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Jugendkirche Wien "vollendet" Turmbau PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von pierre roh   
Samstag, 18. August 2007
 
Zum Papstbesuch tut sich einiges in Wien. So wird von 7. bis 9. September der "Steffl", seine ursprünglich geplanten zwei Türme haben. Die moderne Lasertechnik macht's möglich. Mittels Licht wird die Katholische Jugendkirche Wiens den nie zuende gebauten Nordturm des Stephansdoms von 68 auf 137 Meter vergrössern.
 
Nordturm 1999/2000Urspünglich hätte der Dom zu Wien zwei gleich hohe Türme bekommen sollen, doch wurden die Arbeiten am Nordturm in einer Höhe von 68 Metern eingestellt. Nur der Südturm wurde vollendet. Während der drei Tage des Papstbesuchs will die in der "Jugendkirche Wien" engagierte Jugend die Laser-Illusion eines fertiggebauten Nordturms schaffen.

Der Torso wurde schliesslich mit einer Renaissancehaube bekrönt. Zum Besuch von Papst Benedikt XVI. wird nun aber auch der Nordturm in seiner ursprünglich geplanten Höhe von rund 137 Metern "erstrahlen": Mittels Lasertechnik wird während der drei Tage, die der Papst in Österreich zu Gast ist, der Nordturm in den Himmel projiziert. Möglich macht das das die "Jugendkirche Wien", ein Projekt der Katholischen Jugend der Erzdiözese Wien. Finanziell unterstützt wird das Projekt von "Raiffeisen".

Dompfarrer Toni Faber sieht in dem Projekt ein Symbol für eine junge Kirche, "die sich sehnsüchtig nach dem ausstreckt, was wir Älteren noch nicht zusammengebracht haben, zugleich aber auch demütig annimmt, dass nicht alles möglich ist". Eine jugendliche Erneuerung der Kirche sei immer wieder notwendig, so Faber.

Südturm wird beflaggt

Auch nicht wirklich fertiggestellt wird die Renovierung des real existierenden Südturms. Eine Überraschung wird es denn auch bei der "ewigen Baustelle" Südturm geben, wie Dompfarrer Faber ankündigt. Der Turm war bereits die vergangenen sechs Jahre im unteren Bereich eingerüstet, nun liegt die Turmspitze "hinter Gittern".
 
SüdturmDer Aufwand, extra für den Besuch des Heiligen Vaters, das Gerüst abzubauen, sei zu gross, es wird aber die 40 Meter hohe Spitze mit einer speziellen Kirchenflagge ausgestattet, so Faber: "Dann sieht es nicht mehr nach einer Baustelle aus, sondern wie ein kirchlicher Fingerzeig in den Himmel".

Das Bauvorhaben an der Westfassade ist ebenfalls vom Papstbesuch betroffen. Hier waren die Restaurierungsarbeiten ursprünglich schon für das Frühjahr vorgesehen. Sie wurden aber verschoben und werden erst in der Woche nach dem Papstbesuch in Angriff genommen.
 
Die Westfassade wird dann für vier Jahre eingerüstet sein. Für die permanenten Renovierungsarbeiten am "Steffl", dem Symbol Wiens und Österreichs, werden jährlich insgesamt zwischen 2,2 und 2,5 Millionen Euro benötigt. Fast der gesamte Betrag wird über Spenden aufgebracht; einen wesentlichen Anteil trägt der Verein "Rettet den Stephansdom" bei.
 
Drei Tage Papstbesuch

Mehr als 40.000 Menschen erwartet Dompfarrer Toni Faber am 9. September in der Wiener Innenstadt, wenn Papst Benedikt XVI. im Stephansdom eine Messe liest und ein Bekenntnis zur Sonntagskultur abgeben will. Etwa 3.000 Menschen werden bei der Papstmesse im Dom dabei sein können. 40.000 rund um den Dom zum Angelusgebet.               
 
"Ganz bewusst besucht der Heilige Vater auch die Pfarrgemeinde von St. Stephan", freut sich Faber. Die Vorbereitungen darauf bezeichnete er teils als nervenaufreibend. Aber alles sei "gut auf Schiene", wenngleich Tausende nicht im Dom bei der Papstmesse dabei sein können. Die Frage werde sein, "was christliche Sonntagskultur an Ermutigung, an Freiheit, an Entspannung und Musse schenken kann".

Beim Gottesdienst wird die Mariazeller Messe von Joseph Haydn gespielt, "eine Hommage an den Höhepunkt dieses Papstbesuches", so Faber. Die liturgischen Rollenträger sollen vor allem von jenen besetzt werden, die zur Pfarrgemeinde, zum Pfarrgemeinderat und zu den ehrenamtlichen Mitarbeitern gehören.
 
Bei der Messe soll der Papst laut Faber ein Bekenntnis zur Sonntagskultur abgeben, "was Sonntagskultur der Gesellschaft geben kann, das wollen wir in den Vordergrund stellen". Die Frage werde sein, "was christliche Sonntagskultur an Ermutigung, an Freiheit, an Entspannung und Musse schenken kann". Zum Einsatz kommt im Stephansdom der mit 80 Personen in der Stammbesetzung auftretende Domchor gemeinsam mit einem kompletten klassischen Orchester.
 
Zum Programm nach der Messe meinte Faber, der Papst werde aus dem Dom herauskommen, mit den Menschen das Angelusgebet sprechen, eine kurze Ansprache halten und den Segen geben – "ein Bad in der Menge nehmen".

Der Sonntag, der 9. September, wird der dritte und letzte Tag des Papstbesuches in Österreich sein. Neben der Messe im Stephansdom sind vor der Abreise noch ein kurzer Abstecher ins niederösterreichische Stift Heiligenkreuz geplant.

Ein Papst besucht erstmalig das Stift Heiligenkreuz

Erstmals in der 874-jährigen Geschichte des Stiftes Heiligenkreuz wird ein Papst das traditionsreiche und hochaktive Kloster im Wienerwald besuchen. Abt Gregor Henckel Donnersmarck, der den Papst seit mehr als dreissig Jahren persönlich kennt, meinte gegenüber den Medien am Donnerstag, er habe "es eigentlich nicht zu hoffen gewagt".

Zu fragen jedoch wagte er, und so kommt der Papst nun auf eigenen Wunsch in das Stift, das 20 Pfarreien im Umland betreut und sich über einen Nachwuchs-Boom freuen kann, und zu der ersten Hochschule, die seit Jahresbeginn als "Päpstliche Philosophisch-Theologische Hochschule Benedikt XVI. Heiligenkreuz" seinen Namen trägt. Dieser Besuch gelte wohl auch den anderen in Österreich aktiven und die Seelsorge massgeblich mittragenden Stiften, meint der Abt von Heiligenkreuz.

Ein grosses Glaubensfest soll dieser Tag werden, an dem nicht nur vier Messen, sondern auch musikalische Einlagen verschiedener Art angeboten werden. Der Besuch des Papstes in Heiligenkreuz werde, wie Rektor Karl Wallner formuliert, "kurz und bunt".
 
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