|
Kreuzberger Jugendkirche SAM gedenkt der Bücherverbrennung |
|
|
|
|
Geschrieben von pierre roh
|
|
Freitag, 9. Mai 2008 |
 Der Berliner Erzbischof, Kardinal Georg Sterzinsky, hat zum Gedenken der nationalsozialistischen Bücherverbrennung vor 75 Jahren gemahnt. Sie sei ein Radikalangriff auf die Freiheit der Gedanken, des Denkens und der Meinungsäußerung gewesen, erklärte Sterzinsky in einem Beitrag für "Radio Berlin-Brandenburg" (RBB). Das "Volk der Dichter und Denker" habe nicht gemerkt, wie sich sein freier Geist in Schall und Rauch aufgelöst habe, betonte der Kardinal. Nur ein freier Geist aber könne Gedankenfreiheit geben. Am 10. Mai 1933 warfen Nationalsozialisten auf dem heutigen Berliner Bebelplatz und dann in ganz Deutschland Werke ihnen missliebiger Autoren ins Feuer.
Zum Gedenken daran tragen heute um 15 Uhr rund 50 katholische Berliner Jugendliche an mehreren Orten des Berliner Holocaust-Mahnmals literarische Texte vor. Sie lesen unter anderem aus Werken von Tadeusz Borowski, Anne Frank, Imre Kertesz und Elie Wiesel. An der Aktion beteiligen sich Mitglieder der Dekanatsjugend Tempelhof-Schöneberg, der Studierenden-Gemeinde Edith Stein und der Kreuzberger Jugendkirche SAM.
Um 19.30 Uhr findet am gleichen Ort eine musikalische Welturaufführung statt. Unter Leitung des Chefdirigenten des Konzerthauses Berlin, Lothar Zagrosek, spielt die Kammersymphonie Berlin ein Auftragswerk des Komponisten Harald Weiss. Bei der Aufführung befinden sich die rund 30 Orchestermusiker weit verteilt im Stelenfeld. Dort können sich die Zuhörer unterdessen frei bewegen und so von Stele zu Stele einen anderen akustischen Eindruck gewinnen. Zagrosek dirigiert an einer Stelle des Mahnmals, von der aus ihn ein Teil der Musiker sehen kann.
|