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Geschrieben von pierre roh
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Donnerstag, 21. Juni 2007 |
 Das ökumenische Symposium "Praxis Jugendkirche - Vergewisserung und Inspiration" soll kirchliche Jugendarbeit zukunftsfähig machen. "Wir müssen den Graben zwischen jugendlicher Lebenswelt und Kirchenkultur überbrücken", so Elmar Walter von der Katholischen Jugend.
Die Jugendkirche Wien will als Treff- und Bezugspunkt Jugendlichen und ihren Bedürfnissen gerecht werden. Bei dem ökumenischen Symposium "Praxis Jugendkirche - Vergewisserung und Inspiration" vom 21. bis 23. Oktober 2007 soll die derzeitige Praxis reflektiert und weiterentwickelt werden. Veranstalter sind die Katholische Jugend der Erzdiözese Wien als Trägerin der Jugendkirche Wien, das Ökumenische Netzwerk Jugendkirchen, die Arbeitsstelle für Jugendpastoral der deutschen Bischofskonferenz, die Arbeitsgemeinschaft der evangelischen Jugend in Deutschland und das Institut für Praktische Theologie an der Universität Wien.
Wo Jugendliche sind, dort muss die Kirche hin!
Die Jugendkirche Wien wurde im Herbst 2005 als erstes Sakralraum-Projekt Österreichs eröffnet, weitere Planungen gibt es für Innsbruck, Eisenstadt und Graz. "Wir wollen Begegnungsräume für Jugendliche schaffen", so Walter und Pastoraltheologin Dr. Regina Polak von der Katholisch-Theologischen Fakultät der Universität Wien ergänzend: "Die Kirche muss öffentlich präsent sein, damit sie junge Menschen wahrnehmen. Dazu genügt es nicht, in der Öffentlichkeit zu feiern, wie zu Fronleichnam –, sondern die Lebenswelt der Jugend von innen her kennen zu lernen und laut für die Schwächeren Partei zu ergreifen."
"Unser Ziel ist es, den Graben zwischen jugendlicher Lebenswelt und Kirchenkultur zu überbrücken und Begegnungsräume für Jugendliche mit dem christlichen Glauben zu schaffen", sagt Elmar Walter, Fachbereichsleiter der Katholischen Jugend Wien: "Jugendkulturarbeit, Lebenswelt- und Sozialraumorientierung, auch in der Gestaltung von Gottesdiensten, und ein diakonischer Ansatz gehören zu den zentralen Elementen von Jugendkirchen", so Walter.
"Der Kirche müsse es gelingen, sich über die Lebenswelten der Jugendlichen einzubringen. Sensibilität, Bereitschaft zur Veränderung und Weiterentwicklung sind Voraussetzungen", sagt Polak. "Dazu hat die Kirche einen Raum anzubieten, in dem die Jugendlichen selbst zu Wort kommen. Parteiisch auf der Seite der Jungen und der Minderheiten zu stehen, ist eine politische Solidarität, die spirituell verwurzelt ist."
Unterstützung für die Idee des Symposiums kommt auch vom Pastoraltheologen Paul Zulehner: "Christ werden war lange Schicksal. Heute ist es eine persönliche Wahl. Diese kann durch anschauliches Beispiel und durch glaubwürdige Begegnung begünstigt werden, wenn Gott, wie es in der Apostelgeschichte heisst, gleichzeitig von innen das Herz öffnet."
Fraglich sei freilich, ob es gelingen werde "um der jungen Menschen und deren Zukunft willen das Evangelium in ihre Generation einzupflanzen", so Zulehner: "Viele mühen sich darum, in den Pfarrgemeinden, im Religionsunterricht. Zusätzlich sind neue Wege erforderlich, weil die alten sichtlich nicht ausreichen. Die Jugendkirchen und Jugendgemeinden sind einer davon. Diesem pastoralen Zukunftsprojekt ist viel Zuneigung, Aufmerksamkeit, Kritik, Geld und wissenschaftliche Begleitung zu schenken."
Damit Kirche die religiöse Sehnsucht Jugendlicher anspricht Drei markante Dinge aus den wissenschaftlichen Forschungen nennt Dr. Regina Polak: Kirche hat mit dem Alltag der Jugendlichen kaum mehr etwas zu tun, die Jugendlichen stehen der Kirche gleichgültig gegenüber und Kirche wird als das Exotische-Geheimnisvolle wahrgenommen; Kirche ist kaum relevant.
Die erste Nachricht ist also die schlechte: Kirche ist für den Alltag junger Menschen, für Menschen im Alter von 14 bis 24 Jahren, kaum mehr relevant. Die Kirche steht ihrem Leben nicht nahe. "Das bezieht sich auf moralische wie auf politische und leider auch auf geistig-spirituelle Fragen." Am ehesten hat die Kirche noch soziale Kompetenz.
Andererseits gibt es in jener Altersgruppe kaum mehr Kirchenrebellen, die zum Zölibat, zum Frauenpriestertum, zu den kirchlichen Strukturen auf die Barrikaden gehen ... "Auf gut Wienerisch: Die Kirche ist den meisten wurst, oder wissenschaftlich gesagt, die Indifferenz gegenüber der Kirche ist gross", erläutert Regina Polak. Dass es kaum mehr Kirchenrebellen gibt, hat laut Regina Polak sowohl etwas Negatives - weil Kritik der Kirche gut tun würde - als auch etwas Positives - weil so die Möglichkeit besteht, über Spirituelles und Glaubensfragen ins Gespräch zu kommen, man einseitig für die Schwächeren eintreten könnte.
Prozessionen sind keine Form, durch die Kirche zu jungen Menschen einen Zugang findet. Vielmehr muss "die Kirche die Lebenswelten der Jugendlichen von innen her kennenlernen und theologisch reflektieren. - Wie leben die Jugendlichen? Was ist ihnen wichtig?" - Auf persönlicher Ebene gelinge diese Kontaktaufnahme noch eher. "Die öffentliche Präsenz der Kirche aber ist das zentrale Thema", sagt Regina Polak.
Die Kirche habe die Aufgabe, sich öffentlich und laut für die Minderheiten und die schwächeren Glieder der Gesellschaft einzusetzen. Etwa wenn es um Jugendarbeitslosigkeit, Kinderfragen oder prekäre Lebenssituationen Jugendlicher geht. Kirche müsse sich parteiisch auf die Seite der Schwächeren stellen. Dazu muss die Kirche dort sein, wo die jungen Menschen sind, und sich in jugendpolitische Diskurse einmischen. "Derzeit diskutieren Eltern, Lehrer, Wissenschaftler ganz aufgeregt die Bildungsfrage", nennt Dr. Polak ein Beispiel. Junge Leute, Kinder, kommen aber nicht zu Wort. "Ihnen soll die Kirche Räume geben, wo sie zu Wort kommen."
Die Sprache der Jungen lernen. Die jungen Menschen haben ein religiöses Interesse. Das zeige sich auch darin, wie sehr der Papst wahrgenommen wird. - Übrigens umso positiver, je weiter weg von der Kirche die Jugendlichen sind. - Das aber sei keine nachhaltige Voraussetzung, junge Leute für das Christentum zu gewinnen. Dazu müsse die Kirche veränderungsbereit sein. Und "die Kirchenleute müssen lernen, in welchen Gesichtern, Formen und Sprachbildern sich die religiöse Sehnsucht der jungen Menschen zeigt. Sie zeigen sich vor allem dort, wo man liebt, verlassen wird, wo jemand stirbt ..."
Themen des Symposiums: Zum Programm des Symposiums zählen Vorträge der Theologen Ulrich Körtner und Regina Polak, etwa zum Thema " Wiederkehr der Religion?" und zur Jugendwertestudie 2006. Der Schwerpunkt liegt auf der Lebenswelt und dem Lebensgefühl Jugendlicher, aber auch auf den spezifischen Anforderungen, vor die sich Jugendliche heute gestellt sehen.
Anmeldung Ab sofort haben Sie die Möglichkeit sich hier für das Symposium anzumelden. Wenn Ihre Anmeldung nicht bestätigt werden sollte, wenden Sie sich bitte an \n
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Frühbucherrabatt bis 31.5.07 und Anmeldeschluss 21.9.07 beachten! |
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