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Umwandlung der Erlöserkirche in eine Jugendkirche PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von pierre roh   
Donnerstag, 3. April 2008
"Was bleibt? Was bleibt noch, wenn unsere Erlöserkirche eine Jugendkirche wird? Und lohnt sich dann überhaupt noch der Einbau einer neuen Küche? Vielleicht gehört die Kirche ja bald gar nicht mehr unserer Gemeinde - und was wird dann aus uns, aus unserem sonntäglichen Gottesdienst hier in der Kirche? Aus den Treffen der Frauenhilfe mittwochs? Wird es hier weiterhin Konfirmationen geben? Oder Hochzeiten? Dies alles sind Fragen, die sich viele Menschen gerade in Erlöser stellen. Allein, untereinander, manche lauter, andere eher nachdenklich und leise. Vielleicht fragen auch Sie sich: Was bleibt?" stellte Sven Christian Puissant in seiner Predigt vom 4. November 2007 (22. So. n. Trinitatis) in den Raum.

Die Umwandlung der Erlöserkirche in eine Jugendkirche wurde bereits seit einiger Zeit auf ihre Realisierbarkeit hin überprüft. Eine Entscheidung ist nun gefallen, aber die Chancen für eine Jugendkirche standen von vornherein gut.

Und so möchte der Kirchenkreis Bielefeld ab September eine Jugendkirche anbieten. Mit der speziellen Kirche erhielten Jugendliche ihren eigenen selbst verantworteten und selbst gestalteten kirchlichen Raum, kündigte der Jugendpfarrer des Kirchenkreises, Thomas Wandersleb, am Mittwoch vor Journalisten in Bielefeld an. Die Jugendkirche soll in die Erlöserkirche einziehen, die von der Kirchengemeinde aufgegeben werden müsse.

Das Angebot und eine Umgestaltung des Kirchenraums soll gemeinsam mit den Jugendlichen entwickelt werden, sagte Wandersleb. Begleitet werde die Jugendarbeit von Mitarbeitern des Jugendpfarramtes und Ehrenamtlichen.

Die Jugendkirche soll ein sozialer Treffpunkt werden und Raum für Debatten bieten. Möglich sei auch die Einrichtung einer Bühne oder einer Bar. Nach zwei Jahren soll mit einer Evaluierung ein effektiver Bilanzierungsmodus erstellt werden.

Das Kirchengebäude wird in einem letzten Gottesdienst am 31. August an die Jugendlichen übergeben werden, kündigte Gemeindepfarrer Christoph Steffen an. Das Aufgeben einer Kirche sei immer ein schmerzlicher Prozess. Zugleich sei das neue Angebot der Jugendkirche jedoch auch eine Chance.

Und nochmals Sven Christian Puissant: "Was bleibt dann? Ich denke, es bleibt sehr viel. Ja, ich denke sogar, es kommt noch etwas dazu. Natürlich geben wir unsere Kirche erst einmal auf. Unser sonntäglicher Gottesdienst hier, die Treffen der Frauenhilfe, der Konfirmandenunterricht unter der Empore. Dies alles wird so nicht bestehen bleiben.

Aber wir geben die Erlöserkirche als Kirche ja nicht völlig auf. Anders als viele andere Gotteshäuser in Deutschland bleibt die Erlöserkirche eine Kirche. Wir ändern nur ihre Nutzung. Und wir schaffen etwas Neues. Keine Kneipe wie ­Gemeinde seit ihrer Taufe, nicht erst mit ihrer Volljährigkeit. Und so gewinnen wir eigentlich mehr, als wir verlieren.

Unsere Gemeinde hat ja noch eine Kirche, die Johanniskirche mit Gemeindehaus und die Begegnungsstätte. Wir als Lydia­Gemeinde können weiterhin gewohnte Gottesdienste in einer Kirche feiern. Wir als Gemeinde bleiben. Und wir bleiben dabei auch immer in der bedingungslosen Liebe Gottes."

 
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