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Jugendkirche soll eigenes Kirchengebäude erhalten |
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Geschrieben von pierre roh
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Freitag, 6. August 2010 |
Die etwa 100 Delegierten der Sommersynode des Evangelischen Kirchenkreises Hamm haben sich intensiv mit dem Thema Jugendkirche beschäftigt. In seinem Jahresbericht setzte sich Superintendent Rüdiger Schuch schwerpunktmäßig mit dem Thema "Auf dem Weg zu einer jugendsensiblen Kirche" auseinander. Darin erläuterte Superintendent Rüdiger Schuch nach einer kritischen Bestandsanalyse der Jugendarbeit unter anderem die Absicht, dass der Kirchenkreis Hamm einen festen Standort für die seit Mai 2008 bestehende Evangelische Jugendkirche schaffen möchte.
Bislang haben rund zehnmal pro Jahr Gottesdienste der Jugendkirche an wechselnden Orten stattgefunden. Ziel der mit 200 bis 350 Teilnehmern immer gut besuchten Jugendgottesdienste sei es, nicht nur ein spirituelles und von christlicher Gemeinschaft geprägtes Angebot für die Jugendlichen zu schaffen, sondern ein Angebot, das die Jugendlichen selbst entscheidend mitgestalten können. "Partizipation ist das Stichwort, durch das wir in einem lebendigen Prozess die kirchliche Tradition und die aktuelle Situation der Jugendlichen miteinander verbinden wollen", sagte Schuch. So besteht zurzeit der wöchentliche Mitarbeiterkreis der Jugendkirche aus 27 Jugendlichen zwischen 14 und 25 Jahren. Zusätzlich bieten die Jugendkirchenband und der im Februar 2010 neu gegründete Jugendkirchenchor die Möglichkeit, mitzuwirken. Neben der Jugendkirchenpfarrerin Dr. Iris Keßner, die als Pfarrerin im Entsendungsdienst keine feste Pfarrstelle hat, gehören Jugendkirchenreferent Diakon Thomas Grieshaber und die Jugendkirchenmusikerin Ulrike Egermann zum hauptamtlichen Team. Das Jugendreferat des Kirchenkreises hat nach einer zweijährigen Erprobungsphase zur Synode ein Konzept für die Jugendkirche vorgelegt. Darin wird die Notwendigkeit eines festen, für alle Kirchengemeinden des Kirchenkreises gut erreichbaren Standortes zusätzlich zu mobilen Angeboten der Jugendkirche betont: "Es ist jetzt an der Zeit für die Jugendkirche einen festen Ort im Kirchenkreis zu finden, wo sie Zuhause ist. Einen Ort, wo sich die Jugendlichen regelmässig treffen können, wo es einen Raum zur Begegnung und für Seelsorge gibt. Einen Ort, an dem Jugendkirche miteinander gelebt wird. Ein solcher Ort schliesst Mobilität gerade nicht aus, sondern erleichtert sie. Es soll dann nicht auf Jugendgottesdienste an verschiedenen Orten verzichtet werden. Allerdings sollen über diese regionalen Jugendgottesdienste hinaus zentrale Jugendgottesdienste und Veranstaltungen der Jugendkirche stattfinden, die für alle offen und für alle erreichbar sind."
Als Beispiele werden dafür genannt kulturelle Events unter dem Motto "Jugendkirche trifft…", regelmäßige Andachtstreffen, eine offene Jugendkirche oder sozialdiakonische Angebote. Sehr gute Erfahrungen haben die Akteure bereits mit der Aktion "Taste it - so fühlt sich Jugendkirche an" gemacht, einem Projekttag für Konfirmandengruppen und Schulklassen. Am Donnerstag, 8. Juli, steht zunächst das "Jahr der Taufe 2011" auf der Tagesordnung. Dazu wird Professor Dr. Hans-Martin Lübking, der Leiter des Pädagogischen Instituts der Westfälischen Landeskirchen in Schwerte-Villigst, ein Einleitungsreferat halten. Mit dem Jahr der Taufe soll in ganz Westfalen die spirituelle Bedeutung der Taufe ebenso wie die Verantwortung der Gemeinden für die Getauften wieder stärker bewusst gemacht werden. Verschiedene Aktionen wie besonders gestaltete Tauferinnerungsgottesdienste für Kinder und ebenso für Erwachsene sollen stattfinden. Schwerpunkt der Synode am Donnerstagnachmittag ist die Weiterarbeit an der Kirchenkreiskonzeption. Ausführlich wird in Arbeitsgruppen über die Entwicklungsperspektiven des Kirchenkreises Hamm bis zum Jahr 2020 diskutiert. Durch den demografischen Wandel ist ein weiterer Rückgang der Gemeindemitgliederzahlen um rund 10.000 bis 2020 zu erwarten. Damit geht ein Rückgang der Kirchensteuereinnahmen von 20 Prozent gegenüber 2009 einher. Vor diesem Hintergrund schlägt der Entwurf für die Kirchenkreiskonzeption vor, durch ein regionales Nachbarschaftsmodell die flächendeckende Präsenz der Gemeindearbeit zu sichern. Um auch weiterhin flächendeckend, auftragsgemäß und leistungsstark Kirche zu sein, könnten sich die Gemeinden in fünf Regionen zusammenfinden. Neben der pastoralen Grundversorgung würden sie dann nicht mehr alle Angebote in jeder Gemeinde vorhalten, sondern Schwerpunkte bilden. So könnte zum Beispiel innerhalb einer Region in der einen Gemeinde ein Schwerpunkt auf der Arbeit mit kleinen Kindern und Familien liegen, in der anderen Gemeinde ein kirchenmusikalischer und in der dritten ein diakonischer Schwerpunkt gesetzt werden. Die Kirchenmitglieder wären dann grundsätzlich zu allen Angeboten in der Region eingeladen. Die Konzeption soll bis zur Herbstsynode 2010 fertig gestellt sein, danach zum Stellungnahmeverfahren an die Presbyterien gehen und bei der Sommersynode 2011 verabschiedet werden. siehe auch: |
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