von Friedhofskapellen in Kolumbarien. Kirchenbaudirektor der Evangelischen Kirche der Pfalz, Ralf Gaul, wies darauf hin, dass die Landeskirche jährlich durchschnittlich rund 10 Millionen Euro Baumittel ausgebe.

Gemeinsam mit dem Diplom-Theologen Matthias Ludwig plädierte er für die Erhaltung einer kirchlichen Nutzung, so lange dies möglich ist. Prof. Dr. Winfried Haunerland von der Katholisch-Theologischen Fakultät in München regte an, Kirchen, die nicht mehr gottesdienstlich genutzt werden, weiterhin als "steinerne Zeugen des Glaubens" zu bewahren und für Betende offen zu lassen.

Neue, interessante Anregungen gab Professor Bryan Froehle von der Dominican University Illionois. In den USA habe die Umwandlung von Kirchen Tradition. Sie wurden schon immer abhängig von der Entwicklung der Gemeinde und der Umgebung ge- und verkauft. Grundstückspreise spielen dabei durchaus eine Rolle. Immer häufiger mieten Gemeinden in den USA auch Warenhäuser oder andere gewerbliche Bauten an, die sie dann gegebenenfalls auch einfach wieder verlassen könnten.

Trotz dieses sehr pragmatischen Ansatzes steht aber auch für Froehle fest: "Ein Kirchengebäude ist mehr als ein Raum." Er kann nicht so einfach in eine säkulare Nutzung überführt werden, ohne bei den Mitgliedern der Gemeinde ein Verlustgefühl zu hinterlassen. Der beste Weg, eine solche Entfremdung zu vermeiden, bestehe in einer Beteiligung der einzelnen Mitglieder am Entscheidungsprozess und einer ritualisierten Säkularisierung.

Dass die Umnutzung von Kirchen vor allem auch Chancen birgt, bewiesen die Vorträge von Claus Staniek, er ist Mitinhaber des Architekturbüros es+ architekten + ingenieure in Darmstadt und stellte den Umbau von St. Peter in Frankfurt in eine Jugendkirche vor, und des Juniorprofessors Dirk Bayer, der mit seinen Studenten die Umgestaltung der Matthäuskirche in Stuttgart bearbeitete.

"Die knappen Finanzen der Kirchengemeinden regen zwar das Nachdenken an, aber weder die Analyse der Unterhaltungs- und Renovierungskosten noch die Nutzungswünsche einer Kirchengemeinde führen unmittelbar zu intelligenten Lösungen", so Bayer. Die Erfahrungen der Studenten mit der Matthäuskirche zeigten, dass es Umwege sind, die zum Ziel führten. "So als ob Architekten, Theologen, Pfarrer und Gemeindemitglieder den Kirchenraum aus seinen Kontexten erst neu entdecken müssen, bevor sie über seine Zukunft entscheiden können."

Preis der Stiftung KiBa 2008
für innovative Modelle
der Nutzungserweiterung von Kirchengebäuden
Erstmals schreibt die Stiftung KiBa in diesem Jahr einen Preis für Kirchengemeinden und Architekten aus. Gesucht und prämiert werden neue und vorbildliche Projekte, die einer erweiterten Nutzung des Kirchenraumes dienen. Obwohl der Anmeldeschluss Freitag, 13.06 war, dürfen nach Rücksprache von heute, Jukis noch die nächsten 10 Tage anmelden. Unterlagen-Entscheidungstermin ist dann im August.

Der Preis, dessen Verleihung von der KD-Bank - Bank für Kirche und Diakonie - unterstützt wird, wird in zwei Kategorien verliehen:

Ehrenpreis (undotiert)
Ausgezeichnet werden eine Kirchengemeinde und das zuständige Architekturbüro für ein erfolgreich realisiertes vorbildliches Konzept der Nutzungserweiterung einer Kirche. Die Fertigstellung des Projektes darf nicht länger als fünf Jahre zurückliegen. Selbstbewerbung ist möglich.
Gemeindepreis (dotiert)
Ausgezeichnet werden bis zu drei Kirchengemeinden und die zuständigen Architekturbüros, deren noch nicht realisierte Vorhaben zur Bauausführungsreife gediehen sind und auf einem realistischen Finanzierungsplan beruhen.
Selbstbewerbung ist möglich.
Die Dotierung beträgt:
1. Preis: Preisgeld von 2.000 Euro sowie eine KiBa-Förderung von bis zu 25.000 Euro
2. Preis: Preisgeld von 1.500 Euro sowie eine KiBa-Förderung von bis zu 15.000 Euro
3. Preis: Preisgeld von 1.000 Euro sowie eine KiBa-Förderung von bis zu 10.000 Euro
Die Preisverleihung wird am 24. Oktober in Rahmen des 26. Evangelischen Kirchbautages in Dortmund stattfinden.

Adresse:
Stiftung zur Bewahrung kirchlicher Baudenkmäler in Deutschland
Stiftung KiBa
Kirchenamt der EKD
Herrenhäuser Str. 12
D-30419 Hannover
Tel: 0511/ 27 96-333
E-Mail: kibaekd.de
www.stiftung-kiba.de
Weitere Informationen als pdf-Datei bzw. Anmeldung- und zum Bewerbungsformular als Word-Dokument können Sie unten laden.
Auslobung Preis der Stiftung KiBa 2008

Anmeldebogen Preis der Stiftung KiBa 2008

Bewerbungsformular Preis der Stiftung KiBa 2008

Architekturwettbewerb für innovative Raumkonzepte

Architektenentwurf

Auch die Deutsche Messe Hannover lädt zum Architektur-Wettbewerb ein. Der renommierte europäische Architekturpreis für Innenraumgestaltung wird bereits zum neunten Mal vergeben. Um den Wettbewerb für alle Teilnehmer noch attraktiver zu gestalten, wurde für 2009 das Preisgeld auf insgesamt 60.000 Euro erhöht. Der Award gilt als höchstdotierte Auszeichnung dieser Art in Europa. Stephan Ph. Kühne, Mitglied des Vorstands der Deutschen Messe AG: "Der contractworld.award hat sich zu einer festen Grösse in der internationalen Architekten- und Designerszene entwickelt. Wir sind auf die neuen Beiträge und Ideen sehr gespannt."

Erstmals wurde die Kategorie "Umnutzung/Conversion" ausgeschrieben. Hier stehen Nutzungsänderungen von Bestandsgebäuden aus dem sakralen, kulturellen und öffentlichen Bereich wie Kirchen, Klöster und Bahnhöfe sowie Nutzungsänderungen brachliegender Gebäude, die durch Neukonzeptionen und grundlegende Umbauten eine neue Bestimmung erfahren, im Mittelpunkt. Zusätzlich werden Sonderauszeichnungen in Höhe von jeweils 2.000 Euro für avantgardistische Projekte ausschliesslich an Vertreter der "New Generation" (Architekten/Innenarchitekten unter 40 Jahren) vergeben.

Gefragt sind ganzheitliche Raumkonzepte, die ein hohes Mass an Qualität, Funktionalität, Ästhetik und einen innovativen Umgang mit Raum, Material, Farbe und Oberfläche aufweisen.

Für den contractworld.award 2009 können Projekte eingereicht werden, die nach dem 31. Dezember 2004 ausgeführt worden sind. Innerhalb der jeweiligen Kategorien bietet sich ein breites Spektrum an möglichen Wettbewerbsbeiträgen. Pro Teilnehmer dürfen maximal drei Projekte in einer oder verschiedenen Kategorien eingereicht werden.

Die Preisverleihung findet am 17. Januar 2009 während der Domotex Hannover 2009 (17. bis 20. Januar), der weltweiten Leitmesse für Bodenbeläge, statt. Auf der contractworld präsentieren Hersteller ihre speziell auf das Objektgeschäft ausgerichteten Produkte. Architekten und Innenarchitekten aus dem In- und Ausland treffen sich hier zur Meinungsbildung und zum Gedankenaustausch. Ein wichtiger Schwerpunkt ist dabei der contractworld.congress mit Vorträgen und Fachkonferenzen. Mit rund 2 500 Teilnehmern ist es der grösste jährlich in Europa stattfindende Architekturkongress dieser Art.

BDIA lobt Deutschen Innenarchitektur Preis 2008 aus

Der Bund Deutscher Innenarchitekten (BDIA) hat zum siebten Mal den Deutschen Innenarchitektur Preis ausgelobt. Mit insgesamt 10.000 Euro Preisgeld ist die diesjährige Preisverleihung zugleich die höchstdotierte in der Geschichte des BDIA. Bis zum 30. Juni 2008 können die Teilnehmer ihre Wettbewerbsbeiträge einreichen.

Anliegen des BDIA ist es, hervorragende und zukunftsorientierte Leistungen auf dem Gebiet der Innenarchitektur zu fördern und zu würdigen. Gefordert sind innovative Arbeiten, bei denen das "Innere der Architektur" vorbildlich und ganzheitlich konzipiert, geplant und ausgeführt wurde. Mit dem Innenarchitektur Preis 2008 will der BDIA sein Engagement forcieren, Raumqualität und Raumkultur in die Öffentlichkeit zu tragen.

Für den Innenarchitektur Preis 2008 können Projekte eingereicht werden, die nach dem 1. Januar 2006 ausgeführt worden sind. Teilnahmeberechtigt sind Innenarchitekten und Innenarchitektinnen. Beiträge sind aus allen Bereichen der Innenarchitektur von Neubau oder temporärer Architektur bis zu Sanierung und Modernisierung gewünscht, so auch aus Kirchen, Kultur, Schulen und Kindergärten sowie Krankenhäuser, Altenheime und weitere.

Für die Beurteilung der Planungsqualität entscheidend sind die Leistungen in ...
 * Gestaltung, Raumkonzept, Innovation und Originalität,
 * technische Innovation und Technikintegration,
 * Aspekte der Funktionalität, Nutzungsflexibilität und Ergonomie,
 * die Materialauswahl und Materialkonzeption sowie
 * technische Umsetzung und
 * Berücksichtigung der Ökologie.
Im Hinblick auf Ausführungs- und Detailqualität liegt das Augenmerk auf den Vorteilen für den Nutzer, dem Human Design, sowie der Wirtschaftlichkeit.

Die Jury

Eine Expertenjury mit Repräsentanten aus Innenarchitektur und Medien sowie der Preisträgerin des letzten Innenarchitektur Preises wird über die Sieger entscheiden. Der Jury gehören an ...
 * der Präsident des European Council of Interior Architects (ECIA) Kees Spanjers (Architekt, NL),
 * der Präsident des Bundes Deutscher Innenarchitekten Prof. Rudolf Schricker (Innenarchitekt, Stuttgart/Coburg),
 * der Architekturkritiker und Publizist Dirk Meyhöfer (Hamburg),
 * die Siegerin der letzten Preisverleihung 2002 Gabriele Schönherr-Juli (Innenarchitektin, Fulda) und
 * der Professor für Innenarchitektur an der Hochschule Burg Giebichenstein Prof. Johann Stief (Architekt/Innenarchitekt, Halle).
Die Preisverleihung

Die Preisverleihung findet am 24. Oktober 2008 während der ORGATEC in Köln statt, der weltweit grössten Fachmesse für den Büro- und Objektbereich. Den Rahmen für die Preisverleihung vor internationalem Publikum bildet der Werk.Tag für Planer und Gestalter. Die preisgekrönten und ausgezeichneten Projekte sollen in einer Ausstellung auf der ORGATEC erstmalig vorgestellt werden und dann durch Deutschland touren. Eine begleitende Dokumentation wird im Callwey Verlag erscheinen.

Die Förderer

Der Deutsche Innenarchitektur Preis 2008 wird durch folgende Mitglieder des BDIA Förderkreises Innenarchitektur unterstützt: Anker, Bene, Ganter, Hund, JAB Anstoetz, Kaldewei, Merten, Schärf, schorn&groh, vitra, Waldmann sowie Wilde+Spieth.

Die Anmeldeunterlagen

Informationen sowie die Anmeldeunterlagen und Verfassererklärung gibt es im beim Bund Deutscher Innenarchitekten unter 0228/9082940 und im Internet unter Aktivitäten auf bdia.de.

Die Termine
 * Die Wettbewerbsunterlagen sind seit dem 7.4.2008 verfügbar
 * Einsendeschluss ist der 30.6.2008
 * Jury-Sitzung ist am 4.7.2008
 * Die Preisverleihung im Rahmen der ORGATEC findet am 24.10.2008 statt.

 
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