
Seit August 2007 "machen" Jugendliche Kirche selbst: die Jugendkirche im Kirchenkreis Wuppertal. Seit heute hat die Barmer Christuskirche, in der das Projekt beheimatet ist, ein eigenes Kreuz. Im schmucklosen 70er-Jahre-Beton-Grau weist künftig ein aus einzelnen Bildern zusammengefügtes Kreuz in warmen Rot-Tönen auf den hin, den die

Jugendlichen hier in ihrer eigenen Sprache, mit ihrer eigenen Musik und ihren eigenen Worten verkündigen: Jesus Christus.
Und jetzt ist es da, das Kreuz für die Jugendkirche - endlich und für immer! Und es ist nicht irgendein Kreuz! Das ungewöhnliche Kreuz haben 24 angehende Floristinnen des Wuppertaler Berufskollegs "Am Kothen" gestaltet. Angestossen haben dies Pfarrerin z. A. Yvonne Brück und Diakon Claudio Gnypek, die die Jugendlichen und ihre Kirche begleiten.
"Was kann ich der Jugendkirche schenken?" hatte Präses Nikolaus Schneider bei der Eröffnung des ambitionierten Projekts im Wuppertaler Osten gefragt. "Ein Kreuz", lautete die Antwort. 24 Schülerinnen des Beruftskollegs Am Kothen des Ausbildungsgangs Floristik wurden mit der Gestaltung beauftragt.
Unter Anleitung von Berufsschulpfarrerin Petra Wassil und Lehrerin Tanja Selonke machten sich die jungen Frauen, die nicht unbedingt kirchlich gebunden sind, an die Arbeit. "Aber erst einmal mussten wir uns einen kreativen Zugang verschaffen", berichtete Petra Wassil bei der Übergabe des Kreuzes an den Stifter im Landeskirchenamt: Was bedeutet das Kreuz? Wie ist es aufgebaut? Was belastet uns? Was macht uns frei?
Kein einfacher Prozess für die Lehrlinge. Sie haben sich gefragt, was uns im Leben trägt und was uns niederdrückt, was uns frei macht und was uns belastet, was uns freut und was uns traurig macht. Ein Kreuz voller Gegensätze! Ein Kreuz mitten aus dem Leben! Aber im Rahmen der Farbenlehre, die in ihrem Fachunterricht wichtig ist, haben sie Belastendes und Tragendes ins Farbe gegossen und in (Kreuz-)Form gebracht.

Das Ergebnis ist sehenswert auf 24 quadratische Bildern in hellen orange-roten Farben, aber auch Bilder, die in dunklen Farben wurden die Gegensätze geschickt und aussagekräftig in Szene gesetzt: Arm und Reich, Schwarz und Weiss, Einsamkeit und Freundschaft, Tod und Leben, Liebe und Hass, Natur und Künstlichkeit - alles zusammen ergibt das das Kreuz der Jugendkirche, das so lebendig, bunt und dynamisch wie das Leben selbst ist.
Dass gerade diese Aspekte des Lebens zum Kreuz geworden sind, beeindruckte Präses Schneider am meisten: "Unser Leben ist eben immer beides, aber der Gekreuzigte und Auferstandene überwindet solche Grenzen und schafft Lebensperspektiven." Das zeige das Kreuz der Berufsschülerinnen deutlich.
Das Kreuz der Wuppertaler Jugendkirche - fast schon eine Predigt in Bildern: Der Schmerz zeigt sich in dunklen Farben. Rot-orange leuchtet die Freundschaft. Das neue Kreuz der Jugendkirche Wuppertal lebt von Gegensätzen. Gestiftet hat es Präses Nikolaus Schneider. Gestaltet haben es angehende Floristinnen eines Berufskollegs.