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Jugendkirche an der Saar PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von pierre roh   
Montag, 28. April 2008
"Eine Kirche für Jugendliche und junge Leute - klingt... naja, weiss nicht." So geht es vielen und mancher denkt an eine mehr oder weniger pfiffige Werbestrategie von "Mutter Kirche". Allerdings: Die Jugendkirche soll ein Ort für junge Leute sein. Eine Kirche, die Programm macht für Jugendliche
und deren Angebote bestimmt werden von jungen Leuten.
 
Mitmachen und Mitbestimmen, was passiert, das gehört dazu. Junge Menschen - Junge Ideen - Übersprudelnde Lebensfreude - Gefühlvolles Miteinander - Gott entdecken  - Einladend Neuanfang - Nicht langweilig - Dynamisch - Kommunikativ - Kontakte knüpfen - Inspirierend Ruhe finden - Cool Helfende Hand - Hörende Ohren ... kurz: Die JuKi ist einen Besuch wert !
 
Dechant Becker begrüsst die ökumenischen, interreligiösen und interkulturellen Initiativen im Dekanat und in der Landeshauptstadt. Die Synode des Ev. Kirchenkreis Saarbrücken hat das Evangelische Jugendwerk an der Saar beauftragt eine Jugendkirche in Saarbrücken zu entwickeln und die Anfänge wurden bereits eingeleitet. Eine Gruppe junger Architekten an der Universität Karlsruhe entwerfe derzeit im Rahmen einer Forschungsarbeit sechs innenarchitektonische Ideen für die Jugendkirche, die ihren Platz in St. Elisabeth (Bruchwiesen) gefunden hat, wurde uns mitgeteilt.

Jugendliche werden von Anfang an beteiligt, um eine grosse Zielgruppen-Nähe zu erreichen. Die Strukturen werden so gestaltet, dass Jugendlichen die Mitarbeit leicht fällt. Die hauptamtlichen MitarbeiterInnen moderieren, beraten und stellen sicher, dass Jugendliche IHRE Kirche realisieren können.

Eine intensive Vernetzung mit den Kirchengemeinden, der Gemeindejugend, den Schulen, anderen Jugend- und Kultureinrichtungen, den Kulturschaffenden und anderen Jugendkirchen soll vielfältige Kooperationen ermöglichen.

Die Jugendkirche wird unter Umständen gemeinsam mit der bisherigen Ortsgemeinde in gegenseitiger Abstimmung genutzt. Gestaltungselemente und technische Einrichtungen der Jugendkirche werden dauerhafter Teil der Kirchenausstattung.

Ein besonderer Schwerpunkt sind Jugendgottesdienste. Sie werden regelmässig in vier verschiedenen Formaten angeboten werden. Einmal für kirchenferne, einmal für kirchennahe Jugendliche, in jeweils zwei Ausprägungen (lebhaft wie ein Event und besinnlich-meditativ).

In der Jugendkulturarbeit sind erste Erfolge zu verbuchen. Leben ohne Musik - das ist für die meisten Jugendlichen nicht vorstellbar. Aber selber machen ist gefragt. Und das ist auch gut so… Denn Musik fördert Ausdauer und Konzentration, Eigeninitiative und Leistungsbereitschaft.
 
Gemeinsames Musizieren macht aber vor allem auch Spass und fördert den Teamgeist. Besonders sei "Female" hervorzuheben, die Mädchenband des Ev. Jugendwerks mit dem Ziel, Gottesdienstgestaltung und Konzerte mitzutragen.

Jugendgottesdienste sollen zweckdienlich zu Zeiten stattfinden, die dem Lebensrhythmus Jugendlicher entsprechen. In einer Sprache, die sie verstehen, mit Ausdrucksformen und Elementen aus ihren Lebenswelten, mit ihrer Musik. Die Gottesdienste werden unter Einsatz von Multimedia- und Veranstaltungstechnik (die für Kulturveranstaltungen ebenso vorgehalten werden muss) professionell umgesetzt.

Eine  Ausbildung von Jugendlichen als SeelsorgehelferInnen gemäss dem Konzept der Peer-Group-Education ist wichtiger Bestandteil dieses Arbeitsbereichs. Dadurch soll ermöglicht werden, dass während der Betriebszeiten der Jugendkirche immer kompetente Ansprechpersonen vor Ort sind. Auch über die eigene Internet-Homepage, die derzeit noch im Aufbau befindlich ist,  können sich Jugendliche mit ihren Fragen und Problemen an die  SeelsorgehelferInnen wenden.

Die Jugendkirche bietet in Zukunft desweiteren kontinuierlich attraktive, nichtkommerzielle kulturelle Veranstaltungen an, die regelmässig unterschiedliche Jugendszenen ansprechen. Hierbei sollen örtliche VeranstalterInnen und Gruppen aus der jeweiligen Szene  einbezogen werden.

Durch das Einlassen auf den Veranstaltungsort Kirche werden passende spirituelle Ansätze gefunden, die dann in attraktive Gottesdienstformen einfliessen sollen. Besondere kulturelle Veranstaltungen werden den Blickwinkel der Jugendlichen erweitern und sie zur aktiven Mitgestaltung anregen.

Seminare und Workshops orientieren sich zukünftig an den Interessenfeldern der Jugendlichen. Sie sollen zusätzliche Kenntnisse und Fähigkeiten fördern und persönlichkeitsbildend wirken. Ehrenamtliche MitarbeiterInnen erhalten Ausbildung, Fortbildung und Begleitung.

Das Bistrocafé ist als niedrigschwelliges Angebot regelmässig an mehreren Wochentagen von Mittags bis Abends geöffnet und zusätzlich begleitend zu Veranstaltungen. Es wird die Möglichkeit für Internetcafé und für kleinere Kulturangebote wie z.B. Lesungen geben.

Wichtig ist, dass dieser Raum zu allererst Jugendkirche ist und dementsprechend genutzt und gestaltet werden kann, und: Die Jugendkirche braucht Mitarbeitende. Zunächst viele engagierte ehrenamtlich tätige Jugendliche, ohne die sie gar nicht lebensfähig ist. Nur Jugendliche bringen die authentische Jugendkultur ein.

Die Kirche steht bisher als sozialer wie kultureller Ort offenbar in maximaler Distanz zum Lebensstil junger Menschen. Dabei dürfte der zentrale Aspekt von Distanz aber nicht allein in den unterschiedlichen ästhetischen Präferenzen liegen, sondern tieferliegend die Ebene der sozialen Deutungsmuster betreffen.

Seit Ende der Sechziger Jahre würden sich immer mehr Jugendliche von der Volkskirche abwenden, die nur noch zwischen acht und 18 Prozent der jungen Zielgruppe erreiche, zeigen zahlreiche Statistiken auf. Doch Studien belegen, dass die Jugendlichen religiöse Bedürfnisse und Fragen nach Gott hätten, die in der 'herkömmlichen' Kirche nicht ausreichend beantwortet würden - da soll und kann im Idealfall die Jugendkirche Abhilfe schaffen. Die Jugendkirche wird ein besonderer Ort für die Jugendarbeit im Kirchenkreis sein.
 
Ergänzend zum Thema 'Jugendkirche Saarbrücken:
 
 
 
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