Der vierte Jugendkirchentag der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau vom 22. bis 25. Mai 2008 in Rüsselsheim wolle, so sagte Kirchenpräsident Prof. Dr. Peter Steinacker bei einem Besuch des Planungsstabes, "jungen Menschen zeigen, wie man das Leben einrichten kann".
Dem Zeitgeist folgend, soll dieses Event unter dem Motto "Go(o)d days & nights" etwa 6000 Besucher zwischen 13 und 18 Jahren in die Stadt am Main rufen. Das Motto des Geschehens, das sich auf ein Jesus-Wort aus dem Johannes-Evangelium 10, Vers 10, bezieht, ist daher noch um "Voll das Leben 10.10" erweitert worden.
"Voll das Leben 10.10" ist denn auch das Thema, um das sich für die jugendlichen Besucher alles drehen soll. Ausgangspunkt ist das Johannesevangelium Kapitel 10, Vers 10: "Jesus Christus sagt: Ich bin gekommen, dass alle Leben im Überfluss haben." Für das jugendliche Publikum ist der eher locker formulierte Titel ansprechender. "Ich musste mich erst an das Thema gewöhnen", gab Steinacker zu. "Für meine Altersklasse ist es ja auch nicht gedacht. Wichtig ist, dass die Jugendlichen etwas damit anfangen können."

Präsident Steinacker nannte den Jugendkirchentag "eine der grossen Innovationen unserer Kirche". Habe er anfänglich geglaubt, die Jugend sei Zukunft der Kirche, so habe er sich von Landesjugendpfarrer Eberhard Klein insofern eines Besseren belehren lassen, als die Jugend "die Gegenwart unserer Kirche ist". Seinen "Werkstattbericht" vor Presse und Präsident bezeichnete Pfarrer Klein als "längst noch nicht fertig. Wir sind nie fertig".
Aus den Erläuterungen der Projektleiter Pfarrer Klein und Peter Roth, den pädagogischen Kräften Stefanie Fritzsche, Gaby Keller und Daniela Broda sowie Pressesprecher Helmut Völkel wurde deutlich, dass sich das Geschehen zwischen Stadt- und Luther-Kirche aufspannt und auf vielfältige Weise in Erscheinung treten wird. Dazu gehören der Eröffnungsgottesdienst in der Walter-Köbel-Halle ebenso wie das grosse Abschlussfest auf dem Marktplatz. Themenparks genannte Arbeitskreise vertiefen sich in "Voll das Leben 10.10: Bunt.Gemeinsam" sowie "Voll das Leben: Prima.Klima" und "Voll das Leben 10.10: Sehnsucht.Macht.Sinn", ferner "Voll das Leben 10.10: Und raus bist Du. Noch lange nicht."
Dem Vorbereitungsteam ist es wichtig, mit den Themenparks in der Festung, auf dem Mainvorland, am Treff, im Theater, auf dem Marktplatz und in der Stadtkirche nah an den Jugendlichen zu sein. Ein Zentrum wird den Themenschwerpunkt "Sehnsucht. Macht. Sinn!" behandeln, wo die Teilnehmer die Möglichkeit haben, sich sowohl mit Sinnsuche als auch mit Suchtproblemen auseinander zu setzen. Gesellschaftspolitische Fragen werden im Themenpark "Bunt. Gemeinsam!" im Mittelpunkt stehen.
Im Vergleich zu den vorangegangenen Jugendkirchentagen werde man verstärkt welt-, jugend- und gesellschaftspolitische Themen durch Veranstaltungen, Workshops und Informationsangebote aufgreifen, sagte Pfarrer Klein. Er fügte hinzu, dass ökumenische Begegnungen während des Kirchentages sowohl mit Katholiken als auch Muslimen eine Selbstverständlichkeit seien.

Gaby Keller verwies auf den innenstadtnahen Charakter der Veranstaltungen, welche sich beispielsweise von der City über das Mainvorland bis zur Festung und zum Treff erstreckten. Dazu gehöre am 24. Mai auch eine Party im LacheBad. Kostenloser Pendelverkehr sei ebenso beabsichtigt wie ein Kontakte zwischen Bereichen, "die bisher möglicherweise nichts miteinander zu tun hatten", wie Diplom-Pädagoge Peter Roth sagte.
Gerade in Rüsselsheim, einer Stadt mit einer sehr bunten Bevölkerung, will das Organisationsteam den Gemeinschafts- und Toleranzgedanken der Jugendlichen fördern. Grosse Jugendgottesdienste, Konzerte von Gemeinde- und Schülerbands sowie Sport- und Spielangebote soll es in allen Themenparks geben. Den grössten Anteil an Besuchern beim Jugendkirchentag bilden die Konfirmandengruppen, die mit ihren Pfarrern, Gemeindepädagogen und Betreuern aus der ganzen Landeskirche anreisen. Für sie gibt es als besonderen Veranstaltungsort eine sogenannte Konfi-Kirche, für die die Lutherkirche genutzt werden wird.
Voll des Lobes ist man hinsichtlich der Bereitschaft zur Unterstützung seitens der Stadt Rüsselsheim. Sieht man von der Übernahme einer der Prominenten-Patenschaften durch Oberbürgermeister Stefan Gieltowski ab, so bleiben immer noch die Bereitstellung eines Dutzends von Übernachtungsschulen. Auch die billige Überlassung des Büros an den Planungsstab in der Waldstrasse gehört zur Unterstützung. Dort war einst das Hochbauamt untergebracht.
Zufriedenstellend sei auch die Zusammenarbeit mit ortsansässigen Institutionen. Erste Gemeinschaftsprojekte laufen bereits: Momentan etwa bringen Jugendliche und alte Opelaner zusammen einen in die Jahre gekommenen Opel Blitz wieder auf Vordermann, der als Werbemobil eingesetzt werden soll.
Steinacker zeigte sich begeistert von der bisherigen Arbeit. Er sieht den Jugendkirchentag als "grosse Innovation unserer Kirche". Für das Team in Rüsselsheim steht jetzt, nach dem Besuch des Kirchenpräsidenten, die Vertiefung in die inhaltliche Konzeption der "go(o)d days and nights" auf dem Plan.
Der Jugendkirchentag beginnt am 22. März mit einem grossen Eröffnungsgottesdienst in der Walter-Köbel-Halle und anschliessendem Konzert. An den beiden folgenden Tagen können die Besucher die Themenparks auf eigene Faust erkunden und die Angebote dort nutzen. Ein Abschlussgottesdienst auf dem Marktplatz beendet den Jugendkirchentag am 25. März.