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Jugendkirche gratuliert zur Jugendleiter-Card PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von pierre roh   
Mittwoch, 18. Juli 2007

Teamfähigkeit, Kommunikationsstärke, Interkulturelle Kompetenz oder Motivationsfähigkeit sind längst Schlüsselqualifikationen für beruflichen Erfolg. Gerade diese sozialen Kompetenzen werden im Ehrenamt gefördert und vermittelt.  

Sie lassen sich auf andere Lebensbereiche übertragen und verschaffen ehrenamtlich Tätigen, gerade beruflich, einen wichtigen Vorteil gegenüber anderen. Es sind vor allem soziale und personale Kompetenzen, die nicht in formalisierten Lernprozessen erworben werden, sondern durch learning by doing.
 
Auch Unternehmen wissen um die Bedeutung sozialer Mitarbeiterfähigkeiten und setzen auf eine Unternehmenskultur, in der das lebendige Miteinander - nach innen und nach aussen - über den wirtschaftlichen Erfolg mitentscheidend. Gerade deshalb gilt ehrenamtliches Engagement in vielen Firmen als Einstellungskriterium.

Berufliche Vorteile durch ehrenamtliches Engagement

Neben formalen Einstellungskriterien wie Abschlussnoten und Zeugnissen gewinnen vor allem die so genannten weichen Mitarbeiterfähigkeiten an Bedeutung für den Erfolg bei der Jobsuche. Unternehmen und ihre Personalentscheider wissen, dass soziale Mitarbeiterkompetenzen wie Teamfähigkeit, Kooperationsbereitschaft und Kommunikationsstärke nicht nur das Betriebsklima, sondern langfristig auch die Gewinne sichern und den unternehmerischen Erfolg entscheidend mitbestimmen.

Im Vergleich zu Schulnoten ist es jedoch wesentlich schwieriger, soziale Kompetenzen zuverlässig auszumachen. Da dieses informelle Lernen nicht durch Prüfungen belegt oder gemessen werden kann, braucht es besondere Verfahren, um festzustellen, welche Kompetenzen in welcher Weise im Freiwilligenengagement erworben worden sind.

Um mehr über die tatsächlichen Fähigkeiten der potentiellen Mitarbeiter zu erfahren, verlassen sich Unternehmen zusehends darauf, welche Qualifikationen und Kompetenzen ihre Bewerber ausserhalb des formalen Bildungssystems erworben haben. Sich freiwillig und sozial zu engagieren, sagt dabei viel über den Willen und die Fähigkeit aus, Verantwortung zu übernehmen und etwas für ein übergeordnetes, die Gesellschaft betreffendes Ziel zu tun.

Was könnte die Kirche tun?

Die Kirchenleitung sollte den Menschen Gelegenheit geben, sich auch zeitlich begrenzt im Sinne des "Neuen Ehrenamtes" zu engagieren. Beim "Neuen Ehrenamt" ist die Motivation für eine ehrenamtliche Tätigkeit eine andere geworden. Jetzt kommt die Selbstverwirklichung beim Ehrenamt ins Spiel. Das schließt natürlich nicht aus, dass die Menschen selbstlos handeln wollen, aber jetzt geht es doch auch darum, Spaß an der Tätigkeit zu haben und nette Leute kennen lernen zu wollen. Ganz wichtig dabei ist auch die zeitliche Begrenzung.

Aber auch die, die sich im Sinne des "Alten Ehrenamtes" langfristig engagieren, dürfen nicht vergessen werden. Generell sollten sich gerade die Hauptamtlichen mehr um die Jugendlichen kümmern, die sich kirchlich engagieren. Ehrenamt darf auf der andern Seite aber nicht der Notnagel für mangelnde Hauptamtliche in der JuKi werden. Denn sich ohne materiellen Nutzen für andere einzusetzen, hat seinen ganz eigenen Wert. Und den darf das Ehrenamt nicht verlieren.

Kirche und Stadt sprechen Jugendliche an

Einen Ausbildungsgang zur Jugendgruppenleiterin und zum Jugendgruppenleiter haben in der ersten Jahreshälfte erstmals die Stadtjugendpflege Rothenburg, das Haus der Jugend und die Evangelische Jugend Hochmahle gemeinsam angeboten.

Der Kurs richtete sich an Jugendliche und junge Erwachsene, die im Bereich der Kinder- und Jugendarbeit aktiv sind. Dazu wurden Jugendliche aus Vereinen, Verbänden, Kirchen oder anderen Institutionen angesprochen. Die Jugendleiter sind auch in Jugendkirchen einsetzbar.

Jugendkirche ohne Ehrenamt ist in keiner Weise vorstellbar. Allein im Bereich der 'Events' sind Jugendliche ehrenamtlich tätig. Dazu kommt noch das vielfältige Engagement in den Gemeinden, beispielsweise in der Jugendarbeit im allgemeinen und der christlichen Popmusik im besonderen. Es gibt aber noch viele andere Bereiche in der Jugendkirche, in denen Jugendliche ehrenamtlich aktiv sind. Und wichtig ist auch: all diese Tätigkeiten kommen nicht nur der Jugendkirche zugute, sondern Menschen in allen Bereichen der Gesellschaft.
 
Rechtsfragen und anderes
 
Während der Ausbildung beschäftigten sich die Teilnehmer mit Fragestellungen, die für eine verantwortliche Kinder- und Jugendgruppenarbeit wichtig sind:

  • Spielepädagogik
  • Entwicklungspsychologie
  • Anti-Gewalt- und Anti-Rassismus-Training
  • geschlechtsspezifische Kinder- und Jugendarbeit
  • Rechtsfragen
  • Finanzen und Strukturen der verbandlichen
  • kirchlichen und kommunalen Kinder- und Jugendarbeit
  • Medien- und Theaterpädagogik
  • Sexualpädagogik, Leitungsstile und PartizipationKreativangebote und Öffentlichkeitsarbeit.

Neue Rothenburger Jugendleiter auch in Jugendkirche einsetzbarAuch spielerische und kreative Fähigkeiten wurden trainiert, um das nötige Handwerkszeug für die Arbeit mit und in Gruppen zu bekommen. Die Ausbildung endete mit der Aushändigung der Jugendleiter-Card. Diese ist ein amtliches Dokument und weist die Inhaber als Jugendgruppenleiter aus. Als Bonbon für das ehrenamtliche Engagement gibt es bei vielen öffentlichen Einrichtungen Vergünstigungen für Inhaber der Jugendleiter-Card.

Kirchlich orientierte Jugendliche sind eher ehrenamtlich aktiv

Es gibt auf jeden Fall eine christliche Tradition mit einer stark spirituellen Motivation des Ehrenamtes. Das geht auf das Gebot der Nächstenliebe zurück. Und auch die Ehrenamtsstudie des Bundesministerium von 1999 zeigt, dass Menschen mit kirchlicher und religiöser Bindung mehr ehrenamtlich tätig sind als andere. Und es darf nicht vergessen werden:

Ehrenamt heisst theologisch auch die Verwirklichung des allgemeinen Priestertums aller Gläubigen. Hier wird das eingelöst, was das Zweite Vatikanische Konzil jedem Christen zuspricht: Nämlich, dass jeder ein besonderes Charisma hat, mit dem er sich in einer Gemeinde verwirklichen kann und soll.

Stellen frei für Freiwilliges Soziales Jahr oder Zivildienst

Die Jugendkirche Limburg Cross Over bietet z.B. Jugendlichen ab 18 Jahren die Möglichkeit, ab dem 13. August ein 'Freiwilliges soziales Jahr' (FSJ) oder den Zivildienst abzuleisten. Junge Erwachsene können dabei die verschiedenen Bereiche der Arbeit mit Jugendlichen kennen lernen und die vielseitigen Angebote von Cross Over kreativ mitgestalten.

Arbeitsschwerpunkt eines FSJ ist die schulnahe Jugendarbeit im Schülercafé an der Fürst-Johann-Ludwig-Schule in Hadamar. Zivildienstleistende werden vorwiegend in der Jugendkirche Limburg selbst eingesetzt.

Das junge Team der Jugendkirche würde sich sehr über Verstärkung freuen. Weitere Informationen gibt es im Internet. Ansprechpartnerin ist Jugendbildungsreferentin Johanna Surrey Tel. 06431/5842713; \n Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spam-Bots geschützt, Sie müssen Javascript aktivieren, damit Sie es sehen können Diese E-Mail Adresse ist gegen Spam Bots geschützt, Sie müssen Javascript aktivieren, damit Sie es sehen können .

Ehrenamt soll aufgewertet werden 

Manche Länder stellen Jugendlichen, die ehrenamtlich aktiv sind, einen Kompetenznachweis aus. Dieser kann gerade bei Bewerbungen von grossem Vorteil sein:

  • Christoph Kürn, leitender e-Recruiter bei Siemens: "Das Ehrenamt hat für uns eine sehr hohe Gewichtung. Es ist einer der Indikatoren, die auf Soft Skills hinweisen. Oft sogar wichtiger als Noten. Denn ein Ehrenamt zeigt: Da hat einer Erfahrung und Kompetenz im Umgang mit anderen".
  • Doris Krüger, Leiterin Konzern-Personalmarketing bei der Lufthansa in Frankfurt: "Bei bestimmten Zielgruppen, unserem Führungskräftenachwuchs etwa, schauen wir explizit auf ausserberufliches Engagement"
  • Tobias Nickel, Leiter Recruiting bei BMW in München: "Wenn jemand eine Jugendgruppe geleitet hat, ist das ein Beleg für seine Kommunikations- und Teamfähigkeit."
  • Tanja Jaser, Personalreferentin bei IBM in Stuttgart: "Ein Ehrenamt zeigt, dass diese Bewerber früh Verantwortung übernehmen wollen. Es ist oft ein Indiz dafür, dass die Kandidaten team- und konfliktfähig sind und andere motivieren können."

 

"Ehrenamtliches Engagement in der Jugendarbeit und die dabei erworbenen  Kompetenzen sollen anerkannt werden! Aus diesen Gründen hat der Bayerische  Jugendring einen Kompetenznachweis erarbeitet. Damit sollen Jugendleiterinnen und  Jugendleiter die Möglichkeit haben, in der Jugendarbeit erworbene Fähigkeiten wie  Durchsetzungsvermögen, Kreativtät oder Koordinationsgabe zu dokumentieren und für  ihre berufliche Zukunft positiv zu nutzen", erläutert Martina Kobriger, Präsidentin des  BJR, die Aktion z.B. für Bayern.

Kultusminister Siegfried Schneider unterstrich die Bildungsleistung von  Jugendarbeit ergänzend zum Lernen in der Schule und den Wert ehrenamtlicher  Tätigkeit: "Für ein solches Engagement gibt es keinen materiellen Ausgleich. Das  ehrenamtliche Engagement der Jugendleiter und Jugendleiterinnen verdient unser Lob  und unsere Anerkennung. Doch der Kompetenznachweis für Jugendleiter und Jugendleiterinnen ermöglicht mehr: Er dient künftig als Nachweis geleisteter Arbeit und  angewandter Talente und kann so zum Vorteil bei Bewerbungen werden."

 
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