| „Knocking on Heavens´s door“ - So der Name einer Erlebnisausstellung in der münsterischen Jugendkirche effata, die die Klasse 10c der Bischöflichen Realschule besuchte. „Kein leichtes Thema“, gesteht Religionslehrer Thomas Lins ein, „denn in der Ausstellung geht es um die eigene Sterblichkeit.“ In den vergangenen Wochen hatten sich die Zehntklässler mit der Thematik Tod im Religionsunterricht auseinandergesetzt. | |
Zentrales Anliegen der Ausstellung ist das Nachdenken über die eigene Sterblichkeit und den Glauben an ein „Danach“. Mit Hilfe erlebnisorientierter, jugendkultureller Impulse und Installationen im Kirchenraum werden Jugendliche und junge Erwachsene mit ihrer begrenzten Lebenszeit konfrontiert und auf die Reise zu ihren Himmelsvorstellungen geschickt.
Zusammen mit Tönies gingen die Zehntklässler auf diese Reise. Auch Andreas Schulte-Werning von der Wirtschaftsinitiative Münster, der die Wanderausstellung für die Jugendkirche mit organisiert hat, gesellte sich interessiert zu der Gruppe aus Warendorf. Gemeinsam erlebten sie einen Sarg, sahen vielfältige Todesanzeigen oder begaben sich per Kopfhörer auf eine Fantasiereise über die Grenzen des irdischen Lebens hinaus.
Im Anschluss ging es ins Zentrum der Ausstellung: Dort stehen 101 Koffer, die auf die Initiative des Bestatters Fritz Roth hin von ganz unterschiedlichen Personen für ihre persönliche „letzte Reise“ gepackt wurden. „Man sieht dort den Koffer des umstrittenen Plastinators Gunther von Hagens oder die des Fernsehjournalisten Franz Alt und des Kabarettisten Jürgen Becker“, erzählt Lins, „aber auch die Koffer von vielen Unbekannten, die alle mit viel Mühe ihre Beigaben für die letzte Reise erläutern.“ „Deswegen ist diese Ausstellung eine sehr geeignete Vertiefung des im Unterricht Besprochenen“, findet Lins. In der Einführung machte der pastorale Mitarbeiter der Jugendkirche Sven Tönies die Besucher auf den doppeldeutigen Begriff „Himmel“ im Deutschen aufmerksam: „Das Englische ist da genauer und unterscheidet sky und heaven.“ Ziel der Ausstellung dabei ist, den eigenen inneren Routenplaner zu aktivieren und die Frage aufwerfen: Was kommt auf meine Packliste und wohin geht die Reise? Ganz konkret konnten die Jugendlichen das auf Karten schreiben, was in ihrem Lebenszentrum steht und über den Tod hinaus Bestand haben soll.
Die Ausstellung in der Jugendkirche, der ehemaligen St.-Martini-Kirche an der Neubrückenstraße, ist noch bis zum 2. Februar geöffnet. Erklärtes Ziel der Jugendkirche ist es, den Jugendlichen und jungen Erwachsenen die Möglichkeit zu bieten, die Botschaft des Evangeliums als Hilfe zum Leben zu erfahren. „Das ist mit dieser außergewöhnlichen Ausstellung in besonderer Weise gelungen“, resümieren die Besucher aus Warendorf. |