LOGIN nennt sich ein JuKi-Angebot in der Kirchgemeinde Windisch. Jugendliche zwischen 15 und 20 Jahren gestalten drei bis vier Mal jährlich einen Gottesdienst für andere junge Erwachsene. Begleitet werden sie dabei von einem Diakonischen Mitarbeiter und einer Pfarrerin. Doch bei LOGIN handelt es sich mehr als um einen Gottesdienst.
LOGIN ist eine Plattform für Jugendliche in der Gemeinde. Gemeinsam werden Ideen für die Gottesdienste gesucht. Die Themen reichen dabei vom Umgang mit Stress über Schule bis hin zu Typisch Frau / typisch Mann. Verschiedene Gruppen setzen anschliessend das Thema um.
Betrachte man die aktuelle Diskussion um die Jugendkirchen, komme man leicht zum Schluss, dass diese, neben den finanziellen und personellen Ressourcen, eine Zentrumslage mit Anziehungskraft benötigten, wie das beim reformierten Stadtzürcher Projekt "Streetchurch" der Fall sei, erläuterte Dominik Schenker. Streetchurch verfüge über ein Millionenbudget, drei Hauptamtliche und eine Kirche mitten in Zürich.
Über solche Ressourcen verfügt LOGIN nicht. Die reformierte Pfarrerin Katharina Thieme-Marti hat diese Jugendkirche zusammen mit einem Jugendarbeiter in Windisch in einer Gemeinde mit rund 300 Mitgliedern aufgebaut: "Es entspricht nicht meiner Natur, mit grossartigen Konzepten die Welt verändern zu wollen. Ich schätze die in einer Kirchgemeinde vorhandenen Rahmenbedingungen und will innerhalb dieses Rahmens offen sein, Kontinuität und Vertrauen aufbauen und das kirchliche Leben mit den Menschen gemeinsam entwickeln." Eines ihrer zentralen Anliegen ist: "Die Menschen in ihrer Lebenssituation und in ihrem Glauben ernst zu nehmen, sowie selber ernst genommen zu werden".
"Jugendkirche" bezeichnet Thieme-Marti als eine Form kirchlicher Jugendarbeit, die sich auf der Ebene der Ziele nicht von der übrigen Jugendarbeit unterscheide. Spezifisch an den Jugendkirchen sei, dass Jugendliche partizipativ für sich und andere Jugendliche

nach Gottesdienstformen suchten, welche ihre Themen mit ihren ästhetischen Ausdrucksformen verbinden würden.
Zur Zeit gibt es eine Band, ein Input- und ein Barteam sowie Verantwortliche für die Technik und die Dekoration. LOGIN ist Beziehungsarbeit. Miteinander unterwegs sein, ist wichtig. Es wird diskutiert, geprobt und Hand angelegt. Die Gemeinschaft versucht auch Konflikte auszutragen. Die Jugendlichen sollen spüren, dass ihre Anliegen ernst genommen werden.
LOGIN biete Jugendlichen nach der Konfirmation bis ins junge Erwachsenenalter pro Jahr drei bis vier Gottesdienste. Diese würden jeweils von 25 bis 80 Jugendlichen im Alter von 12 bis 20 besucht. Vorbereitet würden die Gottesdienste von verschiedenen Gruppen mit je einem Ressort: Inhalt, Dekoration, Musik, Technik oder Bar. Daneben finde einmal im Monat ein Treffen der Aktiven statt, so Thieme-Marti
Mit einem neu eingerichteten monatlichen Stammtisch soll der Austausch untereinander und der Kontinuität in der Kerngruppe noch mehr Gewicht erhalten. In diese Richtung zielen auch Angebote wie ein Skitag, eine Bootsfahrt - Freizeit miteinander verbringen eben - oder der Arbeitseinsatz in Volyne, Tschechien.
LOGIN ist ein Jugendkirchen-Projekt und eine Versuchswerkstatt. Neues auszuprobieren und Fehler zu machen gehört ebenso dazu, wie die Freude am Resultat. So hat sich in den anderthalb Jahren seit Beginn des Projektes bereits einiges verändert.
Worauf Jugendkirchen mit beschränkten finanziellen und personellen Ressourcen und abseits der grossen Städte achten sollten, zeigen die Erfahrungen, die Thieme-Marti gemacht hat: Eine "Schaufenstersituation" könne nur dann verhindert werden, wenn man

die Erwachsenen bewusst ausschliesse und die Gottesdienste ausserhalb des Rasters der Gemeindegottesdienste am Sonntagnachmittag ansetze.
Für die Gottesdienste sei zudem ein Gemeindesaal einer Kirche vorzuziehen. Dies vor allem, um Konflikte darüber zu vermeiden, inwieweit der sakrale Raum einer Kirche mit einer empfindlichen Inneneinrichtung durch Technik, Transparente oder ähnliches "belastet" werden könne. Eine Kirche sei zudem zu laut für eine Live-Band, und das Dekorieren sei mit viel Aufwand verbunden.
So wurde der Gottesdienstort gewechselt, mit der Band neu angefangen und der technische Aufwand herunter geschraubt. Einige Jugendliche sind abgesprungen, andere dazugekommen. Der Trumpf einer kleinen Jugendkirche vor Ort sei, so Thieme-Marti, die Möglichkeit, Jugendlichen einen Anknüpfungspunkt in der eigenen Pfarrei über die Konfirmation oder Firmung hinaus zu bieten. Der Aufwand dürfe aber nicht unterschätzt werden.
Eine Jugendkirche, auch in den Dimensionen von LOGIN, ist aufwändig. Aber, welche Veränderungen sich nach und nach auch ergeben haben mochten - geblieben ist immer das Ziel: Dass LOGIN Jugendlichen die Möglichkeit bietet, sich auch nach der Konfirmation in Glaubens- und Lebensfragen einzuloggen.
Weitere Informationen sind auf dem Veranstaltungskalender von
www.vitamin-k.ch /Kirchgemeinde Windisch zu erlangen oder:
Katharina Thieme-Marti
CH-5210 Windisch
Tel: 056 / 442 68 33
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