Jugendliche aus ganz Deutschland, darunter viele Vertreter aus Jugendkirchen aus dem In- und dem Ausland feierten bei EVA2008, dem Evangelischen Jugendfestival rund um die Frauenkirche, Pfingsten. Sie setzten sich in Workshops und auf der Projektmeile unter dem Motto "Soll ich meines Bruders Hüter sein?" mit dem Thema Verantwortung auseinander. Auf dem Neumarkt erlebten am Samstag, 10. Mai, 10.000 EVA-Teilnehmer, Dresdner und Besucher der Stadt die Berliner Band 2raumwohnung.
Rund 25‘000 Besucher sind nach Angaben der Veranstalter beim ersten evangelischen Jugendfestival "EVA2008" an der Dresdner Frauenkirche gezählt worden. Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Wolfgang Huber, hatte das Pfingsttreffen eröffnet. Seitdem zählten die Veranstalter rund 2‘300 Dauergäste aus dem gesamten Bundesgebiet. Unter dem Titel "Soll ich meines Bruders Hüter sein?" beschäftigten sie sich in 60 Workshops mit dem Thema Verantwortung wie zum Beispiel in Partnerschaft oder beim Einkauf.
Die Festivalbesucher nahmen ein vielseitiges Angebot aus Gottesdiensten, sechzig Workshops, Bibelarbeiten, mehreren Konzerten und Theateraufführungen wahr. An verschiedenen Veranstaltungsorten in und um die Frauenkirche engagierten sich über neunzig Gruppierungen am Programm und lebten somit das Thema des Festivals, Engagement zu zeigen. Auf der Projektmeile präsentierten junge Leute an 20 Ständen, wo und wie sie Verantwortung übernehmen.
Die Predigt zum Open-Air-Pfingstgottesdienst auf dem Neumarkt hielt Jochen Bohl, Landesbischof der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Sachens, der zu den Höhepunkten mit 5‘000 Dresdnern und Festivalgästen unter freiem Himmel zählte und der von der ARD live übertragen wurde. Sachsens evangelischer Landesbischof Jochen Bohl warnte in seiner Predigt vor Egoismus und übertriebenem Konkurrenzdenken.
"Zu Pfingsten empfangen wir den Geist Gottes, der Versöhnung will, unter uns, zwischen Starken und Schwachen und auch zwischen Albanern und Serben, Israelis und Palästinensern, Tibetern und Chinesen. Jeder Mensch kann seines Bruders Hüter sein!", sagte Bohl. Jeder sei begabt und würde mit seinen einzigartigen Gaben gebraucht, "damit wir miteinander leben können".

In einer Bibelarbeit rief Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble zu mehr Zivilcourage im Alltag auf. Das dreitägige Festival ging am späten Sonntagabend mit einer zentralen Abschlussveranstaltung auf dem Neumarkt zu Ende. Zuvor traten dort die Soulsängerin Judy Bailey und die Berliner Band "Radiopilot", "Das Blaue Einhorn" sowie "Blossom" und abschliessend noch um 22:30 Uhr dann "The Master’s Voice", eine schwedische Gospelformation aus Stockholm, in der Frauenkirche auf.
Jeweils tausende Zuschauer verfolgten die abendlichen Grosskonzerte vor der Frauenkirche. "Mit so vielen begeisterten und so engagierten Jugendlichen gemeinsam bei EVA2008 rund um die Dresdner Frauenkirche Pfingsten zu feiern, ist einfach wunderbar. Unsere Idee, Frauenkirche und Jugend zusammenzubringen und die Botschaft von Frieden und Versöhnung der nächsten Generation zu übermitteln, trägt, d.h. EVA kommt - sicher wieder", so Sebastian Feydt, Frauenkirchenpfarrer und Geschäftsführer der Stiftung Frauenkirche Dresden.
Die EVA-Veranstalter sind die Stiftung Frauenkirche Dresden, die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD), die Arbeitsgemeinschaft der Evangelischen Jugend in Deutschland e.V. (aej) und die Evangelisch-Lutherische Landeskirche Sachsens. EVA dankt den dreihundert Ehrenamtlichen, die durch ihren Einsatz, die Durchführung von EVA2008 ermöglichen. Des weiteren gilt der Dank den Unterstützern des Festivals, dem Bundesinnenministerium, der Stadt Dresden, dem Freistaat Sachsen und der Gesellschaft zur Förderung der Frauenkirche e.V.