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Kirche in Braunschweig wird Jugendkirche PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von pierre roh   
Montag, 12. November 2007
 
Kirchenreformen und die Finanzen für das Jahr 2008 berät die 18. Tagung der X. Landessynode der Evangelisch-lutherischen Landeskirche in Braunschweig vom 15. bis 17. November 2007 in der Tagungsstätte des Hauses Hessenkopf. Es ist zugleich ihre letzte Tagung in der laufenden Legislaturperiode und ihre erste, in der konkrete Vorlagen für eine Jugendkirche in Braunschweig diskutiert werden, die dann zu einer positiven Entscheidung führen sollten. Bereits bei seiner Frühjahrstagung fasste das braunschweigsche Kirchenparlament den Beschluss, in Braunschweig eine Jugendkirche einzurichten. Bis zur Herbstsynode sollte dafür ein konkreter Finanzierungsvorschlag erarbeitet werden.

Die Landessynode ist die Versammlung von gewählten und berufenen Kirchenmitgliedern, die beratend und beschliessend an der Leitung der Landeskirche mitwirkt. Die Landessynode hat wichtige Funktionen bei der Rechtsetzung: sie hat die Gesetzgebungskompetenz, die Beschlusshoheit über die Einführung und Änderung von Gottesdienstordnungen (Agenden), Gesangbüchern und Ordnungen des kirchlichen Lebens. Ihr obliegt die Finanzhoheit einschliesslich der Haushaltsplanung. Ferner wählt die Landessynode den Landesbischof, die Oberlandeskirchenrätinnen und - räte und die Mitglieder der Kirchenregierung.

Ausserdem entsendet sie Mitglieder in andere Synoden - etwa der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) und der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands (VELKD). Die Landessynode kann über alle Angelegenheiten der Landeskirche beraten und sich mit Kundgebungen an die Gemeinden wenden. Sie wird alle sechs Jahre zum 1. Januar neu gebildet. Die Amtszeit der gegenwärtigen X. Landessynode der Evangelisch-lutherischen Landeskirche in Braunschweig endet am 31. Dezember 2007.

Deshalb sind bis spätestens 15. November 2007 in den dreizehn Propsteisynoden Neuwahlen durchzuführen. Je nach Gemeindegliederzahl der Propstei werden insgesamt 15 ordinierte und 30 nichtordinierte Landessynodale gewählt. Die Gesamtzahl der für die XI. Landessynode zu wählenden Mitglieder beträgt somit 45. Durch die Kirchenregierung werden acht weitere Personen berufen, so dass die XI. Landessynode aus 53 Mitgliedern bestehen wird.

Zur Diskussion steht dann ab dem 15. November in Goslar erneut die Errichtung einer zentralen Verwaltungsstelle in der Landeskirche. Ein entsprechender Gesetzentwurf hatte in der Junitagung die für eine Verfassungsänderung notwendige Zweidrittelmehrheit verfehlt und wurde von der Kirchenregierung zunächst zurückgezogen. Nunmehr liegt den Synodalen ein veränderter Entwurf vor, der den Gemeinden und Propsteien eine grössere Mitwirkung an der Einrichtung einräumt. Ziel ist es, die Verwaltung zu optimieren und Kosten in diesem Bereich einzusparen.

Auf der Tagesordnung stehen ausserdem neue gesetzliche Regelungen zum Bestattungswesen, die künftige Gestaltung der evangelischen Printpublizistik und die Entwicklung einer Jugendkirche in Braunschweig.

Im kommenden Jahr Jugendkirche

"Die Kirchenreformdiskussion der letzten Jahrzehnte und auch die aktuelle Mitgliedschaftsuntersuchung der EKD ("Kirche in der Vielfalt der Lebensbezüge") haben eine Erkenntnis zu Tage gefördert, die wir auch in einer neuen Phase der Umstrukturierung berücksichtigen sollten:

Die religionskulturelle Prägung einer Gesellschaft hängt weniger von einer bestimmten organisatorischen Form der Kirche ab - vielmehr entscheidet es sich, ob Menschen Christen werden und bleiben wollen, daran, dass christliches Leben in der primären religiösen Sozialisation nachhaltig und Vorbild gebend präsent ist", referierte Pfarrer Dieter Rammler, Direktor des Predigerseminars Braunschweig, auf der Propsteisynode Braunschweig am 20. Juni 2007 im Franziskussaal St. Ulrici im Rahmen des Synodenthemas 'Der kirchliche Auftrag im Wandel der Zeit. Zukunftsmodelle, Wege und Abwege'.

"Es hängt also von den Menschen ab, die anderen innerhalb der kirchlichen Bildung in Familie, Schule, KU, Jugendarbeit etc. Grundlagen und Einstellungen zum christlichen Glauben authentisch vermitteln. Das aber sind Aufgaben, die wir nicht mehr einer einzelnen Gemeinde allein überlassen können", fuhr er fort. "Hier sind alle kirchlichen Orte, seien sie nun parochial oder nicht-parochial geordnet, in der Pflicht zur Mithilfe und Zusammenarbeit, zur Kreativität und Innovation. Das Beispiel einer Braunschweiger Jugendkirche wiese meiner Ansicht nach in die richtige Richtung."
 
 
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