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Ist die deutsche Sprache in Jugendkirche gefährdet? PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von pierre roh   
Donnerstag, 9. August 2007

Christen sollen eine "Kultur des Ermahnens" entwickeln. Dazu hat der Leiter des Jugendverbandes "Entschieden für Christus" (EC), Rudolf Westerheide, zum Abschluss des Jugendkongresses "Echt" Ende Juli in Baunatal bei Kassel aufgerufen. "Unter uns gibt es eine Zunahme der Beschimpfungen, aber Ermahnung findet so gut wie nicht statt", sagte Westerheide; die Mehrheit der Deutschen sieht sich einer Umfrage zufolge durch die Ausdrucksweise vieler Zuwanderer in ihrem Sprachempfinden empfindlich gestört, wenn nicht gar bedroht. "Ich f*** deine ... !" Ermahnung tut not.
 
57 Prozent einer Repräsentativumfrage sind der Ansicht, das Deutsche werde durch Sätze wie "Was guckst du?" oder "Gehssu Döner?" ("Kommst Du mit, einen Döner essen?") verhunzt. Dies berichtet die evangelische Zeitschrift "Chrismon" in ihrer August-Ausgabe über eine Erhebung des EMNID-Instituts. Von "Ficki, Ficki" gar nicht zu reden. Man sollte allerdings keinesfalls übersehen, dass laut einer Studie des Deutschen Studentenwerkes in Berlin acht Prozent der Studenten in Deutschland einen Migrationshintergrund haben. Zu 41 Prozent stammen diese aus unteren sozialen Schichten.

Viele Befragte störten sich auch an zu vielem englische Vokabular, worunter auch die plumpen Amerikanismen fallen (42 Prozent), an der Behördensprache (25 Prozent) oder am "Abkürzungsfimmel" (37 Prozent). Auch die Wirtschaftssprache wie zum Beispiel "Wir sind derzeit im Markt sehr gut aufgestellt" bedachten 22 Prozent der Deutschen mit Unbill - und mit nicht unberechtigter Skepsis, Abscheu und Widerwille.

19 Prozent halten der von "Chrismon" ( was soll dat nu wieder hese) in Auftrag gegebenen Umfrage zufolge Gleichberechtigung in der Sprache, also die Mitberücksichtigung der weiblichen Form, für überflüssig. Kurioserweise stören sich am obligatorischen "-innen" lediglich 16 Prozent der Männer, aber 22 Prozent der Frauen. Alice Schwarzer würde sich im Grabe umdrehen, wäre sie denn tot oder hinter den Spiegeln - aber sie hält es wie die altgestrigen Politiker, also jene, die bei einem Wahlverfahren schlichtweg aussortiert werden würden; jene,die in Talk- und Rateshows ihr überzogenes Salär auch noch aufzubessern suchen, ihre Vorstellungen aussitzen und in konstanter Unflexiilität verharren. Schwarzer neben Blüm im 'Nachfolgelembke' - klingt wie Satire = Realität.
 
Die schleswig-holsteinische Bildungsministerin Ute Erdsiek-Rave (SPD) beklagte gar Sprachfloskeln, etwa wenn Versicherungsbeiträge nicht erhöht, sondern lediglich angepasst würden, oder wenn von Menschen als Humankapital gesprochen wird. Hat wohl lange keine Reden ihrer Bundestagsgenossen mehr bewusst vernommen - da hätte sie einiges "genossen".
 
Der Bund will künftig 750 Millionen Euro mehr in Integrationsbemühungen investieren als bisher. Dazu gehört vor allem eine Intensivierung der Sprachausbildung von Neubürgern, aber auch von Ausländern, die schon lange in Deutschland leben. Der niedersächsische Ministerpräsident Christian Wulff (CDU) forderte zudem von den Muslimen in Deutschland, das Freitagsgebet in Moscheen häufiger auf Deutsch zu halten. So werde ein leichterer Zugang geschaffen zu dem, "was dort gelehrt wird", versucht er dieses Ansinnen zu erklären - und das trotz der päpstliche Aufwertung der lateinischen Messe.

Der neue Integrationsplan der Bundesregierung sieht vor, dass Ehepartner, die nach Deutschland nachziehen, vor ihrer Einreise grundlegende Deutschkenntnisse nachweisen müssen - etwa 200 bis 300 Worte.

Der grösste Feind der Sprache sei die mangelnde Liebe vieler ihrer Sprecher zur Germanistik, erklärte Professor Walter Krämer vom Verein Deutsche Sprache in "Chrismon" und forderte allen Ernstes, dass "Cent" als "Zent" auszusprechen sei und orakelt: "Tatsache aber ist, dass der Begriff Cent im deutschen Zehnten wurzelt. Allein schon deshalb sollten wir Zent zu den neuen Zehntel-Euro-Münzen sagen." (Aber, aber - mal halblang: Ein Cent ist ein Hundertstel Euro! Cent kommt ohne Frage aus den romanischen Sprachen! - Das kleine Latinum nicht gepackt und dann Professor? - Oder einfach der meditarinären Umstände eines Centimes erlegen? - Egalimes!)
 
Das Teenagermagazin teensmag hat in seiner neuen Ausgabe das Mitmachprojekt "talk, talk, talk" mit 7 Inputs zum Besser-Reden veröffentlicht.

Das Magazin will mit dem Projekt einen starken Akzent gegen schlechtes Gerede und Lügen setzen. In einer Sieben-Wochen-Aktion sollen die Prinzipien jesusgemässer Kommunikation in der Gruppe eingeübt werden. Die "Munddusche" in Papierform eignet sich speziell zur Anwendung im Teeniekreis, dem Schülertreff, der Jugendkirche oder dem biblischen Unterricht.

Wie alles Schmutzige gewaschen werden muss, ist auch die Kommunikation zu reinigen. Weiter schlagen die teensmag-Macher vor, mit dem Reden Andere zu ermutigen und sie aufzubauen, statt über sie zu lästern. Die Ehrlichkeit soll normal werden. Weiter findet sich der Rat: "Viele finden sich schön, andere machen sich schlecht. Rausfinden, was du wirklich wert bist, ist wichtiger.“

Das Magazin mit dem kompletten Material gibt's kostenlos, so lange der Vorrat reicht. Die gewünschte Anzahl Hefte kann beim Medienwerk bvmedia in Pfäffikon ZH gratis angefordert werden bei: Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spam-Bots geschützt, Sie müssen Javascript aktivieren, damit Sie es sehen können

 
Zur Kenntnis nehmen sollte man allerdings auch, dass die Politik eine Rechtschreibreform den Bürgern und somit auch den Migranten "aufgedrückt" hat, die sie nicht wollten und die auch jetzt noch äusserst umstritten ist, von logischen Fehlern nur so wimmelt. Wie kann sich eine Gesellschaft sprachlich behaupten, die von Beamtendeutschen und einem profilierungssüchtigen Bürgertum regiert wird, das sich der Sprache nur bedingt bewusst ist, gar als lautmalerische Darstellungskulisse versteht? "You can say you to me" - in diesem Sinne: Ermahnung tut not.
 
 
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