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Jugendkirche entspricht den Herausforderungen PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von pierre roh   
Dienstag, 15. Januar 2008

In verschiedenen Gesprächen und Diskussionsprozessen der christlichen Landeskirchen geht es um den Stellenwert und die Bedeutung der parochialen Grundstruktur. Der Wiesbadener Landesbischof Dr. Friedrich Weber erklärte bereits am 13. November 2006, dass die im Impulspapier (des Rates der EKD - Red.) vorgenommene Differenzierung zwischen 'Gemeinden rein parochialer Struktur' und Profilgemeinde nicht hinreichend seien und:

 "Viele Parochialgemeinden haben bereits differenzierende Züge eines speziellen Profils entwickelt, ohne daraus die Folgerung zu ziehen, dass diese Profilierung sie zur Kultur-, Diakonie- oder Jugendkirche mache. Entscheidend ist, dass die im Impulspapier vorgenommene Betonung der Profilgemeinden mit ihrer Spezialisierung nicht zu einer gefährlichen Ausdünnung des parochialen Netzes führt."
Der katholische Bischof Reinhard Marx sieht, dass es nicht zukunftsträchtig wäre, "in allen alten Strukturen weiterzumachen". Gemeinden müssen neue Formen finden, mit denen der Glaube am besten weitergegeben werden kann. Jugendkirchen stellen sich diesen Anforderungen mit neuartigen  Gottesdiensformen, Freizeigestaltungen und ständig wachsendem Erfolg.
 
"Es geht nicht ausschliesslich um die Erhaltung von Pfarreien". fährt Marx fort, "sondern um die Kirche, das Volk Gottes, das sich im Laufe der Geschichte unterschiedlich organisierte und nicht nur eine bestimmte Sozialform hat, sondern immer wieder neue Formen finden kann." Das könnten "auch grössere Einheiten" sein. Die Kirche befinde sich "in einem wirklichen Umbruch". Marx tritt am 2. Februar sein Amt als neuer Erzbischof von München und Freising an.
 
Im Bischofsbericht 2007 stellte Landesbischof Frank Otfried July vor der  13. Württembergischen Evangelischen Landessynode zu dem thema "Parochiale und überparochiale Gemeindestrukturen" fest:
"Kirchenleitende Verantwortung hat hier auf Entwicklungen  und Veränderungen zu achten, sie wahrzunehmen, sie zu bewerten und zu beurteilen und dann Konsequenzen daraus zu ziehen. Besonders wichtig scheint mir zu  sein, hier nicht nur zu reagieren, sondern auch gestaltend zu wirken. 

Es wird immer wieder gefragt, ob diese parochiale Grundstruktur kirchlichen  Arbeitens und Handelns den gegenwärtigen Herausforderungen noch in guter  Weise entsprechen kann oder ob es nicht sinnvoll und angemessen ist, vermehrt  auch neue Strukturen zu schaffen. Ich nenne beispielhaft Personalgemeinden, Richtungsgemeinden, City- und Jugendkirchen, von denen wir ja schon einige haben. An diesem Punkt ist auch das EKD-Impulspapier 'Kirche der Freiheit' mit sehr  konkreten Vorstellungen an die Öffentlichkeit getreten.

So wird programmatisch  gefordert, die Vielfalt evangelischer Gemeindeformen zu bejahen, zu der zwangsläufig 'Ergänzungen' der klassischen evangelischen Parochialgemeinde gehören. Nur so sei 'eine vereinsmässige Ausrichtung' der Parochialgemeinde, die häufig  'mit deutlicher Milieuverengung' einhergehe, zu vermeiden. Nur so könne man  die gegenwärtigen missionarischen Herausforderungen bewältigen (so das EKD-Impulspapier, S. 54)."

 
 
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