Ökumene gehört zum Kerngeschäft der Kirche
Erinnerung an mutige Ökumene in BaselDie Erklärung geht von der Erinnerung an eine mutige ökumenische Geschichte in Basel aus. Sie soll als doppelte Verpflichtung wach gehalten werden. Das in ihr gewachsene Gemeinsame soll bleiben. An der Grundhaltung, dass Ökumene eine Kernaufgabe der Kirchen ist, soll festgehalten werden.
Unterschiede sensibel wahrnehmenDabei ist uns wichtig, die Vorbehalte wahrzunehmen, die sich in den beiden Konfessionen unterschiedlich äussern. Die Reformierten werden in den lehramtlichen Äusserungen der Römisch-katholischen Kirche nicht als Kirchen anerkannt. Die Römisch-Katholischen erleben sich in Basel-Stadt manchmal gegenüber der Evangelisch - reformierten Kirche als Minderheitskonfession
Die Ökumene hat in Basel eine lange Geschichte. 1948 wurde in Amsterdam der Ökumenische Rat der Kirchen gegründet, dem die ERK über den Schweizerischen Evangelischen Kirchenbund angehört. Auf lokaler Ebene fing die Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen, der sich auch die RKK angeschlossen hat, an zu wirken. Noch vor der Schweizer Arbeitsgemeinschaft wurde die baselstädtische Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen gegründet. Die kirchenleitenden Verantwortlichen haben darin immer Einsitz genommen. Neben dem Austausch über das Leben in den verschiedenen Kirchen wurden immer wieder auch theologische Gespräche und Seminarveranstaltungen zu in der Ökumene kontroversen Fragen organisiert und gemeinsame Liturgien zu verschiedenen Anlässen gefeiert.
Der Ökumene neue Kraft gebenDie Erinnerung an diese Geschichte als doppelte Verpflichtung soll wach gehalten werden. Das in ihr gewachsene Gemeinsame soll bleiben. Der Grundsatz, dass Ökumene eine Kernaufgabe der Kirchen ist, gerade auch in schwierigen Situationen soll bekräftigt werden. Einer der vorgeschlagenen Kernsätze lautet: "Mit Sorge stellen wir fest, dass die ökumenische Bewegung in Basel in den letzten Jahren an Kraft verloren hat.
Deshalb erscheint es uns wichtig, uns als Dekanat im Bistum Basel und als Pfarrkapitel der ERK auf die Grundsätze zu besinnen, denen wir uns in unserer konkreten Situation verpflichtet fühlen. Wir erleben die Spannung zwischen, ökumenischen Gesprächen, lehramtlichen Äusserungen und der konkreten Lebenspraxis unserer Kirchenmitglieder. Wir sind davon überzeugt, dass auch in den an der Basis entwickelten Initiativen der Geist Jesu Christi am Werk ist."
Deshalb wollen wir die ökumenische Praxis, die sich in den letzten vierzig Jahren entwickelt hat, respektieren und nach unserem Gewissen und in der Verantwortung vor dem unterschiedlichen Kirchenverständnis unserer Konfessionen weiterentwickeln. Wir sind uns bewusst, dass uns neben der inneren Verpflichtung, wie sie sich im Abschiedsgebet Jesu zeigt, auch äussere Dinge zu einer mutigen, konsequenten und nach vorne gerichteten Ökumene verpflichten.