„Gott hat mich immer auf meinem Weg begleitet und mich dahin geführt, wo ich heute bin“, sagte Andreas Albrecht, der seit Anfang letzten Jahres als gemeindepädagogischer und pfarrdienstlicher Mitarbeiter den Kirchenkreis Torgau/Delitzsch mit seiner Kinder- und Jugendarbeit bereichert. Regelmäßige Veranstaltungen der Kinderarchen in Belgern und Beilrode, Jugendarbeit sowie übliche pfarrdienstliche Aufgaben gehören mittlerweile zu seinen täglichen Arbeiten in der Gemeinde. Seine neueste Herausforderung besteht darin zusammen mit Mathias Grimm-Over, Jugendreferent wenn möglich jeden zweiten Monat eine Jugendkirche auf die Beine zu stellen. Die Planungen dafür sind bereits schon im vollen Gange.
Doch Mitarbeiter eines Kirchenkreises zu werden, gehörte nicht von Anfang an zu seinem Traumberuf. Bis dahin war es ein langer Weg, denn seine Bestrebung war, Dampflokführer zu werden. Mit dem Christentum hatte er in seiner Kindheit und Jugendzeit kaum Berührungspunkte. Umso erstaunlicher ist seine Geschichte.
Der heute 49-Jährige ist in Leipzig geboren. Dort verbrachte er seine Schulzeit und absolvierte eine Ausbildung als Elektromonteur bei der damaligen Deutschen Reichsbahn. Um seinen Wunschtraum endlich in die Tat umzusetzen, beschloss er 1980, sich in Blankenburg (Harz) bei der dortigen Bahn zum Dampflokführer qualifizieren zu lassen. Somit rückte er seinem Ziel immer näher. Doch wie es meistens im Leben spielt, es kommt nie so, wie man es sich vorgestellt hat.
Genau in dieser Zeit erlebte er einen inneren Wendepunkt. Kurz vor dem Ziel, seinen Traumberuf zu verwirklichen, wird er von einem Gemälde, das Jesus Kreuzigung zeigt, in dessen Bann gezogen. In ihm entstanden die unterschiedlichsten Fragen, sodass sein Leben von nun an auf den Kopf gestellt wurde. „Es war wie eine innere Eingebung, die mich auf einen anderen Weg meines Lebens führte“, bekannte sich Andreas Albrecht. Materieller Besitz und das oftmals vorgeschriebene Leben der Gesellschaft zählten für ihn nicht mehr. Nur die Nächstenliebe und das Leben jeden Moment in seiner oft vergessenen Schönheit zu genießen, waren für ihn von nun an von Bedeutung. Als er sich dann 1981 als Christ in seiner Ausbildungszeit zu erkennen gegeben hatte und sich weigerte Parteimitglied der alles beherrschenden Partei der DDR (SED) zu werden, war seine Ausbildung zum Dampflokführer von einem Moment auf den anderen zu Ende.
Inzwischen hatte sich sein Lebensziel geändert, sodass, das erzwungene Ende seiner Ausbildung als Lokführer für ihn keine Rolle mehr spielte. Sein neues Leben begann mit einem freiwilligen sozialen Jahr in einem Krankenhaus in Magdeburg. Weiter ging es mit einem Theologiestudium in Leipzig und einer Pfarrerausbildung in der Thüringischen Landeskirche. Nebenbei engagierte er sich als ehrenamtliches Mitglied für Obdachlose und Kranke. Auch die Leitung einer Gruppe von Schulabgängern als Sozialarbeiter gehörte zu seinem Aufgabenbereich. Bis er dann die freie Stelle im Kirchenkreis Torgau/Delitzsch im Mai 2009 angetreten hatte und nunmehr in seinem neuen Wirkungskreis in den Gemeinden Belgern und Beilrode all seine Kraft einsetzt.
Privat widmet er seine Zeit seiner Familie und versucht, einmal in der Woche seiner zweiten Leidenschaft dem Fußball nachzugehen. Doch sein Beruf begleitet ihn auch in seiner Freizeit. Da organisiert er auch mal neue Veranstaltungen für die Kinderarche oder plant neue Projekte. |