|
Seit Sechs Jahren befragt das Meinungsforschungsinstitut Forsa im Auftrag von SevenOne Interaktiv monatlich rund 10.000 Menschen telefonisch zu ihrem Internet-Nutzungsverhalten und ist damit nach Forsa-Angaben die größte deutsche kontinuierliche Repräsentativumfrage zu diesem Thema. Im Januar nutzten 55 % der Deutschen das Internet und bescherten der Statistik den regelmäßig feststellbaren Weihnachts-Boom. Weshalb die in Deutschland lebenden MigrantInnen nicht befragt werden, obwohl sie erheblicher Bestandteil der Internetnutzer sind, ist leider nicht ersichtlich. Für die Jugendkirchen ist besonders interessant, dass in der relevanten Zielgruppe der 14-19-jährigen knapp 87 % Net-User waren und in der Gruppe der 20-29-jährigen immerhin noch 84 %. Die Häufigkeit der Nutzung ist ebenfalls erstaunlich hoch:
Mehr als zwei Drittel gaben an, mehrmals wöchentlich oder sogar täglich online zu sein. Leider gibt es keine geschlechterspezifischen Aussagen zu den einzelnen Altersgruppen, insgesamt aber besteht ein drastisches Missverhältnis von nur 47 % weiblichen NutzerInnen zu 64 % männlichen Nutzern. Es ist zu hoffen, dass dieses Missverhältnis bei den jüngeren NutzerInnen weniger krass ausfällt, dennoch berichten Initiativen, die sich auf die Förderung von Mädchencomputerarbeit spezialisiert haben, auch hier immer noch von deutlichem Nachholbedarf. Am Häufigsten wurden die Seiten der Suchmaschine Google und des Versteigerungsdienstes ebay besucht, mit großem Abstand vor den anderen Seiten, gefolgt von den Startseiten der großen Internetdienstanbieter wie T-Online. Was folgt daraus für die Jugendkirchen? Wer die durchschnittlichen Jugendlichen erreichen will, kann auf Infos im Netz und aus dem Netz nicht mehr verzichten – das ist Bestandteil der Lebenswelten Jugendlicher. Workshops und Angebote zu diesem Bereich sollten zur Angebotspalette der Jugendkirchen gehören. Eine gut gemachte und regelmäßig aktualisierte Homepage ist Pflicht, bietet dabei auch die große Chance, jugendliche Web-GestalterInnen mit einzubeziehen und sie die Seiten für ihre Altersgruppe designen zu lassen. Eine gute Platzierung der Homepage bei Google erleichtert das Finden. Andererseits sollte man keinesfalls den Fehler begehen, nur auf dieses Medium zu setzen. Denn es gibt eine benachteiligte Minderheit von Jugendlichen, die daheim keinen Netzzugang haben und sich dann auch oft schwer tun, im Internetcafé zu surfen. Der richtige Medienmix ist gefragt, den es im Dialog mit den Jugendlichen vor Ort herauszufiltern gilt. Nach meinen Erfahrungen werden z.B. Events in bestimmten Scenes mit Flyern am effektivsten beworben, genauere Infos über den Event und die dahinter stehende Organisation aber überwiegend online abgefragt und anhand einer Live-Web-Cam wird von Jugendlichen u.U. noch am Abend entschieden, ob man das bereits laufende Konzert besucht, SMS aufs Handy und Mails eignen sich sehr gut, um Stammkunden zu informieren. Die stetig steigende Internet-Nutzung und die atemberaubend fortschreitenden Möglichkeiten von Hard- und Software wird zukünftig noch mehr Aufmerksamkeit und Kompetenzen von den Jugendkirchen erfordern – stellen wir uns darauf ein! ws |