Die ersten Tagesordnungspunkte drehten sich um die Entlastung für den Kirchenkreis - Haushalt des vergangenen Jahres bzw. um den Beschluss des Haushaltsplanes für 2011. Hierbei zeigte sich, dass der Kirchenkreis in der Vergangenheit verantwortlich gewirtschaftet hat und sich derzeit finanziell in stabilem Fahrwasser befindet.
Intensiv diskutiert wurde dann beim nachfolgenden Tagesordnungspunkt zum Thema "Jugendkirche". Hierzu waren extra Jugendliche und ein Mitarbeiter aus dem Nachbarkirchenkreis Mühlhausen angereist, um die im dortigen Kirchenkreis schon seid einigen Jahren erfolgreich praktizierte Form der Jugendarbeit vorzustellen. Der Begriff "Jugendkirche" steht in erster Linie für einen regelmässigen Jugendgottesdienst mit überregionaler Ausstrahlung, in dessen Vorbereitung und Gestaltung Jugendliche stark eingebunden werden.
"JuKi steht vor allem für die Arbeit mit Jugendlichen im Evangelischen Kirchenkreis Südharz. Wir haben ein gemeinsames Konzept für die Arbeit mit Kindern, Jugendlichen und Familien." Prägende Elemente dieser Gottesdienste sind Theater, Popmusik und auch die Verpflegung für die es jeweils eigene Vorbereitungsgruppen gibt. Je nach örtlichen Gegebenheiten kann es langfristig auch wie jetzt in Mühlhausen dazu kommen, eine vorhandene Kirche zu einer "Jugendkirche" umzubauen in den dann jugendgemässe Veranstaltungen und Aktivitäten über die Gottesdienst hinaus ihren Platz finden.
Bisher wurde im Kirchenkreis Südharz versucht, Jugendkreise an möglichst vielen Orten aufzubauen und aufrecht zu erhalten. Das gelang allerdings nur mit mässigem Erfolg. Bei einer Jugendkirche geht es im Gegensatz zur bisherigen Vorgehensweise darum, den jungen Christen in einer "überregionale Jugendgemeinde auf Zeit" eine Heimat und eine Identifikationsmöglichkeit zu geben.
"Jugendliche wollen sich ausprobieren, ihren Weg finden und dabei jede Menge Spaß haben- und das können sie! In unseren Jugendgruppen und –projekten im Südharz können Jugendliche mit Gleichaltrigen zusammen über Themen nachdenken, die sie bewegen, eine eigene Spiritualität entfalten, und Dinge unternehmen, die in der Gruppe erst richtig Spaß machen."
Evangelische Jugendarbeit steht dabei als eine besondere Gemeinschaft voll Freude und Lebenslust. Junge Erwachsene die von solch einer positiven Gemeinschaftserfahrung geprägt sind, würden dann früher oder später auch wieder Verantwortung in den örtlichen Kirchengemeinden übernehmen - so die dahinter stehende Hoffnung. Die Synode folgte mit grosser Mehrheit einem Antrag, der das Ziel hat eine solche Arbeit im Kirchenkreis in Gang zu setzen.
Ein weiterer Tagesordnungspunkt war die Abstimmung darüber, für welche Projekte im kommenden Jahr in den Gottesdiensten eine Kollekte gesammelt wird. Freuen dürfen sich nach erfolgter Auszählung der Krisen-Interventionsdienst, die ambulante Hospitzarbeit, das Projekt Konfirmandentag, die Suchtberatung der Diakonie, der Matema-Arbeitskreis und der Nothilfefond des Kirchenkreises.
Die Synode endete mit einem Bericht des Superintendenten zur Arbeit des vergangenen Jahres. Pfarrer Michael Bornschein ging dabei insbesondere auf die Frage ein, welche Gewichtung die Sorge um die materiellen Mittel der Kirche haben sollte. Viel entscheidender für die Zukunft der Kirche wird sein, ob sie die geistliche Krise überwindet, in der sie sich unbestrittenermassen befindet.