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Jugendkirche gedenkt Mariä Himmelfahrt PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von pierre roh   
Dienstag, 14. August 2007
 
 
 
 
 
Maria Himmelfahrt: der Feiertag hat einen besonderen Klang in der katholischen Tradition. Wenn er heute um des schnöden Mommons willen gar zur Disposition gestellt wird, dann vergessen die Feiertagsabschaffer was Maria Himmelfahrt bedeutete und auch heute noch bedeuten kann. Über die Himmelfahrt Mariens wird zwar nicht direkt in der Bibel berichtet, jedoch werden einige Schriftstellen als Hinweise darauf gedeutet (vgl. z.B. Ps 132, 8; Hld 8, 5; Offb 11, 19.12, 1).
 
Bis in das frühe 7. Jahrhundert reicht der Feiertag zurück und soll doch von der Politik mit starkem Applaus aus der Wirtschaft zur Bedeutungslosigkeit degradiert werden. Es zeigt sich immer wieder, dass tradiertes Denken monetären Überlegungen weichen soll. Wenn ich mir überlege, was Wahlveranstaltungen kosten ...
 
Im 7. Jahrhundert feierte man das Fest "Aufnahme Mariens" in Gallien, es entwickelte sich ab dem 8. Jahrhundert zum Himmelfahrtsfest, zunächst in Rom am 15. August gefeiert, 813 wurde das Marienfest auch in Deutschland eingeführt.

In der römisch-katholischen Kirche ist es Ausdruck der Glaubenslehre, dass der Leib Marias in den Himmel aufgenommen wurde. Vom 13. Jahrhundert an wurde die Aufnahme Marias in den Himmel zu der immer grossartiger und festlicher dargestellten Szene der Marienkrönung. Papst Pius XII. verkündete im Jahr 1950 das Dogma "von der ganzmenschlichen Aufnahme Mariens in den Himmel".

Die Legende erzählt, dass die Jünger das Grab der Maria öffneten und darin nicht mehr Marias Leichnam, sondern nur noch Blüten und Kräuter fanden. Deshalb wird in der katholischen Kirche seit Jahrhunderten zu Maria Himmelfahrt eine Kräuterweihe vorgenommen: aus sieben verschiedenen Kräutern - die Zahl symbolisiert die sieben Sakramente oder die sieben Schmerzen Mariens - werden Sträusse gebunden und zur feierlichen Kräuterweihe gebracht (sieh auch:
Jugendkirche am 15.08. im Kräutergarten).

Die Sträusse werden dann auf dem Dachboden aufgehängt und sollen gegen Krankheiten, Unheil, Gewitter und Blitzschlag helfen, oft werden zerriebene Blätter davon kranken Tieren ins Futter gemischt; und in der gesamten Christenheit gehört er zu den Hochfesten, gleich Weihnachten und Ostern.

So alt wie der Feiertag ist auch der Brauch der Kräuterweihe


Vor allem im Alpenraum und in Süddeutschland wird sie an diesem Tag in den katholischen Gottesdiensten durchgeführt. Ein Brauchtum, der gerade in unserer Zeit für die Schöpfungsverantwortung und das Schöpfungsbewusstsein den Boden wieder neu bereitet.

Eng verknüpft mit dem Fest Mariä Himmelfahrt ist die so genannte Kräuterweihe. Woher diese Verbindung kommt, darüber lässt sich nur spekulieren. Eher unwahrscheinlich ist, dass der Ursprung in den Marienlegenden liegt.

Nach der "Legenda aurea", einer aus dem 13. Jahrhundert stammende, sich am Kirchenjahr orientierende Sammlung von Heiligenlegenden, wurde auf Weisung eines Engels dem Leichnam Mariens eine Palme vorausgetragen.

Als Christus selbst drei Tage nach dem Tod seiner Mutter auf Erden erschien, um sie auf ihrem Weg in den Himmel zu begleiten, heisst es dort weiter, habe sich ein unaussprechlicher Duft verbreitet. Eine jüngere Legende erzählt, als man das Grab Mariens später geöffnet habe, seien nur Rosen vorgefunden worden.

Näher liegt die These, wie der Theologe und Journalist Manfred Becker-Huberti in seinen Büchern über Bräuche und Feste schreibt, dass die jahreszeitlich bedingte Getreidereife und die blühende Natur daran erinnerten, dass Maria traditionell als "Blume des Feldes und Lilie in den Tälern" (Hoheslied 2,1) verehrt wird.


Mariä Himmelfahrt - 15. August
Um sicher zu gehen, dass die gesammelten Kräuter auch möglichst viel Segen "mitbekamen", wurden sie vor der Kräutermesse teilweise unter das Altartuch gelegt, bis dies verboten wurde und Kräuter nur noch neben dem Altar postiert werden durften. Die Symbolhandlung - mit Gottes Hilfe die Kräfte der Natur zu Gunsten von Mensch und Tier einzusetzen - bezog auch die Anzahl und die Auswahl der Kräuter ein.

Kräuter, die dabei Verwendung fanden, waren oder sind: Johanniskraut, Wermut, Beifuss, Rainfarn, Scharfgarbe, Königskerze, Tausendgüldenkraut, Eisenkraut, und gelegentlich Wiesenknopf, Kamille, Thymian, Baldrian, Odermennig, Alant, Klee und die verschiedenen Getreidearten. Die geweihten Kräuter wurden in Haus und Stall meist an der Wand ("Herrgottswinkel") angebracht.

Man benutzte sie aber auch, um aus ihnen einen Tee zuzubereiten, der gegen verschiedene Krankheiten helfen sollte. Krankem Vieh wurden geweihte Kräuter ins Futter gerührt, geweihtes Getreide dem neuen Saatgut zugemischt. Bei Gewitter warf man die Kräuter ins offene Feuer, um Schutz gegen Blitz und Seuchen zu erlangen. Den Toten legte man in den Sarg ein Kreuz aus geweihten Kräutern.

Vom Bayrischen Wald bis ins Badner Ländle, von Österreich bis Südtirol, überall wird am 15. August der grosse Frauentag zu Ehren der Aufnahme Marias in den Himmel begangen. Wohl selten mischen sich Tradition und Frömmigkeit, Volksglaube und zeitnahe Religiösität, verbunden mit der Notwendigkeit Werterhaltendes zu bewahren, so sehr wie an diesem Feiertag. Mariä Himmelfahrt ist gesetzlicher Feiertag mit Arbeitsruhe in Bayern in Gemeinden mit überwiegend katholischer Bevölkerung und im Saarland.

Bauernregeln:
"Zu Mariä Himmelfahrt, das wisse, / gibt's die ersten guten Nüsse!"
"Mariä Himmelfahrt Sonnenschein / bringt meistens uns viel guten Wein."
"Wer Rüben will, recht gut und zart, / sä' sie an Maria Himmelfahrt."
"Hat Maria gut Wetter, wenn sie zum Himmel fährt, sie schöne Tag beschert."
"Leuchten vor Maria Himmelfahrt die Sterne, / dann hält sich das Wetter gerne."
"Wie das Wetter am Himmelfahrtstag, / so es noch zwei Wochen bleiben mag."
"Wie das Wetter am Maria Himmelfahrtstag, / so der ganze Herbst sein mag."
 
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