Schnabel, so die Jury abschliessend, hat die biblische Botschaft so zur Sprache gebracht, dass sich ihre Kraft entfalten konnte. Predigt ereignet sich aktuell. Das vorgetragene Wort wirkt als Gesamtereignis. Die Predigt ist kein Lehrvortrag. Sie redet nicht akademisch über den Glauben, sondern in ihr kommt die Lebenserfahrung mit Gott zur Sprache und im günstigsten Fall das Tagesgeschehen der Gemeinde. In der Spannung zum Bibeltext, im Dialog mit dem Alltag, in der Rede, in der Person sollte sich ein Zwiegespräch der Gläubigen mit ihrem Schöpfer entwickeln und Anregung zum Nachdenken geschaffen werden.
Mahatma Gandhi soll einmal zu Lord Irvin, dem ehemaligen Vizekönig von Indien, gesagt haben: "Wenn sich ihr Land und mein Land, gestützt auf die Lehren, die Christus in der Bergpredigt festlegte, verständigen würden, dann hätten wir nicht nur die Probleme unserer Länder, sondern die der ganzen Welt gelöst." Wenn man um die Macht des Wortes weiss, ist diese Aussage nicht zu weit hergeholt.
Zum Wettpredigen hat die ev. Kirche in Celle Pfarrer aufgerufen. Für den Wettbewerb muss man eine Videoaufzeichnung der Predigt einreichen. Bewertet wird Gestik, Mimik und Sprache ebenso wie die emotionale Ansprache der Gläubigen und der theologische Inhalt. Dieser ausgeschriebene Preis für hervorragende Predigten stellt den Ereignischarakter von Predigten in den Mittelpunkt.
Wenn eine Predigt gelingt, lässt sie aufhorchen. Sie kommt aus dem Leben und soll das Leben der Menschen bewegen. Die Predigt kann anderen kunstvollen Inszenierungen wie Film, Theater, Musik, Bildende Kunst oder Literatur begegnen. Daher ist die Form ein wesentlicher Bestandteil. Nicht das schriftliche Konzept und nicht die medienwirksame Inszenierung werden beurteilt. Erstmalig sollen hier Predigten ausgezeichnet werden, in denen sich das lebendige und belebende Wort spürbar ereignet (
siehe hierzu auch: Was ist ein guter Gottesdienst?).
Der Predigtpreis wird alle zwei Jahre vergeben, zudem noch ein Förderpreis, der letztmalig für eine erfrischend inszenierte Predigt an die junge Theologiestudentin Isabell Giebel aus Greifswald vergeben wurde. Als Förderpreis wurde ihr die Teilnahme an einem Seminar der Werkstatt für Liturgie und Predigt, Braunschweig, ermöglicht. Die Einsendungen müssen
• bis zum 30. April 2008 eingereicht sein
• Einzureichen ist die Videoaufzeichnung einer Predigt (DVD oder Mini DV).
• Der Gottesdienst soll in deutscher Sprache gehalten sein
• Sie können sich selber bewerben oder andere Prediger zu einer Teilnahme ermutigen
Der Gewinner des Pastor-Castings erhält
• Erster Preis: 2.500 Euro
• Zweiter Preis: Förderpreis in Zusammenarbeit mit dem Atelier Sprache, Braunschweig
• Dritter bis fünfter Preis: Jahresabonnement einer Zeitschrift aus dem Verlag Bergmoser und Höller AG.
Die Aufzeichnung (DVD oder Mini DV Band) sollte - wenn möglich - einen Eindruck vom Ort des Gottesdienstes und der Gemeinde vermitteln und dann den Prediger/ die Predigerin zeigen. Ein Stativ ist wichtig, ein von der Kamera getrenntes Mikrofon und ausreichende Ausleuchtung sind hilfreich, aber nur da unbedingt erforderlich, wo die Aufnahme ohne diese Hilfsmittel qualitativ kaum zumutbar ist. Es ist nicht nötig, die Aufzeichnung am Computer nachzubearbeiten. Also nicht mehr DSDS, sondern DSDP.
Schirmherrschaft
Margot Kässmann, Landesbischöfin
Stefan Jürgens, Gemeindepfarrer, „Wort zum Sonntag“
Koordination und Organisation
Hans-Georg Sundermann,
Superintendent des Kirchenkreises Celle
Volkmar Latossek,
Pastor an der Stadtkirche Celle