 "Für mich war die Konfirmation ziemlich toll, weil es ein schöner Gottesdienst war und man jetzt zu den Erwachsenen gehört", sagt Sandra Märtin, die kürzlich in Weimar konfirmiert wurde. Wie sie empfinden viele Konfirmierte, sie sprechen von ihrer Konfirmation als einem schönen Fest, auch weil sie nun nicht mehr als Kinder angesehen werden. Dass sie mit der Konfirmation zum Beispiel ein Patenamt übernehmen kann, ist darüber hinaus für Debora Schurig, ebenfalls aus Weimar, wichtig. Die Johanneskirche wurde für das Projekt umfunktioniert. Bisher werde einmal jährlich zur Jugendkirche eingeladen
Für Debora steht fest: "Ich werde auch weiter regelmäßig die Kirche besuchen, da mir in der Konfizeit erst richtig klar geworden ist, was sie bedeutet." Nicht für alle jungen Leute ist es selbstverständlich, auch nach der Konfirmation den Kontakt zur Kirche zu halten.
Damit die Integration in die Gemeinde gelingt, sei es wichtig, dass Konfirmanden frühzeitig Kontakt zur Jungen Gemeinde (JG) haben, nicht erst nach der Konfirmation, betont Stephan Grötzsch, Pfarrer in Coswig im anhaltischen Kirchenkreis Zerbst. In Coswig gebe es deshalb monatlich ein gemeinsames Treffen von Konfirmanden und Junger Gemeinde, erzählt er. Ebenso würden Mitglieder der JG mit zu den Konfirmandenrüstzeiten fahren, sodass sie einander kennenlernen.
Auch in Zieko, ebenfalls in der Landeskirche Anhalts, treffen sich die Konfirmanden der 7. und 8. Klassen sowie Konfirmierte regelmäßig. Ein Angebot, das gut angenommen wird, sagt Pfarrer Dankmar Pahling. Neben den Begegnungen zwischen den noch nicht und den schon Konfirmierten sei es wichtig, dass sich die jungen Leute ausprobieren, dass sie mitgestalten und Verantwortung übernehmen, so die Erfahrung von Micha Hofmann, Kreisjugendreferent im Kirchenkreis Mühlhausen.
Eine Möglichkeit dazu biete die Jugendleitercard, eine Fortbildung für die Arbeit in der Kinder- und Jugendarbeit. Zudem gibt es in Mühlhausen eine Jugendkirche, an deren Veranstaltungen die Jugendlichen mit beteiligt seien. So werde beispielsweise monatlich zu einem von ihnen vorbereiteten Jugendgottesdienst eingeladen.
Die Konfirmanden der Weimarer Kirchengemeinden werden jedes Jahr nach der Konfirmation zu einer Après-Konfiparty eingeladen, die in diesem Jahr am 4. Juni gefeiert wurde. Auch Weimar hat eine Jugendkirche. Die Johanneskirche wurde für das Projekt umfunktioniert. Bisher werde einmal jährlich zur Jugendkirche eingeladen, zu der Lagerfeuer, gemeinsames Kochen und Kirchenschlaf angesagt seien, erläutert Dorothea Knetsch, die neue Kinder- und Jugendpfarrerin.
Im Rahmen der Après-Konfiparty war sie in dieses Amt eingeführt worden. Sie sehe ihre Aufgabe darin, das Projekt Jugendkirche weiter voranzubringen. Die Jugendkirche solle ein Treff für junge Leute mit verschiedenen Angeboten werden, jedoch nicht in Konkurrenz treten zu der bestehenden guten Jugendarbeit in den Weimarer Gemeinden, betont die Pfarrerin. Dieses Anliegen ist ganz in Deboras Sinn, denn sie wünscht sich, dass die JG in der Kirchengemeinde erhalten bleibt. Das findet auch Sandra Märtin. Sie sagt: "Ich finde es super, dass es so was wie die Junge Gemeinde gibt."
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