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Trotz Strukturreform bleibt die Jugendkirche bestehen PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von pierre roh   
Samstag, 18. August 2007
veni_2006_0.jpgSollten wirklich alle Mitglieder der Gemeinden der Einladung von Kreisdechant Heinz Ditmar Janousek Folge leisten, dürfte schwerlich der Platz in der Schwelmer Marienkirche ausreichen: Denn rund 19 400 Katholiken aus Gevelsberg, Ennepetal und Schwelm gehören zur Grosspfarrei St. Marien, die am 28. Oktober in einer festlichen Eucharistiefeier seelsorgerisch von Bischof Dr. Felix Genn gegründet wird. Daneben befindet sich auch das katholische Rheingau im Wandel.
Das Kreuz über St. Marien in Schwelm strahlt künftig über dem Sitz der neuen, für drei Gemeinden zuständigen, Grosspfarrei. St. Marien ist dann eine von 43 neuen Grosspfarreien im Bistum Essen, zu denen die bisher 259 Pfarrgemeinden zusammengefasst wurden.

Hintergrund dieser Massnahmen ist die desolate Haushaltslage des Bistums, denn aufgrund sinkender Einwohnerzahlen und hoher Arbeitslosigkeit brechen die Kirchensteuereinnahmen drastisch weg.

Neustrukturierung im Personalbereich

In Zahlen bedeutet dies, dass bis 2009/10 rund 70 Millionen Euro (1/3 des Jahresetats) im Bistum eingespart werden müssen, was kurzfristig nur im Personalbereich mit entsprechendern Neustrukturierung der Pfarreien möglich ist.

Im heutigen Kreisdekanat Hattingen-Schwelm werden neben St. Marien zwei weitere Grosspfarreien errichtet: St. Peter und Paul Witten-Herbede (15 000 Katholiken) sowie St. Peter und Paul Hattingen (20 000 Mitglieder).

Für die jeweils über 6 000 Katholiken der drei Kommunen im EN-Südkreis bedeutet dies folgende neue Gemeindezusammensetzung: St. Engelbert in Gevelsberg; in die die kleinere Pfarrei Liebfrauen eingegliedert wird, unter Beibehaltung der Gotteshäuser. Die Kirche Auferstehung Christi wird die Hauskapelle des Altenheimes Haus Maria Frieden bleiben (ohne Zuweisung von Kirchensteuermitteln). Die italienische Gemeinde (Missione Cattolica) verfügt über eigene Räumlichkeiten und feiert ihre Sonntagsdienste in Gevelsberg (St. Engelbert) und in Ennepetal (Herz-Jesu).

In die Gemeinde Herz-Jesu in Ennepetal wird die Pfarrei St. Johann Baptist eingebunden, wobei auch hier die Kirchenstandorte in Milspe und Voerde erhalten bleiben. Die kroatische Gemeinde (Einzugsgebiet ist das gesamte Kreisdekanat) ist weiterhin in der Kirche St. Martin am Büttenberg beheimatet.

veni_flagge.jpgFür die Gemeinde St. Marien Schwelm bleiben die Kirchen St. Marien und Heilig Geist erhalten, wobei letztere im Schwerpunkt als Jugendkirche und Ökumenisches Zentrum genutzt wird (siehe auch: "VENI! - JUGENDKIRCHE HEILIG-GEIST").

Zu dieser Entscheidung passt auch, dass die Jury, die den Jugendpreis der Stadtsparkasse Emmerich-Rees den mit 5000 Euro dotierten Wettbewerb (der ehrenamtliches Engagement junger Menschen belohnen soll) jetzt entschieden hat, wer sich in diesem Jahr das Preisgeld teilt. 'veni ! Jugendkirche Heilig Geist' gehört du den Preisträgern. Aus der Begründung der Jury: Das Projekt der Jugendlichen aus der Pfarrgemeinde zog viele Jugendlichen in die Kirche. Es ging um Gebet, Geselligkeit und eine neue Erfahrung mit der Kirche.

Die Strukturreform mit ihren Sparvorgaben bedeutet für das Dekanat-Schwelm, dass etwa 40 Prozent der Stellen bis 2009 einzusparen sind. Die bisher 13 hauptamtlichen Stellen im nichtpastoralen Bereich müssen so auf 6,5 Stellen reduziert werden. Betriebsbedingte Kündigungen soll es, so Prälat Janousek im Gespräch mit der Rundschau, nur im unvermeidlichen Ausnahmefall geben. Möglichst alle Stellen sollen über Vorruhestandsregelungen und über Verrentung abgebaut werden.
 
Auch der katholische Rheingau befindet sich im Wandel

Im Rahmen des Bistumsprojekts "Sparen und erneuern" wurde das Bezirksamt in der Pfarrscheune der Gemeinde Heilig Kreuz in Geisenheim als Dienstleister aufgelöst. Mit den Bezirken Wiesbaden und Untertaunus wird stärker in den Bereichen Schule, Caritas und Erwachsenenbildung zusammengearbeitet. Nicht länger vom katholischen Bildungswerk bezuschusst werden, nur weil sie in kirchlichen Räumen stattfinden.

Bei Weiterbildungen zu theologischen Themen werde, so der kommissarische Bezirksdekan Holger Daniel, jedoch nicht der Rotstift angesetzt.

Weil der Unterhalt für die kleine Gemeinde zu aufwändig wurde, hat sich in Johannisberg das Bistum vom Pfarrzentrum im ehemaligen Kloster getrennt. Stattdessen investierte das Bistum in ein neues kleineres Pfarrzentrum in der Ortsmitte, das zugleich das Pfarrbüro, den Pflegedienst beherbergt sowie einen Gottesdienstraum für Messen an Werktagen.

Pfarrer Holger Daniel, der 26 Gremien angehört, die jeweils mindestens vier mal pro Jahr tagen, orientiert sich an folgender Leitlinie: Wir konzentrieren uns auf die kirchlichen Kernaufgaben, die Verkündigung des Evangeliums und die Seelsorge. Auch muss der Weg von der "versorgten zur sorgenden" Gemeinde gehen.

Die ökumenische Zusammenarbeit soll verstärkt werden - so z.B. arbeitet der Bezirk im Ökumenischen Forum Kirchen im Welterbe Mittelrheintal mit und erstellt mit der evangelischen Kirche eine Neuauflage über die Gotteshäuser. Darüber hinaus laufen die Vorbereitungen für das Kreuzfest 2008 in Geisenheim.

Radikal gekürzt werden, wie unter anderem bei der Basilika St. Aedidius Mittelheim, die Gelder für den Unterhalt. Aufgelöst wurde vor drei Jahren das katholische Jugendamt in Geisenheim. Stattdessen wurde die Jugendkirche Kana in Wiesbaden installiert. Für die jungen Leute aus der Region ist damit die Anfahrt länger, das Angebot dafür grösser.

Die Jugendkirche Kana ist offen für alle Jugendlichen mit ihren unterschiedlichen Erwartungen und Bedürfnissen. Nicht anders ist Jesus Menschen begegnet. Damit Jugendliche ihre Jugendkirche mitplanen und -gestalten, gibt es einen Mitarbeiter/innenkreis, in dem sich Jugendliche bei verschiedenen Aktionen in der Planung und Durchführung von Veranstaltungen engagieren.


Die Jugendkirche macht Angebote in folgenden Bereichen:

    * Projekte (z.B. in den Bereichen Musik, Theater, ...)
    * Events (z.B. Band contest)
    * Spirituelle Angebote (Jugendgottesdienste on air, Glaubenskurse)
    * Ausstellungen
    * Beratungsangebote
    * Zielgruppenangebote z.B. Oasentag mit Firmanden oder mit Schulklassen
    * thematische Arbeit mit Schulklassen


Der Jugendgottesdienst in KANA. An jedem 1. und 3. Sonntag im Montag um 18.00 Uhr (mit Ausnahme der Ferien).
 

 
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