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Jugendkirche will wissen, wie Jugendliche 'ticken' PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von pierre roh   
Montag, 4. Februar 2008
 
 
Teenager sind stressig: Sie machen gerade was sie wollen, kommen und gehen wie es ihnen passt und gute Ratschläge schlagen sie 'eh in den Wind. Der amerikanische Psychologe Laurence Steinberg von der  Temple-Universiy vergleicht das Gehirn von Jugendlichen gerne mit einem Auto: Der Motor beschleunigt prima, aber die Bremse schwächelt. Die Kombination von kräftigem Antrieb und mangelnder Kontrolle kann schnell zu einem Unfall führen. 

Das jugendliche Hirn sei noch nicht ausgereift. Das Urteilsvermögen entwickle sich oft noch bis zum Alter von 25 Jahren. Jugendliche hätten im Verglich zu Erwachsenen ein geringer ausgeprägtes Verantwortungsgefühl und seien anfälliger für äussere Einflüsse.

Dies deckt sich mit den Erkenntnissen von David Fassler von der Universität Vermont. Das entschuldige Jugendliche zwar nicht, biete aber eine Erklärung für ihr Verhalten. "Das heisst nicht, dass Heranwachsende keine vernünftigen Entscheidungen treffen können oder den Unterschied zwischen gut und schlecht nicht kennen", doziert der Psychiater, "aber gerade bei emotionalen Entscheidungen handeln sie eher impulsiv, ohne die Folgen ihres Tuns voll zu verstehen."

Im Vergleich zu den sogenannten Erwachsenen sind Jugendliche eher impulsiv, risikofreudig und anfällig für Grupenzwänge. Da fragen manche Erziehungsberechtigten, Eltern, Jugendarbeiter und auch Jugendpfarrer in den JuKis das eine oder andere Mal: "Wann wirst du endlich erwachsen?"

Ein US-amerikanischer Psychologe liefert da eine verblüffende Antwort: Die Teenager sind es bereits. Der kalifornische Verhaltensforscher Robert Epstein behauptet in der Zeitschrift "Gehirn & Geist", dass Teenager von den Anforderungen des Erwachsenseins beinahe genauso viel wissen wie Leute, die bereits erwachsen sind.

Epstein hat die Antworten von mehr als 4000 Teilnehmern eines Tests ausgewertet. Darin wurden typische Erwachsenenfähigkeiten wie Umgang mit Geld, Auftreten im Beruf und Verhalten in der Partnerschaft abgefragt. Jugendliche, so Robert Epstein weiter, würden sich dabei im Schnitt kaum weniger auskennen als Erwachsene - selbst wenn ihnen die praktische Erfahrung noch fehle.

Jedenfalls schneiden Jugendliche regelmäßig besser ab, als Erwachsene es ihnen zutrauten. Einige der Älteren wiederum zeigen sich trotz Erfahrung erstaunlich unreif. Robert Epsteins Empfehlung: "Eltern sollten Teenager häufiger wie Erwachsene behandeln und nicht mehr wie Kinder."

Wie Jugendliche "ticken"

Nicht nur in den USA versucht man dem Verhalten Jugendlicher in dem sich durch den technologischen Fortschritt stark veränderten Verhalten Heranwachsender in ihrem Umfeld auf die Spur zu kommen. Die Lebenswirklichkeit von Kindern und Jugendlichen in Deutschland wird zunehmend durch die neuen Medien bestimmt.
 
Diesen sich wandelnden Lebenswelten auf die Spur zu kommen, ein Bild davon zu bekommen, wie Jugendliche "ticken", mit diesem Ziel haben sich auch der Bund der Deutschen Katholischen Jugend und das Bischöfliche HilfswerkMISEREOR die SINUS-Milieu-Studie U27 in Auftrag gegeben.

Die Studie untersucht in Ergänzung der vorliegenden Studie zum Milieuhandbuch "Religiöse und kirchliche Orientierung in den SINUS-Milieus 2005" die Einstellungen und Sehnsüchte von Kindern und Jugendlichen im Alter zwischen 7 und 27 Jahren. ImFrühjahr 2008 werden die Ergebnisse vorliegen. Im Rahmen von vier regionalen Tagungen möchten der BDKJ und MISEREOR diese in der Öffentlichkeit präsentieren.

Gemeinsam mit Ihnen möchten wir über die daraus resultierenden Perspektiven ins Gespräch kommen. Die Impulse der regionalen Veranstaltungen sind als Grundlage zur weiteren Arbeit mit der Studie bei BDKJ und MISEREOR gedacht. Die regionalen Veranstaltungen richten sich an haupt- und ehrenamtliche Mitarbeiter/innen, Leitungen und Referent/innen in der Jugendverbands- arbeit, kirchlichen Entwicklungszusammen- arbeit und Jugendpastoral.

Der Bund der Deutschen Katholischen Jugend und das katholische Hilfswerk MISEREOR haben eine ergänzende Studie zum Milieuhandbuch "Religiöse und kirchliche Orientierungen in den Sinus-Milieus 2005" in Auftrag gegeben, die vor allem die für die Jugendpastoral relevante Zielgruppe der 7- bis 27-Jährigen in den Blick nimmt.

Im Frühjahr 2008 werden die Ergebnisse vorliegen. Im Rahmen von vier regionalen Tagungen möchten der BDKJ und MISEREOR diese in der Öffentlichkeit präsentieren.

Regionale Fachtagung "Wie ticken Jugendliche?"am
01.04.2008 in Mülheim/R. (Die Wolfsburg)
03.04.2008 in Magdeburg (Roncalli-Haus)
09.04.2008 in Nürnberg (Caritas-Pirckheimer-Haus)
17.04.2008 in Frankfurt/M. (Spener-Haus)
Gemeinsam soll über die daraus resultierenden Perspektiven ins Gespräch gekommen werden. Die Impulse der regionalen Veranstaltungen sind als Grundlage zur weiteren Arbeit mit der Studie bei BDKJ und MISEREOR gedacht.

Die regionalen Veranstaltungen richten sich an haupt und ehrenamtliche Mitarbeiter/innen, Leitungen und Referent/innen in der Jugendverbandsarbeit, kirchlichen Entwicklungszusammenarbeit und Jugendpastoral. 

ReferentInnen   
Steffi Dittrich, Geschäftsführerin SINUS-Milieu-Studie U27
Gudrun Grünweller-Hofmann, Dozentin, Abteilung Düsseldorf
Markus Etscheid, Referent für Kirchenpolitik und Jugendpastoral an der BDKJBundesstelle 
Programmablauf
10:30     Begrüssung/Einführung • Thomas Antkowiak • Dirk Tänzler
11:00     Die "SINUS-Milieu-Studie U27" • Wie ticken Jugendliche? Einblicke - Fakten - Ergebnisse • 
12:15     Einschätzung und Kommentare
12:45     Organisatorisches zur Gruppenarbeit
13:00     Mittagsimbiss/Pause
14:00     Gruppenarbeit zur Bedeutung und Umsetzung der Ergebnisse für die unterschiedlichen Bereiche der Jugendarbeit
15:15     Kaffee
15:45     Kurzpräsentation der Ergebnisse aus der Gruppenarbeit
16:30     Zusammenfassung und Ausblick Familie, Schule, Ausbildung, Freundeskreis, Globalisierung, Internet, Chat ...
17:00     Ende der Veranstaltung
Tagungsgebühr 20.oo Euro
Nähere Angaben und eine Wegbeschreibung gehen Ihnen vor der Veranstaltung unaufgefordert zu. Die Anmeldung zum Fachtag kann innerhalb von 14 Tagen kostenfrei schriftlich widerrufen werden. Erfolgt der schriftliche Widerruf nach dieser Frist, wird eine Stornogebühr erhoben, deren Höhe vom Zeitpunkt des Widerrufs abhängig ist.
Anmeldung bei:
Katholische Akademie für Jugendfragen
Carl-Mosterts -Platz 1
40477 Düsseldorf
E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spam-Bots geschützt, Sie müssen Javascript aktivieren, damit Sie es sehen können
Fax: 0211/4693-120
www.kath-akademie.de
 

 
 
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