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"Sind wir nicht alle Papst / sind wir nicht alle Luther?" ist das Motto, unter dem sich am Sonnabend, 8. September, evangelische und katholische Jugendliche in der Jugendbildungsstätte der Diözese Hildesheim, Haus Wohldenberg bei Hildesheim, treffen. Sie diskutieren das ökumenische Statement, das die internationalen Jugenddelegationen für die 3. Europäische ökumenische Versammlung verfasst haben, die zurzeit in Sibiu (Rumänien) stattfindet.
Veranstaltet wird das Treffen von der Evangelischen Jugend in der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers und dem Bund der Katholischen Jugend Diözese Hildesheim.
In dem Statement betonen die Delegierten, dass die junge Ökumene für die Erneuerung des Konziliaren Prozesses für Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Schöpfung stehe. Sie fordern, dass die europäischen Kirchen sich für den Schutz der Menschenrechte einsetzen sollen.
"Die Mauer von Vorurteilen zwischen den Konfessionen abzubauen" ist, so Dassler, das Ziel des ökumenischen Gottesdienstes (19.30 Uhr), mit dem die Versammlung beschlossen wird. "Und wir tun das auch tatsächlich, indem wir in der Kirche eine Mauer abbauen und aus den Steinen das Fundament eines Altars aufbauen" sagte sie. Während des Gottesdienstes wird außerdem via Internet ein Live-Kontakt zur Jugenddelegierten der hannoverschen Landeskirche in Sibiu, Lena Borgers, hergestellt.
Unter dem Motto „Das Licht Christi scheint auf alle. Hoffnung auf Erneuerung und Einheit in Europa“ werden im rumänischen Sibiu, ehemals Hermannstadt, bekennende Christen gemeinsamen Glauben feiern, für die Einheit der Christen beten und Impulse für die christliche Gestaltung Europas geben. Gemeinsam wollen sie einen Beitrag für den europäischen Verständigungs- und Integrationsprozess und für ein versöhntes, friedliches und gerechtes Europa leisten.
Papst Benedikt XVI. hofft, dass die Versammlung die Einheit der Christen in Europa voranbringt. Es müsse gelingen, "Begegnungsräume der Einheit in legitimer Vielfalt zu schaffen", unterstrich der Papst in einem am Mittwoch vom Vatikan veröffentlichten Grußwort an die Delegierten in Hermannstadt.
Erst vor wenigen Wochen hat ein vatikanisches Dokument für Verstimmung gesorgt, wonach die Kirchen der Reformation keine Kirchen im vollen Sinn seien. Bischof Wolfgang Huber, Ratsvorsitzender der Evangelischen Kirche Deutschland und einer der Kritiker der vatikanischen Erklärung, stellte dem entgegen, dass keine Kirche den Anspruch erheben sollte, sie allein könne das gesamte Spektrum abdecken. Der Dialog müsse weitergeführt werden, meinte wiederum Walter Kasper: Polemik helfe ebenso wenig wie eine "Kuschelökumene".
Für einen Vertreter der orthodoxen Kirche, Metropolit Kyrill von Smolensk und Kaliningrad, ist die Ökumene gar in einer Krise. Zu wenig werde nämlich von der Sünde gesprochen sowie der Notwendigkeit einer starken moralischen Basis. "Die moderne Welt wird uns nur hören, wenn wir ein echtes Signal aussenden", erklärte er.
Die Bemühung um Einheit im Christentum stand denn auch im Vordergrund der Ansprachen von Patriarch Bartholomaios I., Oberhaupt der Weltorthodoxie, wie auch von Kardinal Walter Kasper, Präsident des Päpstlichen Rates für die Einheit der Christen. Letzterer war es auch, der beschwichtigte: Es gebe keine ökumenische Eiszeit, sondern höchstens Missverständnisse.
Noch bis Sonntag diskutieren in Sibiu rund 2.000 Delegierte aus römisch-katholischen, protestantischen, orthodoxen und anglikanischen Kirchen sowie vielen Freikirchen des Kontinents. Ökumenische Versammlungen fanden zuvor 1989 in Basel und 1997 in Graz statt.
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