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Jugendkirche ist ein Teil ihres Lebens PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von pierre roh   
Mittwoch, 9. Juni 2010
Brigitte NöckerDas Leben hat es nicht immer gut gemeint mit Brigitte Nöcker. Die alleinerziehende Mutter einer 15-jährigen Tochter lebt derzeit von Hartz IV, muss jeden Cent zweimal umdrehen und hat schon so viele Bewerbungen geschrieben, dass sie sie kaum noch zählen kann. Doch „Bibbi“, wie die 46-Jährige von allen genannt wird, strahlt weder Resignation noch Frustration aus. Vielmehr wirkt sie lebhaft, insbesondere wenn die Rede auf die Soester Jugendkirche kommt. Denn da engagiert sich Bibbi: Im Mittagsangebot „break“, wo sie jeden Dienstag vom späten Vormittag an kocht, putzt, aufräumt, als Seelentröster für Jugendlichen bereit steht und oft erst gegen Abend abschließt.

Oder beim Jugendgottesdienst, wo sie „anfasst, wo Hilfe gebraucht wird“. Oder bei der Jugenddisco, die sie selbst aus der Taufe gehoben hat, wo sie aufbaut, die Security übernimmt, aufräumt und auch schon Mal für die anfallenden Handwerksaufgaben zur Verfügung steht. Dass sie eine „Heldin in Südwestfalen“ sein soll, nimmt Bibbi mit einem Lächeln und wohl nicht ganz so ernst zur Kenntnis.
 
Vorgeschlagen hat sie ihre Tochter Sarah. Die sagt: „Meine Mutter ist immer da, wo Hilfe benötigt wird.“ Doch damit nicht genug: Neben den Projekten, die sie selbst initiiert habe oder bei denen sie mithelfe, „ist sie für viele Jugendliche in der Jugendkirche Soest zu einem wichtigen Bestandteil und einer wichtigen Bezugsperson geworden“. Die „Vorwürfe“ bestreitet Bibbi nicht. Doch sie beschwichtigt. „Ich bin da irgendwie reingerutscht“, verteidigt sie sich.

Seit zweieinhalb Jahren wohne sie jetzt in Soest, sei zuvor in Lohne auch schon ehrenamtlich tätig gewesen. Und hier habe sie einfach mal nach einem Jugendgottesdienst gefragt. „Daraus ist dann viel entstanden“, sagt Bibbi. Wieviel, das mag sie gar nicht ausrechnen: „Ich zähle die Stunden nicht, aber manchmal bin ich mehr unterwegs als zu Hause.“

Entstanden sind so nicht nur die Projekte, sondern auch viel Vertrauen. „Die Jugendlichen sehen in mir eine gute Freundin, fast schon eine Ersatzmutti“, macht Bibbi klar. Egal ist ihr das nicht. Das wird spätestens dann klar, als sie mit einem Kloß im Hals von ihrem Weihnachtsgeschenk berichtet: ein Bild vom Abendmahl zum Selbermalen.

Das hat ihre Tochter mit nach Hause gebracht. Und auf die Frage, woher sie denn ein so teures Geschenk habe, antwortete Sarah: „Na, das habe ich doch nicht alleine bezahlt, da haben ganz viele von der Jugendkirche was dazu getan“. Irgendwie hat es das Leben doch noch gut gemeint mit Brigitte Nöcker.
 
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