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Lübeck erlebte ein Stück Jugendkirche |
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Geschrieben von pierre roh
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Dienstag, 28. August 2007 |
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Jugendliche erleben Lübecks Kirchen mal ganz anders. Der Abenteuertag 2007 der Evangelischen Jugend Lübeck hat es wieder in sich: Unter dem Motto „Entdecke das Geheimnis des Kaufmanns" haben 50 Jugendliche in fünf Gruppen knifflige Rätsel und Aufgaben zu lösen. Höhepunkt des ersten Tages war am Nachmittag das Abseilen aus dem 18 Meter hohen Deckengewölbe der St.-Petri-Kirche - ein echtes Abenteuer mit Nervenkitzeleffekt.
Aus dem kleinen Loch in der Decke der St. Petri Kirche, schwindelerregende 18 Meter über dem Boden, hängen zwei Seile. Von da oben wollen sich einige Jugendliche abseilen. Die Frage, ob sie denn Angst vor dem Abseilen in die Tiefe haben, wird einstimmig verneint - klaro! Gruppenzwang und so. Mutiger wäre es sicher, sich seine Angst einzugestehen; Gott hat sie uns als humanoiden Selbsterhaltungstrieb mitgegeben - aber sie machen beim Abenteuertag bedenkenlos den (oder die) Muterprobten und sind nun ganz schön motiviert, auch ein Abenteuer zu bestehen. Ach, habt ihr das gewusst: Lübeck hat die grösste Kirchendichte in Deutschland - viel Fläche, um als Christ zu bestehen.
 Die Jugendlichen sehen mit den bunten Helmen auf dem Kopf wie Gipfelstürmer aus. Eingekleidet wurden sie mit professioneller Hilfe von Sonja Schade von Exeo, einem Verein für Erlebnispädagogik in der Hansestadt. Noch den Sicherheitsgurt angelegt und dann kann es für die fünf Mutigen losgehen auf einer ihrer acht Stationen durch Lübecks Kirchen. Später erkunden sie unter anderem das Gewölbe in St. Marien, balancieren auf einem Seil in der Aegidienkirche. Mit fünf Euro seid ihr dabei, wenn ihr euch unter Tel.: 0451/7902-155 anmeldet.
Kirche und Glauben sollen einfach mal anders erlebt werden. Denn "Kirche ist spannend und macht auch Spass", vermutet Nelli Fuhr, Diakonin und Hauptamtliche bei der Evangelischen Jugend. Sie schwärmt vom ersten Abenteuertag mit 50 Jugendlichen zwischen neun und 14 Jahren - mit denen hat man natürlich weniger Stress - die Klientel der Christenheit, die noch nichts hinterfragt - und wenn, dann wenig; leicht zu manipulieren. Bis sie es merken. Und dann leere Kirchen und entsetzte Gesichter, wenn das Salär gekürzt wird.
Für die Abenteurer beginnt die Gefahr mit dem Treppensteigen. Stufe um Stufe führt die abgenutzte Steintreppe ins Gewölbe der Petrikirche. Oben angekommen ist die Luft stickig und es riecht nach Holz.
Andreas Stehr, einer der 35 Ehrenamtlichen, ist für die Sicherheit verantwortlich. Er wartet auf die kleine Gruppe und amüsiert sich köstlich: "Das lockert und schafft eine entspannte Atmosphäre". Wenn sich keiner freiwillig zum Abseilen meldet, dann "mache ich auch mal kleine Auszählspielchen, wie: der Jüngste muss zuerst."
Bei den meisten reicht die kurze Einweisung, wo Hände und Füsse hingehören, schon schweben sie nacheinander durch das Loch in der Decke in den hellen Kirchenraum. Die Augen leuchten oder sind doch angstvoll zugekniffen, wenn die Wagemutigen unten landen - und am liebsten gleich nochmal.
Rund 200 Arbeitsstunden hatten die hauptamtlichen Organisatoren des Abenteuertages, Nelli Fuhr und der Jugendwart des Kirchenkreises Lübeck, Bernd Gaeble, seit Oktober 2006 für die Vorbereitung des Tages gebraucht. Über 30 Ehrenamtler wie Markus Benecke und Andreas Stehr von der Evangelischen Jugend wurden unter anderem im Sicherheitstraining ausgebildet und waren den ganzen Tag für die Kinder da. Sie sorgten für die Sicherheit der Kinder, die an Karabinerhaken und einem Flaschenzug, die zwei Tonnen tragen können, am Seil in die Tiefe schwebten.
Am Samstag kamen gleich 60 Jugendliche in die Kirche, zwängten sich durch die enge Öffnung, um mit lautem Jauchzer in die Tiefe zu stürzen.
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