Von "Kirche bei Gelegenheit" über "Geist und Geld" bis zum "Jugend in der Kirche" und vieles andere mehr: Das Themenspektrum des ersten badischen Gemeindeentwicklungskongresses wurde nach Angaben der Veranstalter bewusst sehr gross gewählt. "Wir wollen auf diesem Kongress mannigfaltige Impulse für die Planung kirchlicher Arbeit vor Ort geben", so Landesbischof Ulrich Fischer in Karlsruhe. "Da sind unzählig viele Schätze zu entdecken." Auch für die Jugendkirchen-Projekte?
"Vertraut den neuen Wegen" - unter diesem Motto steht der erste Gemeindeentwicklungskongress der Evangelischen Landeskirche in Baden am kommenden Samstag, 22. September, im Kongresszentrum in Karlsruhe. Erwartet werden über 1.500 Teilnehmer. Bei der Veranstaltung sollen verschiedene Modelle der Gemeindearbeit präsentiert sowie in 20 Foren und einem "Markt der Möglichkeiten" Beispiele aus der Praxis dargestellt werden.
Wege zur Erneuerung der Volkskirche
Schon in der Vorbereitung des Kongresses habe man darauf geachtet, möglichst viele Gemeinden und Arbeitsfelder der Landeskirche einzubeziehen, berichtet der Landesbischof. Hintergrund des Kongresses sei auch das Perspektivpapier der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD). Doch sei dies nur ein Impuls gewesen, aus dem der Kongress erwachsen sei. "Die Idee hatten wir schon vorher", so Fischer. Ihm liege am Herzen, in der Landeskirche und bei der Arbeit in den Gemeinden vor Ort immer wieder neue Impulse aufzunehmen und sich gegenseitig über gelungene Projekte auszutauschen.
Mit Michael Herbst, Theologieprofessor aus Greifswald, konnte ein Experte für das Thema Gemeindeaufbau gewonnen werden. Herbst, der das Institut zur Erforschung von Evangelisation und Gemeindeentwicklung in Greifswald leitet, will Wege zur Erneuerung der Volkskirche aufzeigen. Bei den 20 Foren arbeiten Mitarbeiter aus unterschiedlichen Aufgabenbereichen der Landeskirche mit. "Die Teilnehmer sollen vor allem ihre eigene Praxis durch den Kongress bereichern können", umreisst Landesbischof Fischer die Zielrichtung des Kongresses.
Wer gehört denn zu der Planungsgruppe?
In der Planungsgruppe waren sowohl Vertreterinnen und Vertreter aus Gemeinden und Kirchenbezirken als auch einige Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Evangelischen Oberkirchenrates. 20 Monate Vorbereitungszeit stecken in dem Kongress, eben weil wir das Programm sehr partizipativ gestaltet haben. Nicht der Oberkirchenrat macht einen Kongress, sondern von Anfang an waren Kirchenbezirke und Kirchengemeinden beteiligt. In diesem Jahr wird der Henhöfertag in den Gemeinde-Entwicklungs-Kongress integriert sein. Das heißt, das Amt für Missionarische Dienste, aber beispielsweise auch die Gemeindeberatung und das Hohenwart-Forum waren stark an der Vorbereitung beteiligt.
Welche Richtung vertreten die beiden Hauptreferenten?Die beiden stehen für unterschiedliche Gemeindeentwicklungskonzepte. Michael Herbst leitet das Institut für Evangelisation und Gemeindeentwicklung an der Universität Greifswald. Er steht für ein Gemeindeentwicklungskonzept, das in einer offenen Form evangelistische Initiativen, Gemeindepflanzungs- und Kleingruppenkonzepte beispielsweise aus England aufnimmt. Uta Pohl-Patalong hat den Begriff des "kirchlichen Ortes" geprägt. Jeder "kirchliche Ort" soll ein gottesdienstliches Leben mit einem inhaltlichen Schwerpunkt verbinden, beispielsweise mit einem diakonischen, mit der Kirchenmusik oder mit Bildungsarbeit. Uta Pohl-Patalong steht für eine plurale und auf die Gesellschaft bezogene kirchliche Arbeit.
Vorträge sind ja nur ein Teil des Programms. 
Vormittags und nachmittags wird es 20 Foren geben. Was sind deren Themen? Die 20 Foren wurden von einer Planungsgruppe inhaltlich skizziert und ausgewählt. Sie beschäftigen sich mit aktuellen Themen wie beispielsweise "Kompetent leiten", "Geist und Geld", "Jugend (in der) Kirche" oder "Bibel in Szene setzen". Ein bunter Blumenstrauß von Themenangeboten, jede und jeder wird für seine Situation und seine Gemeinde vielfältige Anregungen finden. Wichtig ist, dass in unseren Gemeinden die Beheimatung im christlichen Glauben gestärkt wird, dass Gemeinden ausstrahlen in die Gesellschaft und sich Schwerpunkte setzen.