 "Mach' mal was mit Kindern und Jugendlichen" Jugendbeauftragter Udo Breuer verlässt Region Eifel. Jetzt Referent für kirchliche Jugendarbeit in den Regionen Aachen Stadt und somit auch zuständig für die dort beheimatete Jugendkirche ... "Der Auftrag des Bischofs lautete kurz und wenig präzise: Mach' mal was mit Kindern und Jugendlichen", erinnert sich Udo Breuer . Mit diesem Appell startete Breuer, wohnhaft in Steckenborn, 1986 als Jugendbeauftragter des Bistums Aachen im Dekanat Blankenheim-Kronenburg, nachdem er, Diplom-Sozialarbeiter, zuvor ein Berufsanerkennungsjahr in der damaligen Regionalstelle Eifel des Bistums absolviert hatte.
Aber erst 1994 wurde aus der wenig zielgerichteten Aufgabe eine sinnvoll strukturierte Jugendarbeit im Bereich der Regionalstelle Eifel. "Die lief darauf hinaus, erstens die ehrenamtliche Jugendarbeit in den Pfarrgemeinden zu unterstützen und zweitens auf regionaler Ebene eine enge Zusammenarbeit mit der Jugendseelsorge unter Leitung von Hardy Hawinkels zu ermöglichen", so Breuer: "Keine leichte Aufgabe."
Beispielhaft für die Schwierigkeit der Arbeit nennt Breuer ein Vorhaben in Hellenthal. "Eine erste Maßnahme als Folge eines fehlenden Treffpunkts für Jugendliche war die Anschaffung eines zunächst umstrittenen 'Jugendbusses'. Dies geschah aus der Erkenntnis, dass Jugendliche Pfarrheime als Treffpunkt am liebsten meiden und gar von ihnen abgelehnt werden. So reifte der Gedanke, zur Jugendseelsorge einen Bus einzusetzen, der sich letztlich bewährte." Erst später fanden Breuer und seine Mitstreiter einen Raum als "offenen Treff", schnell "Point" genannt. Doch es gab weitere Schwierigkeiten.
"Gerade die Probleme rund um die Grenzlandhalle erschwerten uns und damit den Jugendlichen die Möglichkeit, einen öffentlichen Raum für die Treffs zu finden. Nach intensiven Gesprächen gelang es uns, die Vorbehalte vor allem im übergeordneten politischen Raum zu entkräften. Uns eröffnete sich die Möglichkeit, in der offenen Jugendarbeit alltäglich konkrete Lebenshilfe für die Jugendlichen zu leisten. Dies geschah auch zum Vorteil der Eltern, wie vielfach erst später erkannt wurde."
Laut Breuer findet die Jugendarbeit der Kirche in der Eifel vielfach keinen Widerhall in der Öffentlichkeit. Dabei verweist er auf die in 2009 durchgeführte, bundesweite Aktion "72 Stunden - uns schickt der Himmel". "Daran beteiligten sich in den drei Tagen nicht weniger als 36 Gruppen mit fast 600 Jugendlichen. Sie packten soziale Projekte an und renovierten beispielsweise in Udenbreth einen Weg zur Kirche, sprachen sich unter dem Motto "Gewalt-Tick" wortgewandt gegen Gewalt aus oder präsentierten das "Kult-Tour-Projekt: Leben in der Eifel". Außerdem werden im August dieses Jahres knapp 200 Messdiener aus der Eifel zu einer Bistumswallfahrt nach Rom starten.
Alles Aufgaben, die Breuer und seine Kollegen mehr im Stillen vollziehen. Entschieden formuliert Breuer seine Forderung an die Pfarrgemeinden, den Jugendlichen mehr Raum und Freiheit zuzugestehen, dort, wo Kirche von Jugendlichen selbst gestaltet werden kann - "und zwar so, wie die Jugend Kirche sieht und sich vorstellt". Als Beispiel nennt Breuer die Pfarrgemeinde Udenbreth. "Im Oktober 2009 gestalteten die Jugendlichen den Kirchenraum um. Die Bankreihen wurden aufgelöst und die Bänke rund um den Altar aufgestellt."
Seinen Dienst an jungen Menschen (und damit an den Familien) verrichtet Breuer ebenso wie seine Kollegen ganz im Sinne des Bischofs. "Wir sind für die ehrenamtlichen Helfer in den Gemeinden da, die wiederum für die Jugendlichen da sind. Meine bisherige Aufgabe war es, die Rahmenbedingungen für kirchliche Jugendarbeit vorzugeben, Wege aufzuzeigen, Ehrenamtler zu begleiten, Gruppenleiter auszubilden und methodische Angebote zu unterbreiten."
Nun wartet auf ihn ein neues, wenn auch nicht völlig anderes Betätigungsfeld. In Aachen, im Büro der Dekane, übernimmt er als Referent die Fachstelle für kirchliche Jugendarbeit in Stadt und Land Aachen und zeichnet damit verantwortlich für fünf Jugendbeauftragte ("wie ich bisher einer war"). Zugleich fungiert er als Fachberater für 26 offene Jugendeinrichtungen in dieser Region. Was da auf ihn zukommt, ist dem Sozialarbeiter bewusst: "Ich muss für das sorgen, was Mitarbeiter und Ehrenamtler brauchen, um gut arbeiten zu können."
Dass seine Arbeit für die Region Eifel über nunmehr 24 Jahre bei seiner heute in Wildenburg anstehenden Verabschiedung Anerkennung und Lob finden wird, dürfte gewiss sein. Das ließ Pfarrer Philipp Cuck aus Schleiden schon in einem der letzten Pfarrbriefe deutlich anklingen: "Wir verlieren einen engagierten, kreativen und beliebten Mann." Breuers Aufgabe in der Region Eifel übernimmt die Diplom Sozialpädagogin Heike Klinkhammer aus Kronenburg. Zu erreichen ist Udo Breuer direkt - per Telefon unter 0241/ 4790-108 und
- per E-Mail unter
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