Am 1. März 2006 begann unter der Leitung des Jugendkirchen-Vikars Roger Schmidt, ein einjähriger Planungsprozess für die Evangelische Jugend in Nürnberg, der die Frage klären musste, ob und wie es eine Jugendkirche in Nürnberg geben solle. Wie sich zwischenzeitlich zeigte, ist der JuKi LUX Erfolg beschieden. Nun begleitet Pfr. Roger Schmidt, inzwischen Jugendreferent beim LWB in Genf (Schweiz), ein Treffen vom 11. bis 17. Juli in Dresden - mehr als 120 junge Lutheranerinnen und Lutheraner aus den 140 Mitgliedskirchen des Lutherischen Weltbundes (LWB) haben sich angemeldet - um sich auf die Elfte Vollversammlung des LWB vorzubereiten. Diese findet vom 20. bis 27. Juli in Stuttgart statt.
Schmidt betonte ausdrücklich, wie wichtig die Partizipation der Betroffenen am Planungs- und Konzeptionsprozess sei: "Jugendliche müssen dabei die erste Stimme haben", sagte der Theologe bei jeder sich bietenden Gelegenheit. Nach Vorstellungen der Planer soll die Jugendkirche ein Raum für jugendgemässe Spiritualität und ein Lernfeld für soziales Engagement sein. Ein besonderer Schwerpunkt wird auf Jugendgottesdiensten mit zeitgemässer Musik liegen. Auch für Konzerte, Partys und Ausstellungen soll Raum geschaffen werden.
Die Jugendvorkonferenz greift das Vollversammlungsthema „Unser tägliches Brot gib uns heute“ auf. Dabei geht es nicht nur um Nahrungssicherheit, sondern auch um weitreichende gesellschaftliche und religiöse Themen, wie die Bekämpfung von HIV und Aids, illegitime Schulden oder den Klimawandel. Alle Teilnehmenden der Jugendvorkonferenz werden auch in Stuttgart teilnehmen, entweder als Delegierte oder als Helfer, sogenannte Stewards. Damit die jungen Erwachsenen zwischen dort ihre Anliegen wirkungsvoll vertreten können, bereiten sie sich intensiv vor. „Die Jugendlichen kennen sich bisher nur in ihren Regionen oder über das Internet. Mit der Konferenz sollen sie sich besser kennenlernen, um zusammen eine gewichtige Rolle in Stuttgart spielen zu können“, so Pfr. Roger Schmidt, Jugendreferent beim LWB in Genf (Schweiz). Der LWB strebt in Leitungsgremien eine verbindliche Jugendquote von 20 Prozent an.
Im Mittelpunkt der vorbereitenden Konferenz stehen offene Diskussionsrunden, „Open-Space-Einheiten“, in denen die Teilnehmenden die Themen entwickeln sollen, die aus ihrer Sicht Priorität für den LWB haben müssen. Welche Themen das sind, könne er nicht voraussagen, so Schmidt: „Wir nehmen die jungen Erwachsenen ernst und geben keine Themen vor. Sie sind die Akteure des Prozesses“.
Darüber hinaus finden auch Workshops zum Schreiben von Positionspapieren, zur Entwicklung von Lobbystrategien oder zur Theologie des LWB statt. Auch der LWB-Generalsekretär, Pfr. Dr. Ishmael Noko, und der LWB-Vizepräsident für die Region Afrika, Bischof Dr. Zephania Kameeta von der Evangelisch-Lutherischen Kirche in der Republik Namibia (ELKRN), werden an der Konferenz teilnehmen.
Laut Schmidt sei auch genügend Zeit zum Kennenlernen untereinander sowie der Umgebung eingeplant. „Wir haben immerhin Jugendliche aus allen Erdteilen hier. Das muss man nutzen, um eine Gruppe zu werden und Kontakte zu knüpfen.“ Die Evangelisch-Lutherische Landeskirche Sachsens veranstaltet ein Rahmenprogramm, das sowohl die gastgebenden Kirche als auch die Region vorstellt. Beim Eröffnungsgottesdienst am 11. Juli wird die Bischöfin der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland, Ilse Junkermann, in der Dreikönigskirche predigen.
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