Nach langer Diskussion in Arbeitsgruppen, hat die Synode des Evangelischen Kirchenkreises Wittgenstein in Bad Berleburg entschieden, dass der Kreissynodalvorstand (KSV) und der Jugendausschuss das Modell eines "Kompetenzzentrums Jugendarbeit (KZJ)" weiter konkretisieren solle, während eine Jugendkirche (vorerst) nicht in Frage komme, da eine Gemeindenähe nicht gewährleistet werden könne. Eine endgültige Entscheidung über die Umsetzung und Finanzierung des KZJ wird voraussichtlich aller Wahrscheinlichkeit nach erst auf der Sommersynode 2008 fallen.
Muss man Untergeschobenes nehmen?
Zwei Konzepte hat der Jugendausschuss unter externer Beratung erarbeitet und dem KSV im April vorgelegt. Die Modelle des "Kompetenzzentrums Jugendarbeit" und der "Jugendkirche" sahen je vier hauptamtliche Mitarbeiter vor und eventuell die Unterstützung durch eine halbe Pfarrstelle.
Der zukünftige Superintendent Stefan Berk stellte diese Konzepte der Synode vor, betonte aber die Grundsätze "Gemeindenähe" und "Flexibilität". Gemeindenähe bedeute, dass vor allem die Arbeit in den Gemeinden gestützt und gestärkt werden müsse. Flexibilität, bedeute, dass ein Konzept nicht von einer bestimmten Mitarbeiterzahl abhängig sein dürfe, weil der Kirchenkreis aus eigenen Mitteln nur eine hauptamtliche Stelle finanzieren könne.
Ausserdem befinde sich der Kirchenkreis mit den drei fristgerecht gekündigten Mitarbeitern in einem Arbeitsrechtsstreit. Das mache die Ausführung des Beschlusses für ein Moratorium bis Ende 2007 erst einmal unmöglich. "Was die Jugendarbeit angeht, sind wir in einer Erstarrung", machte Berk in einem Pressegespräch deutlich.
Der KSV hatte das Modell der "Jugendkirche" favorisiert, weil es "Jugendarbeit von einem neuen Ansatz her" denke, wohingegen das Kompetenzzentrum "auf den ersten Blick als eine Weiterentwicklung der jetzigen Form" erscheint, so Berk.
In den Arbeitsgruppen überwogen in den Diskussionen aber die Nachteile der Jugendkirche, u. a. die geographische Ferne von den einzelnenen Gemeinden. Deshalb wurde der Beschluss zum Ausbau des Konzeptes für das Kompetenzzentrum gefasst.
Bei Jugendlichen und Ehrenamtlichen überwiegt die Enttäuschung, die Konzepte nicht mit der aus ihrer Sicht erforderlichen Stellenzahl durchgesetzt zu haben. Andererseits bietet diese Entscheidung nun auch die Möglichkeit, ganz gezielt an der Konkretisierung des Konzeptes zur arbeiten. Das fertige Konzept könnte dann in der Herbstsynode vorgestellt werden. Wichtig ist diese Teilentscheidung auch für die Erarbeitung eines Foundraising-Konzeptes, dass auf das Modell zugeschnitten werden kann.
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