Im württembergischen Deggingen (Ostalb) beschäftigten sich mehr als 100 Verantwortliche von Jugendorganisationen mit der Frage, wie Jugendliche in der Kirche Heimat finden können.
Ihrer Ansicht nach sollte es Jugendkirchen geben, die mit Gottesdiensten, Hauskreisen und Freizeiten ein eigenständiges Gemeindeleben entwickeln und von den Kirchengemeinden unabhängige Leitungsgremien haben, denn selbst wenn Jugendliche in die kirchliche Jugendarbeit hineingefunden hatten, konnten sie nur in Ausnahmefällen in das kirchengemeindliche Leben eingebunden werden.
Dabei sind Jugendliche keinesfalls ohne Glauben: sie finden sich nur in den bestehenden Angeboten nicht angesprochen. Deshalb sind vor allem in den USA und in England, aber auch in Deutschland im freikirchlichen und z.T. auch im katholischen und in letzter Zeit auch vermehrt im evangelischen Bereich neue Modelle von Jugendkirchen entstanden, in denen junge Menschen ihren Glauben mit ihrem Lebensstil und ihrer

Kultur verbinden können.
Wie Jugendliche in der Kirche Heimat finden
Referenten aus Grossbritannien zeigten Modelle, wie sich solche Jugendkirchen in landeskirchliche Strukturen einbinden lassen. Diese Jugendkirchen richten sich nicht an mehrere Generationen, sondern speziell an Jugendliche. Konstitutiv ist dabei, dass die jungen Menschen selbst aktiv an der Gestaltung beteiligt sind.
Gemeinsam mit den ständigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Jugendkirche gestalten sie ihre Kirche im Kontext gegenwärtiger Jugendkulturen, in der sich Glaube ereignet und sich in jugendgemässer Form äussern kann.
Neue Jugendkirchen und -gemeinden verstehen sich nicht als Konkurrenzangebot zu den Ortskirchengemeinden, sondern machen ein parochieübergreifendes Angebot, das die herkömmliche Ortsgemeinde auch strukturell nicht leisten kann. Sie sind eine Ausprägung der Landeskirche - strukturell, personell und geistlich eng mit der Gesamtheit der Landeskirche verbunden.